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Welt

G20-Treffen: US-Einladung für Anton Siluanow sorgt für Kritik in Europa

Russlands Finanzminister Anton Siluanow hat am 31. August 2026 überraschend an einem G20-Ministertreffen im US-amerikanischen Asheville teilgenommen. Die vom Gastgeber USA ausgesprochene Einladung stieß bei europäischen Delegierten auf heftige Kritik und führte zu diplomatischen Verstimmungen über den Krieg in der Ukraine.

Überraschender Auftritt in North Carolina und europäischer Unmut

Die Anwesenheit des russischen Finanzministers Anton Siluanow bei den Beratungen der G20-Finanzminister und Zentralbankgouverneure im US-Bundesstaat North Carolina sorgte am Montag für erhebliche Spannungen. Es war das erste Mal seit dem Beginn des russischen Einmarsches in der Ukraine im Jahr 2022, dass Vertreter Moskaus wieder persönlich an einem Treffen dieses Formats teilnahmen. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte die russische Delegation eingeladen, was bei europäischen Partnerländern auf strikte Ablehnung stieß.

Der polnische Finanzminister Andrzej Domanski äußerte sich im Gespräch mit Medien unmissverständlich über das Zusammentreffen. Wir vertrauen Russland nicht. Sie lügen ständig und man muss wirklich, wirklich vorsichtig sein, während man mit ihnen diskutiert, sagte Domanski laut der Nachrichtenagentur Reuters und betonte, dass Russland der Aggressor im Konflikt sei.

Kritik aus Deutschland an der Normalisierung der Beziehungen

Auch aus Berlin kam scharfe Kritik an dem Vorgehen des Gastgebers. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bezeichnete das Vorgehen als Versuch einer Normalisierung der Beziehungen durch die USA, für die es angesichts des Krieges keinen Grund gebe. Er habe den russischen Minister direkt angesprochen und ihn aufgefordert, den Krieg zu beenden, berichtete der deutsche Finanzminister im Deutschlandfunk. Zudem kritisierte Klingbeil, dass die US-Regierung Siluanow wie einen normalen Gast empfangen habe.

Als Konsequenz aus der Teilnahme verweigerten die europäischen G20-Staaten die Teilnahme an dem traditionellen gemeinsamen Gruppenfoto, falls der russische Vertreter daran teilnehmen würde. Das offizielle Familienfoto der Konferenzteilnehmer wurde schließlich ohne Siluanow und abseits der anwesenden Presse aufgenommen.

Empfangend den russischen Finanzminister hier sendet ein Signal, das ich beunruhigend finde. Lars Klingbeil, deutscher Finanzminister, via Reuters und Al-Monitor

Verteidigung durch das Weiße Haus und Gespräche mit Scott Bessent

Das Weiße Haus verteidigte die Entscheidung gegen die wachsende Kritik der Verbündeten. Regierungssprecher Kush Desai erklärte gegenüber der Presse, dass die US-Regierung aktiv mit Moskau an einer Vereinbarung arbeite, die das endlose Blutvergießen beendet. Der Präsident und die Regierung würden sich niemals davor scheuen, mit den notwendigen Gesprächspartnern zu verhandeln, um dieses Ziel zu erreichen.

G20-Treffen: US-Einladung für Anton Siluanow sorgt für Kritik in Europa
Photo: cryptobriefing.com

Am Rande der Konferenz führte Siluanow ein bilaterales Gespräch mit US-Treasury Secretary Scott Bessent. Nach Angaben eines Insiders machte die US-Seite dabei unmissverständlich klar, dass vor dem vollständigen Ende des Krieges in der Ukraine keinerlei wirtschaftliche Erleichterungen oder Abkommen für Moskau in Aussicht stehen.

Debatte über Medienakkreditierungen und globale Finanzfragen

Neben den geopolitischen Kontroversen um Russland sorgte auch der Ausschluss mehrerer Journalisten renommierter US-Medien wie der New York Times und von Bloomberg News für heftige Reaktionen. Auch der deutsche Finanzminister Klingbeil nannte diesen Schritt in den Berichten des Deutschlandfunks inakzeptabel.

Finance ministers and central bank governors from G20 countries attend a plenary session in Asheville, North Carolina, U.S
Photo: Reuters

Im eigentlichen Kern der Finanzministerberatungen standen der Umgang mit der globalen Verschuldung, die nach der Covid-19-Pandemie und der globalen Finanzkrise Rekordwerte erreicht hat, sowie Forderungen nach verstärktem Wirtschaftswachstum. US-Finanzminister Bessent betonte in Asheville, dass die Weltwirtschaft nach den Belastungen durch den Iran-Konflikt und bestehenden Handelskonflikten vor allem durch Deregulierung und Innovationsförderung gestärkt werden müsse.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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