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Unternehmen

EU-Kommission prüft Übernahme von Porta durch XXXLutz eingehend

Die EU-Kommission hat eine eingehende Prüfung der geplanten Übernahme des deutschen Möbelhändlers Porta durch XXXLutz eingeleitet. Die Wettbewerbshüter befürchten, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb in Deutschland, Tschechien und der Slowakei erheblich beeinträchtigen könnte. Eine Entscheidung über die Transaktion wird bis spätestens zum 25. Februar 2027 erwartet.

Wettbewerbsbedenken in Deutschland, Tschechien und der Slowakei

Die Europäische Kommission sieht in der geplanten Übernahme von Porta durch den österreichischen Möbelriesen XXXLutz zwei wesentliche Problemfelder. Zum einen befürchten die Wettbewerbshüter, dass der Zusammenschluss zu höheren Preisen und einer geringeren Auswahl für Kunden führen könnte. Da beide Unternehmen zu den wenigen Anbietern in Deutschland, Tschechien und der Slowakei gehören, die flächendeckende Möbelhandelsnetze mit einem vollständigen Sortiment betreiben, könnte der Wegfall eines wichtigen Wettbewerbers den Marktdruck massiv verringern. Die Anmeldung der Transaktion bei der Brüsseler Behörde erfolgte am 7. September 2026, während die ursprüngliche Ankündigung der Übernahmepläne bereits zu Jahresbeginn 2025 stattfand.

Zum anderen steht die Einkaufsmacht im Fokus. Über den Einkaufsverband GIGA International bezieht XXXLutz Möbel für sein weitreichendes Portfolio. Die Kommission warnt, dass durch den Zusammenschluss einer der wenigen großen alternativen Abnehmer für Hersteller in Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Polen wegfallen könnte. Das Vorhaben würde mehr als 140 Geschäfte unter den Marken Porta, SB Möbel Boss, Möbel Letz und Asko mit den mehr als 1.800 Filialen von XXXLutz zusammenführen.

EU-Kommission prüft Übernahme von Porta durch XXXLutz eingehend
Foto: AD HOC NEWS

Ermittlungen zum Verdacht des vorzeitigen Vollzugs

Unabhängig von der wettbewerbsrechtlichen Prüfung hat die Kommission im Sommer ein separates Verfahren unter der Aktennummer M.11895.AP eingeleitet. Dabei soll geklärt werden, ob XXXLutz und Porta gegen das sogenannte Durchführungsverbot verstoßen haben. Die EU-Behörde untersucht hierbei, ob die Unternehmen bereits vor der offiziellen Anmeldung Schritte unternommen haben, die den Wettbewerb beeinflussten. Laut Medienberichten stehen dabei Vorwürfe im Raum, wonach Mitarbeiter von XXXLutz Hersteller aufgefordert haben könnten, vertrauliche Einkaufskonditionen mit Porta offenzulegen.

Die EU-Kommission betont, dass das gesamte Verfahren ergebnisoffen geführt wird.

XXXLutz rechnet bei Porta-Übernahme mit vertiefter EU-Prüfung

Zuversicht bei XXXLutz trotz Verzögerungen

Trotz der langen Verfahrensdauer, die den Abschluss der Übernahme nun bis Ende des ersten Quartals 2027 hinauszögern könnte, zeigte sich Kobler zuversichtlich, dass die Fusion am Ende genehmigt wird. Er räumte jedoch ein, dass die Kommission jeden Standort genau prüfe und Auflagen, etwa der Verzicht auf die Übernahme einzelner Porta-Standorte, möglich seien. Kobler betonte zudem, dass für die rund 6.000 Beschäftigten bei Porta kein größerer Stellenabbau geplant sei und auch keine Schließungen von Möbelhäusern in Aussicht gestellt würden.

Auf die Frage nach der ikonischen Symbolik des Unternehmens, den großen roten Stühlen von XXXLutz, erklärte Kobler, dass eine sofortige Umrüstung der Porta-Standorte aufgrund der hohen Kosten – ein einzelner Stuhl schlage mit etwa 200.000 Euro für Produktion, Schwertransport und Aufbau zu Buche – nicht geplant sei. Paul de Jong, der Vorstandsvorsitzende der Porta Group, äußerte sich ebenfalls und erklärte, dass die Übernahme den Kunden zugutekommen werde.

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Foto: Ariva

Marktkontext und Branchenreaktion

Die Branche blickt mit Sorge auf das Vorhaben. Die Verbände der deutschen Möbelindustrie hatten die Übernahmepläne bereits im vergangenen Jahr als „dramatische Nachricht“ bezeichnet. Sie argumentieren, dass sich die ohnehin hohe Konzentration im deutschen Möbelhandel durch den Zukauf weiter verschärfen und eine bedrohliche Größenordnung erreichen würde. Der Konzern aus Wels, der unter anderem die Marken XXXLutz, Mömax, Möbelix, Roller, Poco und Home24 betreibt, zählt zu den größten Möbelhändlern in Europa. Die Gesellschafter halten zudem Kontrollbeteiligungen an internationalen Ketten wie But, Conforama France, Conforama Iberia und Conforama Switzerland.”

Die Kommission weist darauf hin, dass der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist und nach einer Standardprüfung genehmigt wird. Im vorliegenden Fall jedoch ist die vertiefte Prüfung notwendig, um den wirksamen Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum sicherzustellen. Weitere offizielle Unterlagen zum Verfahren sind im öffentlich zugänglichen Register der Europäischen Kommission zum Thema Wettbewerb abrufbar.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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