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Es werde Licht! Die ersten Stimmen zum James-Bond-Spiel „007 First Light

Das dänische Studio IO Interactive veröffentlicht am 27. Mai das Videospiel „007 First Light“ für Konsolen und PCs. Das Spiel erzählt die Vorgeschichte von James Bond, der vom Royal-Navy-Soldaten zum MI6-Agenten aufsteigt. Mit Patrick Gibson in der Hauptrolle setzt der Titel auf eine Mischung aus Stealth-Action und einer rund 20-stündigen Kampagne.

Der radikale Neustart der Zeitlinie

Der radikale Neustart der Zeitlinie
cluster (priority): DW.com

James Bond kehrt in die Gaming-Welt zurück, und diesmal ist der Ansatz radikal: Ein kompletter Neustart der Zeitlinie. Anstatt einen bereits etablierten Agenten zu steuern, begleiten die Spieler den Aufstieg eines ungeschliffenen Soldaten zum berüchtigten Doppelnull-Agenten. Es ist ein strategischer Schachzug von IO Interactive, das Franchise durch eine Origin-Story zu revitalisieren.

Bonds Weg vom Soldaten zum Geheimagenten

Die Erzählstruktur von „007 First Light“ beginnt nicht mit einem Martini, sondern mit Schlamm und harter Arbeit. In einer ausführlichen Einführungsphase, die laut Handelsblatt gleichzeitig als Tutorial dient, müssen die Spieler Kampftechniken, Fahrkünste und die Kunst der Spionage erlernen.

Diese Ausbildung im MI6-Camp auf Malta nimmt sich Zeit – gut drei Stunden lang wird das Fundament für Bonds Karriere gelegt, bevor die eigentlichen Missionen beginnen. Erst nach einem waghalsigen Alleingang zur Rettung mehrerer Geiseln wird Bond in das wiederbelebte 00-Programm aufgenommen.

Die Kampagne erstreckt sich über insgesamt 20 Stunden. Die Spannungskurve bleibt dabei weitgehend stabil, auch wenn es im letzten Drittel eine kleine Delle gibt, bevor das Finale alle Handlungsfäden zusammenführt.

Der junge Bond, verkörpert vom irischen Schauspieler Patrick Gibson, ist zu Beginn erst 26 Jahre alt. Er besitzt bereits den typischen Charme und die Schlagfertigkeit, doch es fehlt ihm an der emotionalen Abgebrühtheit. Ein kritischer Punkt in der Charakterentwicklung ist die Vergabe der „Lizenz zum Töten“. Während Bond anfangs noch zögert, verschwinden diese Skrupel schnell, sobald er die offizielle Erlaubnis hat, Hunderte von Gegnern zu eliminieren.

Die kulturelle Formel und das Feindbild

WERDE LICHT geht auf die Straßen #werde #licht #werdelicht

Das Bond-Franchise ist mittlerweile über 60 Jahre alt. Seit dem ersten Roman im Jahr 1953 kamen zwölf Bücher und 25 Filme hinzu. Doch was macht den anhaltenden Reiz aus? Es ist die Fähigkeit, den Zeitgeist zu treffen und gleichzeitig vertraute Symbole wie exotische Schauplätze und teure Autos zu bedienen.

Ein zentraler Aspekt ist dabei die Konstruktion des Gegenspielers. In diesem Spiel übernimmt Musiklegende Lenny Kravitz die Rolle des Bösewichts, während Lana Del Rey den Titelsong beisteuerte.

„Über den Feind werde die eigene Identität konstruiert. Je mehr der Feind behaftet ist mit sehr bösen Merkmalen oder Andersartigkeit, desto einfacher ist es, uns davon abzugrenzen.“
Svenja Böhm, Kulturwissenschaftlerin, via DW.com

Diese Dynamik ist essenziell für das Genre. Ohne einen klar definierten Antagonisten würde die Figur des Bond nicht funktionieren. Die Spielwelt spiegelt dies wider, indem sie Bond in Situationen wirft, in denen er im letzten Moment die Welt retten muss – was teils als subtiler Seitenhieb auf die USA interpretiert werden kann.

Technischer Graben: DLSS 4.5 gegen veraltetes FSR

Technischer Graben: DLSS 4.5 gegen veraltetes FSR
cluster (priority): Handelsblatt

Während die künstlerische Umsetzung und die Glacier Engine für eine beeindruckende Optik sorgen, offenbart ein Blick unter die Haube eine problematische technische Umsetzung. Es hat sich eine deutliche Zweiklassengesellschaft beim Upsampling entwickelt.

Spieler mit Nvidia-Hardware profitieren von einer engen Partnerschaft. ComputerBase berichtet, dass das volle DLSS-4.5-Paket integriert wurde, inklusive Multi Frame Generation bis zum Faktor x6. Zukünftige Updates sollen zudem Pathtracing und Ray Reconstruction bringen.

Für Nutzer von AMD-Grafikkarten sieht die Situation düster aus. Anstatt aktueller Versionen wie FSR 4.1 findet sich im Spiel die technisch veraltete Version FSR 3.1.5. Besonders kritisch: Die Implementierung erfolgte direkt im Quellcode und nicht über eine separate DLL-Datei. Das bedeutet, dass ein Upgrade über die AMD-App unmöglich ist.

Hier eine Übersicht der technischen Unterstützung:

  • Nvidia RTX: DLSS 4.5, Multi Frame Generation (x6), bevorstehendes Pathtracing.
  • AMD Radeon: FSR 3.1.5 (fest im Quellcode integriert, kein Treiber-Upgrade möglich).
  • Engine: Aufgebohrte Glacier Engine.

Selbst Versuche mit Drittanbieter-Tools wie Optiscaler führten in ersten Tests zu Abstürzen, da das Spiel keine klassische FSR-DLL nutzt.

Ein Neustart mit Ambitionen

Trotz der technischen Mängel für AMD-Nutzer wird heise online das Spiel als das beste Bond-Erlebnis seit dem legendären „Goldeneye“ bewertet. Die Mischung aus Stealth, Gadgets und einer soliden Agentengeschichte fängt die DNA der Filmreihe ein.

Die Entscheidung, Patrick Gibson als jungen Bond zu besetzen, hat zudem eine Meta-Ebene: Es gibt Gerüchte, dass Gibson auch in den kommenden Kinofilmen die Rolle übernehmen könnte, was die strategische Verknüpfung zwischen Spiel und Film vertiefen würde. Ob dies jedoch Realität wird, bleibt unklar.

„007 First Light“ ist mehr als nur ein Lizenzspiel; es ist ein Versuch, die Formel des Geheimagenten für eine neue Generation zu kalibrieren. Wenn die technischen Hürden für Radeon-Nutzer nicht bald durch Patches gelöst werden, bleibt das Spiel ein exzellentes Erlebnis, das jedoch eine bestimmte Hardware-Wahl voraussetzt.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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