Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Grippewelle der Saison 2025/2026 offiziell für beendet erklärt, nachdem sie im März endete. Insgesamt wurden 2113 Todesfälle durch die Influenza gemeldet, wobei 96 Prozent der Betroffenen 60 Jahre oder älter waren. Derzeit beobachten Gesundheitsbehörden via Infektionsradar die Entwicklung weiterer Atemwegserkrankungen wie Corona und RSV.
Die Analyse der aktuellen Infektionslage in Deutschland zeigt ein differenziertes Bild. Während die klassische Grippewelle ihren Höhepunkt überschritten hat, bleiben andere respiratorische Infekte präsent. Die Daten des Robert Koch-Instituts und des Bundesministeriums für Gesundheit erlauben eine präzise Einordnung, welche Erreger derzeit das Gesundheitssystem belasten und in welchem Maße die aktuellen Fallzahlen vom saisonalen Durchschnitt abweichen.
Bilanz der Grippesaison 2025/2026
Die akute Grippewelle der Saison 2025/2026 dauerte insgesamt 15 Wochen. Sie begann im November und endete laut dem Robert Koch-Institut Anfang März. Ein offizielles Ende wird rückwirkend dann festgestellt, wenn eine bestimmte Schwelle nachgewiesenen Influenza-Viren in zwei aufeinanderfolgenden Wochen unterschritten wird.
Die menschlichen Kosten dieser Saison sind erheblich. Seit Beginn der Grippesaison wurden 2113 Todesfälle durch die Grippe gemeldet. Die statistische Auswertung verdeutlicht die Vulnerabilität älterer Menschen: 96 Prozent der Verstorbenen waren 60 Jahre oder älter. Bis Ende April sank der Anteil der Grippeviren an allen Atemwegsinfektionen auf lediglich drei Prozent, während dieser Wert am Höhepunkt der Welle bei über 66 Prozent gelegen hatte.
Auch die Belastung der stationären Versorgung ist deutlich zurückgegangen. Etwa zwei Prozent der Patienten, die aufgrund von Atemwegsinfekten in Krankenhäusern behandelt wurden, litten Ende April an einer Influenza.
Dominanz der Subklade K und die A(H3N2)-Variante
Im Zentrum der vergangenen Saison stand vor allem der Grippevirus-Typ A(H3N2). Innerhalb dieses Typs erwies sich eine spezifische Subvariante, die als Subklade K
bezeichnet wird, als dominant. Diese Variante machte 69 Prozent aller getesteten Viren der aktuellen Grippewelle aus. Die zweithäufigste Variante, A(H1N1)pdm09, lag mit einem Anteil von 27 Prozent deutlich dahinter.
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Die Subklade K wurde erstmals im Sommer 2025 nachgewiesen und verbreitete sich anschließend weltweit.
Weil dieser Grippetyp früh im Jahr aufgetreten ist und viele Veränderungen gegenüber dem vorherigen Virusstamm aufweist, bezeichneten einige Medien die Variante schon als „Super-Grippe“.
Apotheken Umschau
Trotz dieser medialen Einordnung betonen Fachquellen, dass Impfungen weiterhin effektiv vor schweren Verläufen schützen.
Aktuelle Lage im Mai 2026: Corona, RSV und Erkältungen
Obwohl die Influenza-Welle abgeklungen ist, bleibt die allgemeine Infektionslage dynamisch. Aktuell stehen Corona, RSV und allgemeine Erkältungsinfekte im Fokus der Überwachung. Die subjektive Wahrnehmung von vollen Arztpraxen und einem hohen Krankenstand in Betrieben wird durch objektive Daten des Infektionsradars des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) abgeglichen.
Das Überwachungssystem wertet wöchentlich Daten zu Infektionszahlen, Krankheitsschwere und der Belastung des Gesundheitssystems aus. Ein mathematisches Modell analysiert dabei die letzten vier Wochen, um prozentuale Veränderungen zu berechnen und ungewöhnliche Entwicklungen sichtbar zu machen. Dies ermöglicht es, zu unterscheiden, ob eine aktuelle Welle im üblichen saisonalen Rahmen liegt oder außergewöhnlich verläuft.
Ein wichtiger Aspekt der aktuellen epidemiologischen Lage ist die zeitliche Verschiebung von Infektionswellen. Während Herbst und Winter die klassischen Zeiträume für Erkältungen sind, weisen aktuelle Beobachtungen darauf hin, dass Infektionswellen auch im Sommer auftreten können. Die derzeitigen Daten zeigen, dass die Atemwegsinfektionen im Mai weiterhin eine Rolle spielen, auch wenn die Influenza als Haupttreiber weggefallen ist.
Überwachung und Prävention
Die Transparenz der Daten wird über das Portal gesund.bund.de und den Infektionsradar des RKI gewährleistet. Diese Systeme dienen nicht nur der statistischen Erfassung, sondern sind essenziell für die Steuerung von Ressourcen im Gesundheitswesen und die Planung von Impfstrategien.
Die aktuelle Situation verdeutlicht, dass die respiratorische Gesundheit in Deutschland nicht mehr nur durch eine einzelne, winterliche Grippewelle definiert wird, sondern durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Viren, die über das Jahr verteilt auftreten können. Die Überwachung von Trends bei Krankenhausaufenthalten und Infektionszahlen bleibt daher das primäre Instrument zur Einschätzung der Lage.
Bitte konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Impfung Ihren behandelnden Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft.