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DKG warnt: Jedes zweite Krankenhaus in Deutschland droht bis 2030 pleitezugehen

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt vor einer Pleitewelle in der deutschen Krankenhauslandschaft: Bis 2030 könnten laut aktuellen Berechnungen 49 Prozent aller Standorte eine hohe Ausfallwahrscheinlichkeit haben – „es ist damit zu rechnen, dass jede zweite Klinik pleitegeht“, wie Verbandschef Gerald Gaß am Montag, den 22. Juni 2026, vor dem Bundestag betonte. Die geplante Gesundheitsreform der schwarz-roten Regierung unter Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht massive Einsparungen vor, die nach DKG-Angaben zu einem massiven Stellenabbau und dem Kollaps vieler Kliniken führen könnten.

Warum die DKG vor einer „Pleitewelle“ warnt – und was die Zahlen bedeuten

Warum die DKG vor einer „Pleitewelle“ warnt – und was die Zahlen bedeuten
Photo: DIE ZEIT
Die Warnung der DKG ist konkret: Sollten die geplanten Kürzungen wie beschlossenen umgesetzt werden, verlieren die Kliniken bis 2027 acht Prozent ihrer Erlöse. „Kommen die Einsparungen wie geplant, fallen viele Kliniken weit unter die Nulllinie“, sagte Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und verwies auf eine aktuelle Studie, die diese Prognose untermauert. Die DKG rechnet mit einem Stellenabbau von jedem zehnten Arbeitsplatz in der Branche – das wären rund 140.000 Jobs, wie ntv.de berichtet. Besonders betroffen wären kleinere Kliniken, die im Rahmen der Reform eigentlich erhalten oder umgewandelt werden sollten – doch die Kürzungen „ziehen den Standorten quasi den Boden unter den Füßen weg“, wie Gaß es formulierte. Die Zahlen sind alarmierend, doch sie sind nicht nur eine abstrakte Prognose: Die DKG geht davon aus, dass ohne Anpassungen der Reformpläne bis 2030 fast die Hälfte aller Krankenhausstandorte in Deutschland von Insolvenz bedroht sein könnte. „Übersetzt heißt das: Es ist damit zu rechnen, dass jede zweite Klinik pleitegeht“, so Gaß. Diese Warnung ist nicht neu, doch sie wird durch die aktuellen Berechnungen und die konkreten Auswirkungen der Reformpläne noch drängender.

Was die Gesundheitsreform eigentlich will – und warum sie jetzt scheitert

Was die Gesundheitsreform eigentlich will – und warum sie jetzt scheitert
Photo: Ntv
Die Reform zielt darauf ab, das Gesundheitssystem effizienter und spezialisierter zu gestalten. Statt der bisherigen Fallpauschalen sollen feste Vorhaltepauschalen eingeführt werden, um den wirtschaftlichen Druck auf Kliniken zu verringern. Zudem sollen medizinische Behandlungen in 65 bundesweit einheitliche Leistungsgruppen unterteilt werden, die an strenge Qualitätskriterien und Mindestfallzahlen geknüpft sind. Ziel ist es, medizinische Eingriffe an größeren Zentren zu bündeln, teure Doppelstrukturen abzubauen und die Behandlungsqualität zu steigern – ein Vorhaben, das die DKG grundsätzlich unterstützt. Doch der Teufel steckt im Detail: Die DKG warnt vor „planlosen Kürzungsmaßnahmen“, die den notwendigen Wandel gefährden. „Die planlosen Kürzungsmaßnahmen gefährden diesen notwendigen Wandel und die gesetzten Ziele“, betonte Gaß. Statt einer geordneten Reform über etwa zehn Jahre drohe nun ein Kollaps der Branche. „Ich bleibe dabei, dass wir künftig auf 400 bis 500 klassische Krankenhausstandorte verzichten könnten“, sagte Gaß – doch viele dieser Häuser würden die Kürzungen nicht überstehen. Die Reform soll die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten, vor allem durch Einsparungen bei Praxen, Kliniken und Herstellern. Doch die DKG kritisiert, dass die Einsparungen zu abrupt und unkoordiniert umgesetzt werden. Die Zeit berichtet, dass die Kürzungen insbesondere bei den Pflegeausgaben ansetzen, wo eine Obergrenze fehlt. „Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, ob nun zum Beispiel eine Intensivpflegekraft immer besser für zwei, zweieinhalb oder drei Patienten zuständig sein sollte. Das sind aus abstrakten Berechnungen abgeleitete Zahlen nach dem Prinzip: viel hilft viel“, beklagte Gaß.

Was jetzt passiert – und wer die Verantwortung trägt

DKG – Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. – Partner der Krankenhäuser
Am Montag, den 22. Juni 2026, findet im Bundestag eine Expertenanhörung zum Sparpaket statt. Die DKG fordert, die Reformpläne zu überarbeiten, um den Kollaps der Kliniken zu verhindern. „Die Koalition muss die Krankenhausreform nun auch wirken lassen“, sagte Gaß und zeigte sich zu Kompromissen bereit – etwa bei der Begrenzung der Pflegeausgaben. Doch die Zeit drängt: Die DKG warnt, dass ohne Anpassungen die Folgen bereits ab 2027 spürbar werden. Die Kritik an den Kürzungen kommt nicht nur von der DKG, sondern auch von Ländern und weiteren Vertretern des Gesundheitswesens. Die geplante Reform stößt auf heftigen Widerstand, weil sie die Finanzlage vieler Kliniken massiv belastet. Die Welt berichtet, dass die Kürzungen insbesondere bei den Erlösen ansetzen, die für den Betrieb der Kliniken entscheidend sind. „Die geplanten Einsparungen ziehen den Standorten den Boden unter den Füßen weg“, so Gaß. Die Frage ist nun: Wer trägt die Verantwortung, wenn die Prognosen der DKG eintreffen? Die Reform soll die Kassen entlasten, doch der Preis könnte ein massiver Stellenabbau und der Kollaps vieler Kliniken sein. Die DKG fordert eine Überarbeitung der Pläne – doch ob die Politik auf die Warnungen reagiert, bleibt offen.

Was kommt als Nächstes? Drei mögliche Szenarien

1. Anpassung der Reformpläne: Die DKG und andere Verbände könnten die Politik dazu bewegen, die Kürzungen zu mildern oder die Reform über einen längeren Zeitraum umzusetzen. Eine Begrenzung der Pflegeausgaben und eine Anpassung der Personalvorgaben wären mögliche Schritte. 2. Massive Insolvenzen und Stellenabbau: Sollten die Kürzungen wie geplant umgesetzt werden, droht ein Kollaps der Krankenhauslandschaft. Die DKG rechnet mit einem Stellenabbau von jedem zehnten Arbeitsplatz und einer hohen Ausfallwahrscheinlichkeit für fast die Hälfte aller Kliniken bis 2030. 3. Teilweise Umsetzung mit regionalen Unterschieden: Einige Kliniken könnten die Kürzungen überstehen, während andere in Insolvenz gehen. Die Reform könnte dann nur teilweise umgesetzt werden, mit starken regionalen Unterschieden in der Versorgung. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob die Politik auf die Warnungen der DKG reagiert – oder ob die Kliniken tatsächlich in eine Pleitewelle geraten. Eines ist klar: Die Reform steht vor einem Scheideweg. „Die planlosen Kürzungsmaßnahmen gefährden diesen notwendigen Wandel und die gesetzten Ziele“, so Gaß. Die Zeit für eine Korrektur ist jetzt.

Die DKG warnt vor einer Pleitewelle in der deutschen Krankenhauslandschaft – und fordert eine Überarbeitung der Reformpläne. Doch ob die Politik auf die Warnungen reagiert, bleibt offen.

Was kommt als Nächstes? Drei mögliche Szenarien

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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