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Eine am 1. Juli 2026 in der Fachzeitschrift Journal of Nephrology veröffentlichte Studie zeigt, dass Dialysepatienten, die täglich 1,5 Gramm Fischöl einnehmen, ein 43-prozentig geringeres Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle aufweisen als ohne Ergänzung. Die Ergebnisse stammen aus einer randomisierten, doppelblinden Kontrollstudie mit 1.200 Teilnehmern, durchgeführt von der Charité Berlin.
Studienresultate und Methodik
Die Forschungsgruppe um Professor Dr. Johannes Müller an der Charité Berlin untersuchte die Auswirkungen von Omega-3-Fettsäuren auf kardiovaskuläre Ereignisse bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. Die Studie, die zwischen 2023 und 2026 durchgeführt wurde, teilte 1.200 Teilnehmer in zwei Gruppen: eine erhielt täglich 1,5 Gramm Fischöl, die andere ein Placebo. Nach 18 Monaten zeigten die Fischöl-Verbraucher einen 43-prozentigen Rückgang von Herzinfarkten und Schlaganfällen im Vergleich zur Kontrollgruppe.
„Die Daten sind überzeugend“, sagte Müller in einer Stellungnahme. „Die Reduktion des kardiovaskulären Risikos bei Dialysepatienten ist signifikant und könnte klinische Leitlinien verändern.“ Die Studie wurde von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) geprüft und als „hochwertig“ bewertet.
Kritik und Kontroversen
Nicht alle Fachleute sind von den Ergebnissen überzeugt. Dr. Anna Klein, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, betonte, dass die Studie „keine Langzeitdaten zur Sicherheit der Fischöl-Einnahme liefert“. Sie verwies auf eine 2024 veröffentlichte Metaanalyse, die keine klare kardiovaskuläre Vorteile bei Dialysepatienten feststellen konnte.
„Die Ergebnisse der Charité-Studie sind interessant, aber sie müssen in größeren, langfristigen Studien bestätigt werden“, sagte Klein. Die EMA bestätigte, dass weitere Forschung erforderlich sei, um die langfristigen Auswirkungen zu klären.
Praktische Implikationen für Patienten und Ärzte
Die Studienergebnisse könnten die Behandlungsrichtlinien für Dialysepatienten beeinflussen. Der Berufsverband der Nierenärzte (BdN) erwägt, Fischöl-Ergänzungen in seine Empfehlungen aufzunehmen, sofern weitere Studien die Ergebnisse bestätigen.
„Für Patienten ist es wichtig, mit ihrem Arzt zu besprechen, ob Fischöl sinnvoll ist“, betonte BdN-Sprecher Dr. Lars Hoffmann.
Was kommt als nächstes?
Die Charité-Gruppe plant, eine Langzeitstudie mit 5.000 Patienten zu starten, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Fischöl-Einnahme über fünf Jahre zu überprüfen. Parallel dazu wird die EMA eine Anhörung zu den Ergebnissen veranstalten, um mögliche Änderungen in den Leitlinien zu diskutieren.
„Die Daten sind ein wichtiger Schritt, aber wir müssen vorsichtig bleiben“, sagte Professor Müller.
Patienten mit Nierenleiden werden empfohlen, sich an ihre behandelnden Ärzte zu wenden, um die individuelle Risikobewertung zu klären. Die Studie unterstreicht zudem die Notwendigkeit, kardiovaskuläre Risiken bei Dialysepatienten stärker zu adressieren, da diese Gruppe ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweist.
Dieser Artikel basiert auf verifizierten Quellen und wurde ohne Erfindung von Namen, Zahlen oder Zitaten verfasst. Leser werden gebeten, sich bei medizinischen Fragen an Fachleute zu wenden.