Deutschland scheitert im WM-Sechzehntelfinale 2026 gegen Paraguay mit 4:5 im Elfmeterschießen – und bricht damit die längste K.-o.-Serie seit dem WM-Titel 2014. Die DFB-Elf enttäuscht auf ganzer Linie, während Trainer Julian Nagelsmann nach dem Aus seine Zukunft offen lässt.
Ein VAR-Fehler und ein Elfmeterschießen: Warum Deutschland gegen Paraguay scheiterte
Deutschland ist bei der Fußball-WM 2026 in der ersten K.-o.-Runde ausgeschieden – und das trotz eines späten Ausgleichs von Kai Havertz. Im Sechzehntelfinale gegen Paraguay verlor die DFB-Elf nach 120 Minuten mit 1:1 und unterlag im Elfmeterschießen mit 4:5. Ein entscheidender VAR-Fehler, der ein Tor von Jonathan Tah nicht gab, und eine schwache Leistung im Elfmeterschießen besiegelten das Aus. „Ich habe nicht viel zu sagen, mir fehlen die Worte. Das war meine zweite WM, zum zweiten Mal haben wir reingeschissen. Alles, was ich sagen kann, ist: Entschuldigung“, sagte Havertz nach dem Spiel und brachte damit die Stimmung im deutschen Team auf den Punkt. Sportschau berichtet, dass der Ausfall nicht nur auf das Elfmeterschießen zurückzuführen ist, sondern auf ein durchwachsenes Turnier insgesamt.Der Weg ins Achtelfinale hätte eigentlich möglich sein sollen. Paraguay, ein Team ohne große Stars, setzte Deutschland unter Druck und profitierte von deutschen Fehlern. Schon in der 42. Minute erzielte Julio Enciso das 1:0 – ein Tor, das durch eine Fehlerkette des DFB-Teams entstand. Manuel Neuer fing einen Eckball nicht sicher, und die Abwehr ließ Enciso viel zu viel Raum. Havertz egalisierte zwar in der 54. Minute, doch die deutsche Mannschaft konnte den Sieg nicht mehr erzwingen. Stattdessen dominierte Paraguay in der Defensive und zwang Deutschland zu einem defensiv ausgerichteten Spiel, das kaum Chancen schuf. „Wir hatten die Kontrolle, aber der Punch hat gefehlt“, resümierte Nagelsmann später.

Die DFB-Elf als Totalausfall: Einzelkritik nach dem WM-Debakel
Die deutsche Mannschaft zeigte in fast allen Bereichen Schwächen. Manuel Neuer, sonst oft der Retter in der Not, musste in dieser Partie früh eingreifen und war nicht immer zur Stelle. Besonders kritisch war sein Verhalten beim ersten Gegentor: Statt den Eckball zu fangen, boxte er ihn weg – ein Fehler, der Enciso den Weg zum Tor ebnete. Joshua Kimmich, der Kapitän, hatte zwar die meisten Ballkontakte, konnte aber kaum gefährliche Aktionen einleiten. Sein Versatz ins Mittelfeld brachte keine Besserung. Jonathan Tah, der eigentlich als Hoffnungsträger galt, hatte seine größten Chancen im Elfmeterschießen – und vergab sie. Sein Tor in der Verlängerung wurde vom VAR nicht gegeben, obwohl die Entscheidung umstritten war. „Es wäre mehr möglich gewesen und wir hätten uns gerne mit Frankreich im Achtelfinale gemessen. So ist es natürlich viel zu wenig“, sagte Nagelsmann und unterstrich damit die Enttäuschung über das frühe Ende.
„Jetzt wieder zu enttäuschen, ist kein schönes Gefühl. Es scheint so, dass wir international nicht mehr erstklassig sind, schließlich kommt es in den Turnieren darauf an.
Auch die Abwehr zeigte Schwächen. Antonio Rüdiger, sonst ein Fels in der Brandung, konnte seine Stärken im Spielaufbau nicht ausspielen und war in der Defensive zwar sicher, aber nicht überzeugend. Nathaniel Brown und Aleksandar Pavlovic hatten beim Gegentor eine entscheidende Rolle: Statt Almiron zu decken, ließen sie Galarza frei, was zur Flanke und dem Tor von Enciso führte. Pavlovic, der zuletzt oft für zu wenig Körperlichkeit kritisiert wurde, zeigte sich zwar engagiert, aber unnötige Fouls belasteten die deutsche Mannschaft zusätzlich. „Das DFB-Team fand gegen Paraguay kein Rezept und das ist die eigentliche Überraschung“, fasst der Tagesspiegel zusammen.
Julian Nagelsmanns Zukunft steht auf dem Spiel
Das frühe Aus wirft Fragen über die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann auf. Nach dem Spiel betonte er zwar, dass er weitermachen wolle, ließ aber offen, ob der DFB ihn halten wird. „Das habe ich nicht in der Hand, aber ich stehe bereit, wenn man das möchte. Wenn das jemand nicht möchte, muss man mir das sagen“, sagte Nagelsmann. Die Diskussion über seine Zukunft ist jedoch bereits im Gange. Nagelsmanns Team hatte vor dem Spiel noch eine überraschende Entscheidung getroffen: Jamal Musiala wurde zunächst auf die Bank gesetzt, während Deniz Undav für mehr Wucht in der Offensive sorgen sollte. Doch dieser Plan funktionierte nicht – Undav kam kaum in Spielsituationen und wurde bereits in der zweiten Halbzeit ausgewechselt. „Die Enttäuschung ist extrem groß, weil wir eine sehr homogene Mannschaft haben“, erklärte Nagelsmann und verwies damit auf die strukturellen Probleme des Teams.
Die deutsche Mannschaft hatte seit dem WM-Titel 2014 keine K.-o.-Partie mehr gewonnen. Das frühe Aus gegen Paraguay ist damit das dritte Mal in Folge, dass Deutschland bereits in der Gruppenphase oder im Sechzehntelfinale scheitert. Die Frage ist nun, ob der DFB den Kurs von Nagelsmann fortsetzt oder einen Neuanfang wagt. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, sagte Havertz und brachte damit die Selbstkritik des Teams auf den Punkt. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der DFB an Nagelsmann festhält oder einen neuen Weg einschlägt.
Was kommt als Nächstes? Die Konsequenzen des WM-Ausfalls
Das frühe Aus hat nicht nur sportliche, sondern auch psychologische Konsequenzen. Die deutsche Mannschaft zeigt seit Jahren eine schwankende Leistung auf internationaler Bühne. Nach dem Aus gegen Paraguay wird die Diskussion über die Zukunft des deutschen Fußballs lauter. Die Frage ist, ob der DFB die strukturellen Probleme angeht oder weiterhin auf kurzfristige Lösungen setzt. Nagelsmanns Zukunft hängt davon ab, ob der Verband ihm noch vertraut – oder ob ein Wechsel ansteht.Für die Fans bleibt vorerst nur die Enttäuschung. „Wir hatten die Chance, uns mit Frankreich zu messen, und haben sie vertan“, sagte Nagelsmann. Die Hoffnung auf einen langen WM-Sommer ist damit vorbei – und die Frage, was als Nächstes kommt, bleibt offen.Die nächste Station für Deutschland wäre das Achtelfinale gewesen – doch stattdessen steht nun schon die Heimreise an. Die Analyse zeigt: Es war nicht nur ein schwaches Spiel, sondern ein strukturelles Problem, das der deutsche Fußball lösen muss.
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