Deniz Undav: Vom Joker zum entscheidenden Faktor

Deniz Undav hat sich in den ersten zwei Spielen des Turniers als die effektivste Waffe im Kader von Julian Nagelsmann etabliert. Der 29-jährige Stürmer vom VfB Stuttgart kam in Toronto in der 60. Minute auf den Platz und benötigte nur acht Minuten für den Volley-Ausgleich zum 1:1. In der vierten Minute der Nachspielzeit erzielte er dann den Siegtreffer aus der Drehung.
Laut LAOLA1 kommt Undav nach zwei Partien bereits auf drei Tore und zwei Vorlagen. Diese Quote rückt ihn ins Zentrum der Diskussion um die Startelf für das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador. Nagelsmann betonte nach dem Spiel, dass ein Startelfeinsatz des Stürmers „absolut im Bereich des Möglichen“ sei.
„Er ist einfach ein Vollblutstürmer“
Julian Nagelsmann, Bundestrainer
Undav selbst zeigt sich nach den zwei Siegen mit einer enormen Selbstsicherheit. Er betonte, dass er in jedem Spiel treffen könne und das wichtigste Ziel darin bestand, den aktuellen Flow der Mannschaft mitzunehmen.
„Ich kann in jedem Spiel treffen!“
Deniz Undav, Stürmer
Ivorische Effizienz gegen deutsche Dominanz

Während Deutschland das Spiel vor 43.036 Zuschauern weitgehend kontrollierte, bewies die Elfenbeinküste eine gefährliche Effizienz im Umschaltspiel. Die Ivorer trafen in der 30. Minute durch Kapitän Franck Kessie, nachdem Yan Diomande den Ball scharf in die Mitte geflankt hatte.
Die deutsche Mannschaft agierte nach dem Motto „Never change a winning team“. Wie sport.ORF.at berichtet, schickte Nagelsmann exakt dieselben elf Spieler ins Feld, die bereits beim 7:1-Sieg gegen Curacao gestartet waren. Im Gegensatz dazu setzte der ivorische Trainer Emerse Fae auf eine Strategie der Rotation und brachte fünf neue Spieler in die Startformation, darunter Amad Diallo.
Trotz der Dominanz im Ballbesitz und Chancen durch Kai Havertz und Jamal Musiala hatte die DFB-Elf Probleme mit den dynamischen Vorstößen der Gegenseite. In der Phase nach dem Seitenwechsel wäre Deutschland beinahe noch weiter zurückgefallen, da Kessie und Christ Oulai kurz hintereinander gefährliche Chancen vergaben. Erst die Dreifach-Auswechslung zur Stundenfrist mit Undav, Jamie Leweling und Nadiem Amiri brachte die nötige Dynamik zurück.
Verletzungssorgen um Nico Schlotterbeck
Der Sieg wird durch eine personelle Unsicherheit in der Defensive überschattet. Innenverteidiger Nico Schlotterbeck musste in der Halbzeitpause aufgrund einer Verletzung am linken Sprunggelenk ausgewechselt werden.
Die Situation ist laut sn.at ernst, da Schlotterbeck bereits im vergangenen Jahr fast ein halbes Jahr wegen eines Meniskusrisses im linken Knie ausgefallen war.
„Er hat irgendwas im Innenband, ich weiß noch nicht, was. Er muss morgen ins MRT, es sieht leider nicht ganz so gut aus“
Julian Nagelsmann, Bundestrainer
Der Stand in Gruppe E und die nächste Hürde
Mit sechs Punkten aus zwei Spielen hat Deutschland den Einzug in das Sechzehntelfinale vorzeitig fixiert. Damit ist die DFB-Elf nach den Gastgebern Mexiko und USA die dritte Mannschaft des Turniers, die sich bereits für die K.o.-Runde qualifiziert hat. Dies ist ein wichtiger psychologischer Erfolg, nachdem Deutschland bei den letzten beiden Endrunden in Russland und Katar bereits in der Gruppenphase ausgeschieden war.
Die aktuelle Tabellensituation in Gruppe E stellt sich wie folgt dar:
| Mannschaft | Punkte | Status |
|---|---|---|
| Deutschland | 6 | Qualifiziert |
| Elfenbeinküste | 3 | Im Rennen |
| Ecuador | 0 | Im Rennen |
| Curacao | 0 | Im Rennen |
Am kommenden Donnerstag trifft Deutschland auf Ecuador. Wie Der Standard berichtet, kann die DFB-Elf in diesem Spiel den Gruppensieg fixieren. Zeitgleich spielt die Elfenbeinküste gegen Curacao.
Ein individueller Meilenstein gelang in Toronto Manuel Neuer: Mit 21 Weltmeisterschaftseinsätzen ist er nun der Rekordhalter im Torwartsektor. Während Neuer im Ziel für Stabilität sorgte, bleibt die Frage, ob Nagelsmann die Startelf für das Finale der Gruppenphase anpasst, um Undav die Chance zu geben, seine Form von Beginn an zu nutzen.
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