Nach einer herben Wahlschlappe für Donald Trump bei den Kongresswahlen verloren die Republikaner am 5. November 2026 im US-Senat und im Repräsentantenhaus die Mehrheiten an die Demokraten.
Demokraten erobern den Senat und das Repräsentantenhaus
Die Zwischenwahlen brachten den Republikanern dramatische Verluste ein. Die Demokraten eroberten im Senat mindestens sieben Mandate und nahmen den Republikanern die dort bisher gehaltene Mehrheit ab.
Historische Erfolge verbuchten die Demokraten unter anderem in Texas, wo nach 38 Jahren wieder ein Senatssitz errungen wurde, sowie in Kansas.
Der Politikwissenschaftler Frank Sauer bezeichnete den Nimbus des US-Präsidenten als stark beschädigt und erklärte bei „Maybrit Illner, man habe den Höhepunkt der Macht von Donald Trump („Peak Trump) hinter sich gelassen. Auch der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sah die Autorität des Präsidenten in der Parteiführung schwinden. Er verwies darauf, dass sich J.D. Vance unmittelbar nach der Niederlage distanziert habe.
Die Demokraten triumphierten in beiden Kammern des Kongresses. Die Journalistin Souad Mekhennet betonte in der Sendung, dass der US-Präsident trotz des verlorenen Kongresses über weitreichende Befugnisse verfüge, sein Vetorecht einsetzen und die Arbeit des Kongresses ausbremsen könne.

Demgegenüber führte der ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen aus, dass durch die Niederlage nun Untersuchungen drohen, die über den Kongress bis hin zu Strafverfahren führen könnten. Um sich und sein Umfeld zu schützen, habe Trump der eigenen Familie bereits Schutz versprochen, ähnlich wie es zuvor Joe Biden mit seinem Sohn Hunter Biden getan habe.
Schärfste Vorwürfe vom ehemaligen US-General Ben Hodges
Besonders scharf äußerte sich der ehemalige Oberkommandierende der US-Armee in Europa, Ben Hodges, in der Sendung. Er kritisierte das Verhalten des Präsidenten offen und erklärte vor den Fernsehzuschauern:
Schwerer Rückschlag für Trump bei US-Zwischenwahlen: Demokraten erobern beide Kongresskammern US-Präsident Donald Trump und seine Republikaner haben bei den US-Zwischenwahlen („Midterms“) eine historische Niederlage erlitten und verlieren die Kontrolle über beide Kammern des… pic.twitter.com/fdW2XrAjP1
Wir hatten noch nie einen perfekten Präsidenten, aber es ist so peinlich, einen Präsidenten zu haben, der nicht nur selbst korrupt ist, sondern auch anderen die Möglichkeit gibt, korrupt zu sein
Darüber hinaus äußerte Hodges den Verdacht, dass der US-Präsident von dem russischen Staatschef Wladimir Putin unter Druck gesetzt werde. Er äußerte die Vermutung, Trump sei „gekauft worden“.”
In seinen weiteren Ausführungen erklärte Hodges, dem Präsidenten blieben nach den Entwicklungen zwei mögliche Wege: Entweder müsse er gestehen, dass er zu Putin gehöre, oder er versuche, die Situation so lange wie möglich hinauszuzögern, in der Hoffnung, dass ein eventueller Nachfolger ihn vor einer strafrechtlichen Verfolgung bewahren könne.
Debatte über Außenpolitik und künftige Eskalationen
Trotz der klaren Niederlage im Kongress warnten einige Diskutanten davor, den Präsidenten abzuschreiben. Der aus den USA zugeschaltete ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen betonte, dass Trump in der Außenpolitik weiterhin gefährlich bleibe und bei Blockaden im Inland versuchen könne, in Handels- oder echten Kriegen zu eskalieren.
Mit Blick auf den Iran schätzte Ben Hodges das Risiko einer unmittelbaren Wiederaufnahme von Kampfhandlungen durch den Präsidenten als geringer ein, da der Kongress sich dagegen stemmen werde. Jan van Aken von der Partei Die Linke plädierte für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch mit Teheran.
Während in Teheran nach der Niederlage von Trumps Republikanern eine gewisse Schadenfreude herrschte, diskutierte die Runde auch über die diplomatischen Initiativen rund um den Ukraine-Krieg. So traf im Rahmen der internationalen Bemühungen eine Ticker-Meldung in der Sendung ein, wonach Donald Trump von einem „sehr großen Deal mit Russlandspreche, welcher Fragen bezüglich der europäischen Beteiligung aufwarf.

Kritik an deutscher Regierungspolitik im Studio
Innenpolitische Reibungspunkte gab es im Studio bezüglich des Auftretens der Bundesregierung. Jan van Aken warf Friedrich Merz vor, sich gegenüber der MAGA-Bewegung „rangewanzt“ und „viel zu devot“ verhalten zu haben.
Norbert Röttgen wies diese Kritik zurück und äußerte sich bei Maybrit Illner zur Rolle Deutschlands und Berlins diplomatischem Vorgehen.””
Die Demokraten übernehmen im US-Kongress das Steuer. Für Donald Trump heisst das: mehr Untersuchungen, härtere Budgetkämpfe und weniger freie Hand bei Richter- und Regierungsbesetzungen. https://t.co/sjK74JtmVl pic.twitter.com/Krkl3R9dXr