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Demand for cruises appears undimmed despite hantavirus and other onboard outbreaks

Die Cruise Lines International Association prognostizierte Mitte April 2026 einen Anstieg der Passagierzahlen auf 38,3 Millionen Menschen in diesem Jahr. Trotz tödlicher Hantavirus-Fälle an Bord der MV Hondius und Norovirus-Ausbrüchen in Frankreich bleibt die Nachfrage nach Kreuzfahrten hoch. Der Anbieter Viking meldete bereits eine Auslastung von 92 Prozent für seine Reisen im Jahr 2026.

Tödliche Verläufe auf der MV Hondius und Ausbrüche in Europa

Die aktuelle gesundheitliche Lage in der Kreuzfahrtindustrie ist durch zwei gegensätzliche Dynamiken geprägt: eine klinisch ernsthafte Situation an Bord einiger Schiffe und eine nahezu vollständige Ignoranz dieser Risiken seitens der Konsumenten. Besonders besorgniserregend sind die Meldungen über die MV Hondius, ein Schiff der Reederei Oceanwide Expeditions. Berichten zufolge starben drei Passagiere an den Folgen einer Hantavirus-Infektion, nachdem das Schiff einen Stopp in Argentinien eingelegt hatte.

Parallel zu diesen schweren Fällen gibt es Berichte über weniger tödliche, aber dennoch disruptive Ausbrüche. Ein britisches Kreuzfahrtschiff, das in Bordeaux, Frankreich, anlegte, verzeichnete kürzlich einen Ausbruch des Norovirus. Während Noroviren in geschlossenen Räumen wie Schiffen aufgrund ihrer hohen Kontagiosität bekannt sind, stellt die Kombination mit schwereren viralen Erkrankungen wie dem Hantavirus eine gesundheitspolitische Herausforderung dar.

Aus medizinischer Sicht ist die Situation auf der MV Hondius besonders relevant, da Hantaviren oft durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen werden, was die Frage nach den hygienischen Bedingungen bei Landgängen und an Bord aufwirft. Dennoch scheinen diese gesundheitlichen Vorfälle kaum Auswirkungen auf das Buchungsverhalten der breiten Masse zu haben.

Marktdaten belegen eine ungebrochene Reisebereitschaft

Die statistischen Daten der Branche widersprechen der Annahme, dass Gesundheitsrisiken die Reiseentscheidungen der Kunden maßgeblich beeinflussen. Die Cruise Lines International Association, ein Branchenverband, veröffentlichte Mitte April eine Jahresprognose, die ein deutliches Wachstum vorsieht. Demnach werden in diesem Jahr schätzungsweise 38,3 Millionen Menschen auf Hochseeschiffen reisen. Dies entspricht einer Steigerung von 4 Prozent gegenüber dem bereits rekordverdächtigen Vorjahr, in dem 37,2 Millionen Passagiere registriert wurden.

Einzelne Unternehmen bestätigen diesen Trend durch konkrete Buchungszahlen. Die Reederei Viking gab an, dass bereits 92 Prozent ihrer Kreuzfahrten für das Jahr 2026 und 38 Prozent für das Jahr 2027 ausgebucht sind. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Planungssicherheit der Unternehmen trotz der aktuellen Schlagzeilen über Virusausbrüche stabil bleibt.

Interessanterweise verhalten sich die großen Marktteilnehmer wie Royal Caribbean, Norwegian und Carnival in dieser Angelegenheit zurück. Auf Anfragen der Associated Press zu den Auswirkungen der Ausbrüche auf die Kundennachfrage reagierten diese Unternehmen nicht. Diese Stille lässt sich als Strategie interpretieren, keine Aufmerksamkeit auf die gesundheitlichen Vorfälle zu lenken, während die allgemeinen Markttrends weiterhin positiv verlaufen.

Die psychologische Resistenz der Kreuzfahrt-Konsumenten

Die Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen Risiko – wie den Todesfällen auf der MV Hondius – und der Kaufbereitschaft der Kunden ist ein Phänomen, das Experten als psychologische Resistenz einordnen. Rob Kwortnik, außerordentlicher Professor an der Nolan School of Hotel Administration der Cornell University, beobachtet die Branche genau. Er beschreibt die Reaktion der Kunden auf negative Nachrichten mit einem prägnanten Vergleich:

Der Kreuzfahrtkonsument scheint gewissermaßen teflonbeschichtet zu sein, wenn es um Geschichten wie diese geht.

Rob Kwortnik, Associate Professor an der Cornell University

Diese Teflon-Mentalität bedeutet, dass negative Informationen über Krankheitsausbrüche an den Konsumenten abperlen, ohne dessen Reiseabsichten zu ändern. Diese Beobachtung wird durch Aussagen von Vielreisenden gestützt. Jenni Fielding, die unter dem Pseudonym Cruise Mummy über Kreuzfahrten bloggt und Videos veröffentlicht, erklärte, dass der Ausbruch ihre Pläne nicht beeinflusse.

Ich habe acht Kreuzfahrten gebucht und werde definitiv weitere buchen.

Jenni Fielding, Reisebloggerin

Aus analytischer Sicht zeigt dies, dass das Erlebnisgut Kreuzfahrt eine so starke emotionale Bindung oder einen so hohen wahrgenommenen Wert besitzt, dass moderate bis schwere gesundheitliche Risiken in der individuellen Risikoabwägung der Kunden untergehen.

Unternehmensreaktionen und operative Kontinuität

Die Reedereien reagieren auf die Vorfälle mit einer Strategie der Normalisierung. Oceanwide Expeditions, die Eigentümerin der MV Hondius, gab an, keine Änderungen an ihrem Betrieb zu erwarten. Die operative Kontinuität wird priorisiert; so ist beispielsweise eine Kreuzfahrt geplant, die am 29. Mai von Keflavik, Island, aus startet.

Während die Branchenverbände wie die Cruise Lines International Association sich weigern, zu konkreten Buchungsänderungen im Zusammenhang mit der MV Hondius zu spekulieren oder zu kommentieren, bleibt die allgemeine Strategie der Industrie die Betonung des Wachstums. Die Tatsache, dass die Auslastungsraten bei Anbietern wie Viking so hoch bleiben, deutet darauf hin, dass das Vertrauen in die sanitären Protokolle der Schiffe – oder die Gleichgültigkeit gegenüber deren Versagen – überwiegt.

Für die Gesundheitspolitik bleibt die Frage offen, inwieweit die Überwachung von Infektionskrankheiten auf internationalen Gewässern ausreicht, wenn die wirtschaftliche Dynamik die Vorsicht der Reisenden überlagert. Die Kombination aus Noroviren in europäischen Häfen und Hantaviren in Südamerika zeigt die globale Exponiertheit der Passagiere.

Bitte konsultieren Sie bei Fragen zu Symptomen oder Präventionsmaßnahmen gegen Hantaviren und Noroviren Ihren zuständigen Gesundheitsdienstleister.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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