Der Dax schloss am Freitag mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 25.181 Punkten und rutschte unter die 21-Tage-Linie. Laut n-tv.de verstärkten enttäuschende Konjunktursignale aus Frankreich sowie hohe Energiepreise und Zweifel an den milliardenschweren KI-Investitionen den Druck auf die Anleger zum Wochenschluss.
Nach einem schwachen Vortag blieb der deutsche Leitindex am Freitag unter Druck. Auf Wochensicht verlor der Dax 1,7 Prozent, während der MDax der mittelgroßen Werte ebenfalls um 0,7 Prozent auf 29.876 Zähler nachgab, wie n-tv.de berichtet.
Zweifel an KI-Investitionen und Kursrutsch bei Chip-Plänen
Anleger bekommen laut Andreas Lipkow von CMC Markets angesichts hoher Bewertungen im US-Technologiesektor zunehmend kalte Füße. Dabei geht es längst nicht mehr um die grundsätzlichen Wachstumsperspektiven Künstlicher Intelligenz. Im Fokus steht stattdessen die Frage, ob sich die milliardenschweren Investitionen der Hyperscaler in Rechenzentren und Halbleiter jemals in entsprechende hohe Gewinne verwandeln lassen, so n-tv.de.
Zusätzliche Dämpfer lieferten die Quartalszahlen der Facebook-Mutter Meta Platforms, die einen negativen Cashflow offenlegen musste. Als schlechtes Omen werteten Marktteilnehmer zudem die Schlagzeilen um SK Hynix. SK Hynix, der aus Südkorea stammende, global zweitgrößte Produzent von Speicherchips, hat sein Vorhaben für einen US-Börsengang der entsprechenden Chipsparte vorerst aufgeschoben.

Hohe Energiepreise und politische Sorgen in Frankreich
Für zusätzlichen Gegenwind sorgten laut n-tv.de die anhaltend hohen Energiepreise. Die Sorte Brent notierte bei 114 Dollar je Fass. Händler betonen, dass hohe Energiepreise sich tief durch die Lieferketten fressen und die Inflation antreiben. Die leichte Entspannung bei den Anleiherenditen werten Marktteilnehmer dabei eher negativ als Zeichen für eine Flucht in sichere Häfen aus dem Aktienmarkt.
Hinzu kamen Sorgen aus Frankreich. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global zeigt, dass sich die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im Oktober überraschend deutlich eingetrübt hat. Belastet wird die Wirtschaft demnach vom Inflationsdruck und den Sorgen um den französischen Staatshaushalt. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sieht in der Protestwelle in Frankreich ein wachsendes Konjunkturrisiko.
Die Zinsdifferenz zwischen französischen und deutschen zehnjährigen Staatsanleihen liegt mit 169 Basispunkten auf einem Niveau wie zu Zeiten der Schuldenkrise. Marktteilnehmer richten ihren Blick zudem auf das von der Agentur Moody’s für den Abend angekündigte neue Länder-Rating, das eine Abstufung der französischen Bonität bringen könnte.
MTU Aero Engines unter den Dax-Verlierern
Im Dax zählte MTU Aero Engines mit einem Minus von rund 5,0 Prozent zu den größten Verlierern. Auslöser war ein Kurseinbruch von Safran in Paris um über acht Prozent. Zwar lagen die Geschäftszahlen von Safran im Rahmen der Erwartungen, doch der Bereich Antriebssysteme verfehlte die Prognose, was massiv auf andere Triebwerkshersteller und auch auf Rolls-Royce in London drückte.
Stützend wirkten dagegen defensive Werte. Fresenius Medical Care (plus 2,9 Prozent), Beiersdorf (plus 2,0 Prozent) sowie Fresenius (plus 1,4 Prozent) sicherten sich die vordersten Plätze im Dax. Jürgen Molnar (RoboMarkets) und Thomas Altmann (QC Partners) erklärten übereinstimmend als Marktstratege beziehungsweise Analyst, dass an den Aktienmärkten inzwischen mehr als bloß positive Meldungen gefragt seien; vielmehr verlangen Investoren nun belastbare Beweise für stetiges Wachstum sowie eine Entschärfung der zentralen Risikofaktoren.
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