Asiatische Aktienmärkte gaben am Dienstag nach, angetrieben von geopolitischen Risiken im Nahen Osten und Europa sowie wachsenden Zweifeln an der Rentabilität von KI-Infrastrukturinvestitionen. Der südkoreanische KOSPI verzeichnete mit einem Minus von 3,92 Prozent die schwersten Verluste der Region, während der Tokioter Nikkei-Index um 0,98 Prozent nachgab.
Kursverluste an den Börsen in Seoul und Tokio
Die asiatischen Handelsplätze gerieten am Dienstag massiv unter Druck. Südkorea führte die regionalen Verluste an, wobei der KOSPI um 3,92 Prozent einbrach, wie berichtet wurde. In Japan gab der Nikkei-Index um 0,98 Prozent nach und schloss bei 64.512 Punkten, während Investoren sich im Vorfeld anstehender Quartalsbilanzen großer US-Technologiekonzerne vorsichtig zeigten.
Besonders Technologiewerte und Halbleiterhersteller litten unter der Marktstimmung. Ein prominentes Speicherchip-Schwergewicht in Seoul verlor 3,5 Prozent und steuerte auf den tiefsten Schlussstand seit April zu. Zusätzlichen Gegenwind brachte das Börsendebüt von Elice Group, einem südkoreanischen Infrastrukturanbieter für KI-Rechenzentren. Die Aktie startete mit einem Abschlag von 16 Prozent unter ihrem Ausgabepreis in den Handel und weitete die Verluste im Tagesverlauf auf fast 30 Prozent aus, nachdem das Unternehmen zuvor über eine Kapitalaufnahme von 201.1 billion won (entsprechend 151.12 Millionen US-Dollar) finanziert worden war.

Geopolitische Unruhen und steigende Ölpreise belasten das Investorenklima
Neben den Technologiesorgen drückten geopolitische Brandherde auf die Risikobereitschaft der Anleger.
Die Entwicklungen trieben auch die Rohölpreise nach oben. Marktteilnehmer wogen die Konflikte im Nahen Osten gegen die Unsicherheit über eine mögliche Lockerung der US-Sanktionen gegen russische Energieträger ab. Ein von US-Präsident Donald Trump unterzeichnetes Dekret hatte zuvor zentrale Russland-Sanktionen und Importzölle ausgesetzt, darunter Abgaben auf russische Waren und Strafmaßnahmen für den Erwerb von Öl und Gas. Trump erklärte jedoch, eine endgültige Entscheidung stehe noch aus, während US-Außenminister Marco Rubio anmerkte, die Prüfung der wirtschaftlichen Auswirkungen könne bis zu 60 Tage in Anspruch nehmen. Im asiatischen Handel stieg die Nordseesorte Brent um 0,08 Prozent auf 109.64 US-Dollar je Barrel, während US-Öl um 0,18 Prozent auf 103.85 US-Dollar zulegte.
Tech-Konzerne veröffentlichen Quartalszahlen
Der Blick der Märkte richtet sich nun auf die anstehenden Quartalszahlen von Technologiekonzernen wie Meta, Tesla, Netflix und SpaceX. Goldman Sachs hatte zuvor geschätzt, dass fünf führende KI-Unternehmen ihre gemeinsamen Investitionsausgaben im kommenden Jahr auf rund 1,2 Billionen US-Dollar erhöhen könnten, was die Debatte über die Rentabilität dieser Summen weiter anheizt.
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