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Unternehmen

Indonesische Aktienmärkte stürzen um elf Prozent

Der indonesische Aktienmarkt hat am Freitag, den 16. Oktober 2026, den stärksten Kurseinbruch seit Januar 1998 verzeichnet, nachdem der Indexanbieter MSCI Inc. droht, das Land aus seinen globalen Indizes zu werfen und als eigenständigen Markt einzustufen.

Die Märkte in Jakarta reagierten mit Panik auf die Ankündigung von MSCI, die den Leitindex um mehr als elf Prozent einbrechen ließ und zeitweise den Handel stoppte gemäß Berichten von Reuters. Der Kursrutsch markiert die schwersten Tagesverluste seit der Asienkrise vor 28 Jahren und drückt den ohnehin schwächsten Aktienmarkt des Jahres noch tiefer ins Minus. In den Handelspausen und an den Schaltern der Broker herrschte Ausnahmezustand, während Investoren versuchten, ihre Papiere abzustoßen.

Indonesische Aktien brachen an jenem Freitag um mehr als elf Prozent ein, während die Landeswährung stark an Wert verlor. Der Eröffnungskurs des Leitindex in Jakarta stürzte zunächst um acht Prozent ab, was eine dreißigminütige Handelspause auslöste, bevor sich die Verluste weiter ausweiteten. Der Index fiel nach Wiederaufnahme des Handels um bis zu elf Prozent und steuerte auf den stärksten Einbruch an einem einzigen Tag seit Januar 1998 zu.

Auch die Rupiah geriet massiv unter Druck und schwächte sich auf 18.070 pro US-Dollar ab, was den niedrigsten Stand seit Anfang August darstellt und sich dem historischen Tiefstwert von 18.190 nähert. Die Landeswährung gab damit rund acht Prozent nach, obwohl die Zentralbank Bank Indonesia ihre Bereitschaft bekräftigte, die Stabilität der Rupiah zu sichern. Der Leitindex in Jakarta ist im Laufe des Jahres 2026 um etwa 39 Prozent gefallen, womit der Aktienmarkt der Region als der leistungsschwächste gilt.

Indonesische Aktienmärkte stürzen um elf Prozent
Foto: thestar.com.my

MSCI droht mit Herabstufung zum Standalone-Markt.

Hintergrund der Eskalation ist eine im Oktober 2026 veröffentlichte Mitteilung des Indexanbieters MSCI, wonach Indonesiens bisheriger Status als Schwellenmarkt nicht mehr angemessen sei berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Anbieter plant, das Land nicht einmal nur auf den Status eines Grenzmarktes herabzustufen, sondern es als eigenständigen Markt ohne Zuordnung zu den Standard-Indizes zu führen. Laut MSCI bestehen weiterhin erhebliche Bedenken hinsichtlich der Marktintegrität, darunter unklare Eigentümerstrukturen und der Verdacht auf koordinierte Handelsmanipulationen. Eine Konsultation zu diesem Schritt läuft bis zum 30. April 2027, bevor Ende Juni 2027 die endgültige Entscheidung fallen soll.

Die geplante Neueinstufung würde die größte Volkswirtschaft Südostasiens aus der Kategorie der Schwellenländer herauslösen, die Zwischenstufe der Grenzmärkte komplett überspringen und sie in dieselbe Gruppe wie Länder wie Jamaika, Panama und Palästina einreihen, in der sich in Asien ansonsten kein weiterer Staat befindet.

Indonesian Stocks Sink as MSCI Mulls Downgrade

Daher betrachtet MSCI die fortgesetzte Einordnung Indonesiens als Schwellenmarktwirtschaft nicht mehr als angemessen.

Milliardenabflüsse und Rekordverluste an der Börse Jakarta.

Sollte der Ausschluss Realität werden, müssten passive Fonds, die sich an den MSCI-Schwellenlandindizes orientieren, sämtliche indonesischen Aktien abstoßen. UBS schätzt das Volumen reiner Passivabflüsse auf rund 4 Milliarden US-Dollar, während aktive Manager weitere 15 Milliarden US-Dollar abziehen könnten. International angelegte Fonds haben im laufenden Jahr 2026 bereits indonesische Aktien im Wert von 4,7 Milliarden US-Dollar netto verkauft laut Analysen von Bloomberg.

Die anhaltenden Unruhen an den Märkten und die drohende Herabstufung verdeutlichen das nachlassende Vertrauen in die Investierbarkeit des Marktes. In anderen Teilen Asiens zeigte sich hingegen ein gemischtes Bild: Südkoreanische Aktien erholten sich um 2,5 Prozent, nachdem sie in der vorherigen Handelssitzung über sieben Prozent eingebüßt hatten. Titel in Taiwan und Singapur legten jeweils um etwa ein Prozent zu, während Aktien in Malaysia leichte Verluste verzeichneten.

Reaktionen der Regierung und Strafen der Finanzaufsicht.

Indonesische Behörden hatten im April erklärt, sie hätten weitreichende Reformen abgeschlossen, um eine Herabstufung genau abzuwenden. Nach Einschätzung von MSCI reichen die angekündigten Reformen jedoch nicht aus. Zu den von Jakarta angekündigten Maßnahmen zählten eine erweiterte Offenlegung von Aktionären mit Beteiligungen von über einem Prozent, detailliertere Anlegerklassifizierungen und ein Fahrplan für eine Mindeststreubesitzquote von 15 Prozent. MSCI betonte jedoch, dass Investoren eine konsequente Umsetzung und den Nachweis sehen müssen, dass die Maßnahmen die Marktfunktion tatsächlich verbessern.

Im Juni hatte MSCI eine Entscheidung über den Status des Landes noch verschoben, um zusätzliche Zeit zur Beurteilung der Transparenzmaßnahmen zu gewinnen. Im Zuge der aktuellen Ankündigung vom Donnerstag erklärte MSCI zudem, dass ein Einfrieren bestimmter Indexänderungen bei indonesischen Wertpapieren bis auf Weiteres aufrechterhalten wird. Im Gegensatz zu MSCI hatte FTSE Russell den Status indonesischer Aktien als Schwellenland erst Anfang des Monats nach Gesprächen mit lokalen Behörden erneut bestätigt.

Im Zuge der Krisengespräche beriefen sich hochrangige Beamte, darunter der Finanzminister und der Zentralbankgouverneur, auf dringende Abstimmungen, während das Büro von Finanzminister Suahasil Nazara, der dem Finanzstabilitätsausschuss vorsteht, zunächst keine Stellungnahme abgab.

Ein Sprecher von Pictet Asset Management, Tan Altundag, kommentierte, dass der Vorschlag die Unzufriedenheit des Indexanbieters mit dem Tempo der Reformen unterstreiche und die Investierbarkeit des Marktes grundlegend infrage stelle.

Die Berichterstattung zu den Entwicklungen in Jakarta und Singapur erfolgte durch ein Korrespondententeam bestehend aus Ankur Banerjee, Tom Westbrook, Stefanno Sulaiman, Ananda Teresia, Stanley Widianto und Fransiska Nangoy, mit weiterer Unterstützung durch Rajasik Mukherjee.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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