Felix von Jascheroff verlässt nach 25 Jahren die RTL-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Der 43-jährige Schauspieler, der seit 2001 die Rolle des John Bachmann verkörpert, kündigte seinen Ausstieg auf eigenen Wunsch, um sich neuen beruflichen Projekten zu widmen. Sein letzter Drehtag in den UFA-Studios wird für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet.
Ein Vierteljahrhundert im Berliner Kiez ist in der Welt der Daily Soaps eine Ewigkeit. Seit seinem ersten Auftritt am 25. Juli 2001 in der Folge 2277 hat Felix von Jascheroff die Entwicklung von John Bachmann über mehr als 6.000 Episoden hinweg begleitet. Dass er nun den Schlussstrich zieht, kommt für viele Fans überraschend, ist aber aus Sicht der Karriereplanung ein logischer Schritt. Wie RTL.de berichtet, verlässt der Publikumsliebling die Serie auf eigenen Wunsch.
Das Timing des Abschieds ist jedoch tückisch. Aufgrund des massiven Produktionsvorlaufs der UFA Serial Drama in Potsdam-Babelsberg werden die Zuschauer den Ausstieg erst mit einer erheblichen Verzögerung spüren. Während Jascheroff die Studios voraussichtlich bereits Anfang 2027 verlässt, wird seine Figur im Fernsehen und auf RTL+ voraussichtlich noch weit in das Jahr 2027 hinein zu sehen sein.
Monatsgagen und der goldene Käfig der Soap-Verträge
cluster (priority): RTL Media Hub
Hinter den Kulissen einer Erfolgsserie wie „GZSZ“ stehen finanzielle Anreize, die weit über dem Branchendurchschnitt liegen. Doch diese Sicherheit hat ihren Preis. Laut Informationen, die Blick veröffentlicht hat, verdiente von Jascheroff monatlich zwischen 10.000 und 11.000 Euro. Damit gehört er zur finanziellen Elite der Serie, auch wenn er von Kollegen wie Jörn Schlönvoigt (ca. 12.000 Euro) und dem Urgestein Wolfgang Bahro (14.000 bis 15.000 Euro) übertroffen wird.
Interessant ist der Vergleich zu anderen Produktionen: Die Gagen bei „GZSZ“ liegen schätzungsweise 30 Prozent über denen von Schauspielern in Formaten wie „Alles was zählt“ oder „Unter uns“. Doch genau hier setzt das Phänomen des „goldenen Käfigs“ an.
Strenge Präsenzpflicht: Drehtage von Montag bis Freitag, oft mit Beginn in der Maske bereits um sieben Uhr morgens.
Kontrollierte Absenzen: Urlaub und die Teilnahme an externen TV-Projekten müssen zwingend mit der Produktion abgestimmt und genehmigt werden.
Opportunitätskosten: Eine einzelne Werbekampagne kann finanziell lukrativer sein als ein kompletter Monatslohn an der Serie.
Für einen Schauspieler in den Vierzigern kann diese Stabilität zur Stagnation werden. Die Sicherheit des monatlichen Gehalts wiegt irgendwann weniger als die Freiheit, eigene Projekte zu steuern.
Ein Krimi-Abschied: John Bachmann im Visier der Ermittler
Das sind die niedrigsten Gagen im Dschungelcamp 2026
Die narrative Gestaltung des Ausstiegs lässt keinen Raum für einen ruhigen Abschied. Jascheroffs Figur befindet sich derzeit im Zentrum eines der dramatischsten Plots der letzten Jahre. Nach dem mysteriösen Tod von Zoe Vogt, mit der John ein gemeinsames Kind hat, ist er der Hauptverdächtige in einem Mordfall.
Wie der RTL Media Hub detailliert, kämpft John Bachmann in einem „emotionalen Albtraum“ um seine Freiheit und seinen Ruf. Dass der reale Abschied des Schauspielers mit einer solchen Hochspannungsphase zusammenfällt, ist kein Zufall, sondern Teil einer strategischen Abschiedsgeschichte.
„Der Abschied von GZSZ fällt mir natürlich nicht leicht, denn die Serie und das Team sind wie eine Familie für mich. Umso mehr freue ich mich, dass wir den Zuschauerinnen und Zuschauern zum Abschied aktuell mit der Geschichte um Zoes Tod und im weiteren Verlauf eine absolute Spitzenstory bieten werden: Eine richtig große Geschichte, die meiner Rolle und den vielen Jahren gerecht werden wird.“
Felix von Jascheroff, Schauspieler
Die Auflösung des Falls und der finale Abgang von John Bachmann werden somit zu einem Ereignis, das die Zuschauer bis weit in das nächste Jahr binden soll.
Reality-TV und die Jagd nach kurzfristigen Einkünften
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Während die offiziellen Statements von „neuen beruflichen Projekten“ sprechen, zeichnet die Berichterstattung von GALA ein spezifischeres Bild. Aus dem privaten Umfeld des Schauspielers wird berichtet, dass er sich künftig verstärkt auf Produktionen konzentrieren möchte, mit denen man „kurzfristig gutes Geld verdienen“ kann.
Dazu zählen insbesondere lukrative Show-Formate und Reality-TV-Produktionen. Dieser Strategiewechsel ist bezeichnend für die aktuelle Medienlandschaft: Weg von der langfristigen, linear gebundenen Anstellung in einer Daily Soap, hin zu projektbasierten, hochbezahlten Kurzzeit-Engagements.
Der Verzicht auf das sichere monatliche Einkommen von über 10.000 Euro ist ein Risiko, doch die Flexibilität und die Möglichkeit, durch einzelne Formate massive Summen zu generieren, scheinen für den 43-Jährigen attraktiver zu sein als die Routine in den Babelsberg-Studios.
Für „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ bedeutet dieser Verlust das Ende einer Ära. Gemeinsam mit Legenden wie Wolfgang Bahro und Ulrike Frank prägte Jascheroff über zwei Jahrzehnte das Gesicht der Serie. Sein Weggang hinterlässt eine Lücke in einem Ensemble, das durch seine Konstanz besticht. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Produktion die Rolle des John Bachmann auflöst und ob die versprochene „Spitzenstory“ den hohen Erwartungen der Fans gerecht wird.
Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.
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