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Technik und Wissenschaft

Das ausgediente NASA-Weltraumteleskop Swift steht vor seinem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre

Das ausgediente NASA-Weltraumteleskop Swift steht vor seinem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, der nach Berechnungen der Aerospace Corporation für den 4. November 2026 gegen 10:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit erwartet wird. Nach fast 22 Jahren im All und über 2.000 registrierten Gammastrahlenausbrüchen verlor der rund 1,5 Tonnen schwere Satellit durch erhöhte Sonnenaktivität kontinuierlich an Höhe, bis der wissenschaftliche Betrieb am 20. Oktober 2026 eingestellt wurde.

Gescheiterte Rettungsmission und atmosphärischer Abstieg

Ein unbemanntes Schleppraumschiff namens „Link“ des US-Unternehmens Katalyst Space Technologies sollte das Teleskop anheben, doch nach Problemen mit der Flugsteuerung geriet der Satellit ins Trudeln. Die Ingenieure konnten die Sonde zwar teilweise wieder steuern, den Rettungsversuch im August jedoch nicht mehr erfolgreich fortführen. Die Mission musste abgebrochen werden, und der Rettungssatellit verglühte im September 2026 in der Atmosphäre. Swift selbst hatte nach dem Abbruch der Rettungsmission Ende August seine wissenschaftlichen Beobachtungen wieder aufgenommen, bevor die NASA am 20. Oktober 2026 den wissenschaftlichen Betrieb beendete.”

Da das Teleskop über keine eigenen Antriebselemente zur Bahnanhebung verfügte, beschleunigte die starke Sonnenaktivität der vergangenen Jahre den Sinkflug des Observatoriums massiv. Der erhöhte Luftwiderstand in den oberen Schichten der Erdatmosphäre bremste den Satelliten kontinuierlich ab, sodass seine Umlaufbahn seit Jahren schrumpfte. John Nousek, Astronom an der Pennsylvania State University, fasste die Situation mit den Worten zusammen: „Wir wussten schon vor dem Start, dass dieser Tag kommen würdeund „Zumindest in einer niedrigen Erdumlaufbahn muss alles, was nach oben steigt, auch wieder herunterkommen. Und dieses Ende ist katastrophal.

NASA-Teleskop stürzt nach 22 Jahren auf die Erde zurück

Mögliche Trümmerteile und wissenschaftliche Bilanz

Nach Angaben des wissenschaftlichen Leiters der Mission, Brad Cenko, wird der größte Teil des rund 1,5 Tonnen schweren Satelliten beim Wiedereintritt durch die enorme Reibungshitze verglühen. Allerdings könnten einige schwere Bauteile, darunter Teile der Spiegelelemente sowie Komponenten aus dem besonders dichten Wolfram, den Wiedereintritt überstehen und auf die Erde fallen. Überlebende Wrackteile werden höchstwahrscheinlich ins Meer stürzen.

Das am 20. November 2004 gestartete und ursprünglich für zwei Jahre ausgelegte Observatorium registrierte im Laufe seiner fast 22-jährigen Einsatzzeit mehr als 2.000 Gammastrahlenausbrüche. Es half entscheidend dabei nachzuweisen, dass bei Kollisionen von Neutronensternen schwere Elemente wie Gold und Platin entstehen, und dokumentierte im Oktober 2022 das Nachglühen des stärksten jemals gemessenen Gammablitzes namens GRB 221009A. Nach dem Ende der Beobachtungen bleibt von der Mission vor allem ein riesiges Datenarchiv, mit dem Forschende noch lange arbeiten werden.

Das ausgediente NASA-Weltraumteleskop Swift steht vor seinem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre
Foto: NewsFlix

Parallelen zum Hubble-Weltraumteleskop

Das Schicksal von Swift rückt auch das Hubble-Weltraumteleskop in den Fokus, das seit 1990 in einer Höhe von knapp 500 Kilometern über der Erde kreist. Auch Hubbles Umlaufbahn sinkt langsam ab, da der dortige Luftwiderstand in den oberen Schichten der Erdatmosphäre ebenfalls wirkt und die Bahn seit Jahren schrumpft. Um Hubble vor demselben Schicksal zu bewahren, wälzt die NASA derzeit Rettungspläne und prüft, ob private Raumfahrtunternehmen den Orbit des Teleskops anheben und eine sichere Bahnkorrektur nach oben durchführen könnten. Eine finale Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen, da dies von Machbarkeit, Risiko und den Kosten abhängt.

Unser früherer Bericht: NASA-Teleskop Swift stürzt nach gescheiterter Rettung bald auf Erde

NASAs Swift stürzt zur Erde. Wo werden die Trümmer landen?
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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