Mit fast 59 Millionen bereits abgegebenen Stimmen und mehr als 1,48 Milliarden Dollar an Wetteinsätzen haben in den USA am 3. November 2026 die entscheidenden Kongresswahlen begonnen. Diese Zwischenwahlen gelten als historisches Referendum über die Politik von US-Präsident Donald Trump.
Bis kurz vor Öffnung der Wahllokale zählte das Election Lab der University of Florida knapp 58,7 Millionen vorgezogene Stimmabgaben. Die ersten Wähler kamen in den frühen Morgenstunden zusammen. Sie stimmten über alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat ab. Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket verzeichnen ein Rekordvolumen von über 1,48 Milliarden Dollar. Das macht den Urnengang zu einem historischen Härtetest für diese Plattformen, so die WELT.
Bereits ab 6.00 Uhr morgens wurde in einigen Ostküstenstaaten wie New York gewählt. Wenig später folgten Bundesstaaten wie Ohio und Michigan. Beobachter stuften diese für den Senat als besonders wichtig ein. Der Landrat in Westchester County im US-Bundesstaat New York, Ken Jenkins, äußerte sich zu Problemen an elektronischen Wahlgeräten. Mehrere Wähler in dem Landkreis hatten berichtet, dass Stimmzettel von Wahlcomputern nicht richtig gescannt wurden. Die Wahlbehörde des Bundesstaates New York teilte via X mit, es habe keine Beeinträchtigung des Wahlvorgangs gegeben. Alle Stimmzettel würden ausgezählt. Parallel dazu lehnte der Supreme Court ein Ersuchen der Trump-Administration ab. Die Stimmen von über 20.000 Wahlberechtigten im US-Bundesstaat Kalifornien hätten nach diesem Antrag herausgefiltert werden sollen.
Demokraten laut Umfragen vorn
Laut Angaben der WELT sprachen die von dem Analysebetrieb BetInt aggregierten Notierungen am Dienstagnachmittag dafür, dass die demokratische Partei das Repräsentantenhaus mit einer Wahrscheinlichkeit von 94 Prozent für sich beanspruchen könnte. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 74 Prozent könnte sie auch den Senat gewinnen. Der Cook Political Report sieht laut Euronews 222 Wahlkreise mindestens leicht auf Seiten der Demokraten. Für die Mehrheit sind 218 Sitze nötig. Bei einem sehr guten Abend könnten die Demokraten bis zu 230 Sitze erreichen.
Im Senat halten die Republikaner gegenwärtig 53 der hundert Sitze. Politische Prominente wie Bruce Springsteen unterstützten demokratische Kandidaten. Rapperin Nicki Minaj rief dagegen zur Wahl der Republikaner auf, berichtet Web.de.
Sorgen um Lebenshaltungskosten prägen den Urnengang
Laut einer von N Tv zitierten CNN-Umfrage sind etwa drei Viertel der US-Wähler unzufrieden mit der Entwicklung im Land. Fast vier von zehn Befragten bezeichnen sich als wütend. Haupttreiber der Unzufriedenheit sind laut dem Deutschlandfunk steigende Lebenshaltungskosten und der Streit um die Einwanderung.

Mögliche Szenarien nach dem Machtwechsel
Sollten die Demokraten die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses übernehmen, droht US-Präsident Trump ab Januar 2027 der Verlust seiner parlamentarischen Durchsetzungskraft. Das Hamburger Abendblatt skizziert Szenarien, wonach Ausschüsse und Tagesordnungen an die Opposition fallen. Scharfe Untersuchungen gegen die Regierung und die Einwanderungspolitik drohen. Trump selbst steht bei diesen Wahlen zwar nicht direkt auf dem Stimmzettel. Er hat sie jedoch zu einer Volksabstimmung über seine Person erklärt, wie das Hamburger Abendblatt sowie die Frankfurter Rundschau unterstreichen.
Unser früherer Bericht: US-Midterms 2026: Teuerung dominiert Kongresswahlkampf
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