Bei der James Beard Award-Verleihung in Chicago am Montagabend wurden bedeutende Gewinner aus Neuengland und Portland ausgezeichnet. Dana Street aus Maine gewann den Preis als „Herausragender Restaurateur“, während die Bar Loma aus Rhode Island und der Koch Evan Hennessey aus New Hampshire ebenfalls prestigeträchtige Auszeichnungen erhielten.
Dana Streets Triumph und die Kraft der Beständigkeit
Die Gastronomiebranche ist für ihre extrem hohe Fluktuation bekannt, doch für Dana Street aus Maine scheint das Gesetz der schnellen Wechsel keine Gültigkeit zu haben. Der Gründer mehrerer etablierter Betriebe in Portland sicherte sich am Montag die Auszeichnung als „Herausragender Restaurateur“ und setzte sich dabei gegen vier hochkarätige Finalisten aus Kalifornien, North Carolina, Louisiana und Texas durch.
Street, der unter anderem die Restaurants Fore Street, Scales und Standard Baking Co. leitet, nutzte seine Dankesrede, um den Fokus von sich selbst auf sein Team zu lenken. Er betonte, dass der Erfolg nicht allein auf seinem Namen beruhe, sondern das Ergebnis der Arbeit von Hunderten von Angestellten sei.
„Ohne die 340 Menschen, die jeden Tag sehr hart für uns arbeiten, wären wir nicht hier. Wir sind hier, um die Auszeichnung für diese 340 Menschen entgegenzunehmen“, sagte Street während seiner Rede.
Besonders bemerkenswert ist die historische Tiefe von Streets geschäftlichem Wirken, das über Jahrzehnte hinweg eine beeindruckende Kontinuität aufweist:
1989: Eröffnung von Street and Co.
1995: Gründung der Standard Baking Co.
1996: Eröffnung von Fore Street
2016: Eröffnung von Scales
Street beschreibt seine gastronomischen Konzepte oft als lebendige Organismen. Er verglich sie einmal mit
„einem Zygote, einer Idee, die aus dem Nichts beginnt und wächst“
, während die Mitarbeiter ihre eigenen Spuren in die ursprüngliche Vision einbringen. Auch die Wortwahl der Auszeichnung selbst fand er bedeutsam.
„Der Titel dieser Auszeichnung ist interessant; ich denke, das Wort ‚herausragend‘ ist ein gutes Wort, weil es die Exzellenz beschreibt, die wir alle in unseren Organisationen anzustreben versuchen“, erklärte Street. Er fügte hinzu:
„Ich glaube nicht, dass wir jemanden geschlagen haben. Wir sind sehr stolz darauf, uns zu all den Menschen in diesem Publikum gesellen zu dürfen, die exzellente Arbeit leisten, und wir sind stolz darauf, unter euch zu sein.“
Erfolge für New England: Loma und Evan Hennessey
Photo: Eater Portland
Neben den Erfolgen in Maine sicherte sich die Region Neuengland weitere wichtige Titel bei den James Beard Awards, die oft als die „Oscars der Food-Welt“ bezeichnet werden. Die Auszeichnungen würdigen nicht nur kulinarische Exzellenz, sondern auch das Engagement für Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und soziale Gerechtigkeit.
In der Kategorie „Beste neue Bar“ konnte Loma aus Providence, Rhode Island, triumphieren. Der winzige Betrieb im Stadtteil Federal Hill behauptete sich in einem hart umkämpften Feld.
Im Bereich der Kochkunst wurde Evan Hennessey aus Dover, New Hampshire, als „Bester Koch: Nordosten“ ausgezeichnet. Hennessey erhielt den Preis für seine Arbeit im Restaurant Stages. Er schlug sich in der Nominierungsrunde gegen andere namhafte Köche durch, darunter Thomas Takashi Cooke von Izakaya Minato, der ebenfalls als Finalist für die Kategorie „Bester Koch: Nordosten“ gelistet war.
Portlands kulinarische Dominanz in den Kategorien Bar und Koch
Portland restaurateur wins prestigious 2026 James Beard Award
Nicht nur Neuengland, auch Portland, Oregon, feierte einen erfolgreichen Abend bei der Gala am 15. Juni. Die Stadt konnte sowohl in nationalen als auch in regionalen Kategorien überzeugen.
Die Bar Scotch Lodge sicherte sich den Sieg in der nationalen Kategorie „Herausragende Bar“. Das Team zeigte sich nach der Preisverleihung kämpferisch und kommentierte den Erfolg mit den Worten:
„Wir sehen uns danach beim Karaoke. Der Handschuh wurde geworfen.“
In der regionalen Kategorie „Bester Koch: Nordwesten & Pazifik“ gewann Ryan Roadhouse vom japanischen Restaurant Nodoguro. Roadhouses Weg zum Erfolg ist eng mit der Entwicklung der lokalen Gastronomieszene verknüpft. Nodoguro startete 2014 als Pop-up-Konzept, was Roadhouse bereits im selben Jahr den Titel eines „Rising Star Chef“ einbrachte. Nach einem Umzug in neue Räumlichkeiten im Jahr 2022 festigte er seine Position in der Branche.
„Ohne wie Tony Robbins klingen zu wollen: Wenn man es sich erträumen kann, kann es auch passieren. Also hört niemals auf zu träumen. Wenn man aufhört zu träumen, ist es Zeit zu sterben“, sagte Roadhouse während seiner Dankesrede.
Ein politisches Statement inmitten des Feierns
Die Zeremonie war jedoch nicht nur von kulinarischem Lob geprägt, sondern auch von gesellschaftspolitischen Diskursen. Viele Reden am Abend widmeten sich den Leistungen von Frauen und Einwanderern innerhalb der Hospitality-Branche.
Dana Street nutzte seine Plattform für eine deutliche Kritik an der aktuellen politischen Lage. Er thematisierte die Auswirkungen der Einwanderungspolitik der Trump-Administration auf die Gastronomiebranche und bezeichnete die Rhetorik und deren Durchsetzung als
„verachtenswert“
. Street verwies darauf, dass viele seiner Mitarbeiter aus dem Ausland stammen und unter schwierigen Umständen hierher gereist seien, um sich ein besseres Leben aufzubauen.
„Diese Menschen sind die Besten unter uns“, betonte Street.
Zudem hielt Street einen Moment des Gedenkens an seinen Geschäftspartner und langjährigen Freund Victor Leon, der vor einigen Jahren verstorben ist. Dies unterstreicht die tiefen persönlichen Bindungen, die in der oft als anonym wahrgenommenen Großstadtgastronomie bestehen.
Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.
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