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Technik und Wissenschaft

CMA fordert von Apple niedrigere Gebühren und offeneren NFC-Zugang

Die britische Wettbewerbsbehörde CMA fordert Apple auf, niedrigere Gebühren für kontaktloses Bezahlen zu erheben und technische Hürden abzubauen. Die Konsultation läuft bis zum 17. November. Apple warnt vor sinkenden Sicherheitsstandards.

Die Forderungen der CMA gegen Apples Zahlungsdominanz

Die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) geht gegen Apples bisherige Marktmacht bei mobilen Transaktionen vor. In den am 20. Oktober veröffentlichten Vorschlägen verlangt die Behörde, dass Apple seine Zugangsgebühren spürbar senkt und technische Einschränkungen beseitigt. Konkret soll der Konzern den Weg für alternative mobile Wallets freigeben.

Nach Angaben der Behörde entfallen mittlerweile fast 40 Prozent aller Zahlungen im Vereinigten Königreich auf kontaktlose Methoden. Vor einem Jahrzehnt lag dieser Anteil bei gerade einmal 3 Prozent. Mehr als 60 Prozent der Erwachsenen nutzen digitale Geldbörsen, wobei Apple Wallet den Markt dominiert.

CMA fordert von Apple niedrigere Gebühren und offeneren NFC-Zugang
Foto: bbc.co.uk

Wir haben gehört, dass hohe Gebühren, strenge Bedingungen und technische Beschränkungen im Zusammenhang mit der kontaktloses Technologie von Apple es Herausforderern zu schwer machen, zu innovieren und zu konkurrieren.

Sarah Cardell, CMA Chief Executive

Technische Öffnung durch Host Card Emulation

Während Apple den Zugang zu seinen Diensten bislang über den eigenen NFC-Chip und das Secure Element regelt, fordert die Aufsichtsbehörde zusätzliche Flexibilität. Die geplanten Maßnahmen würden Apple dazu zwingen, den Standard Host Card Emulation (HCE) zuzulassen. Damit könnten Drittanbieter kontaktlose Zahlungen direkt über ihre eigenen Apps abwickeln, ohne den Umweg über Apple Pay oder Apple Wallet nehmen zu müssen.

Diese Vorgabe unterscheidet sich deutlich vom Vorgehen der Europäischen Union im Jahr 2024. Die EU hatte deutlich strengere Regeln durchgesetzt und einen kostenlosen Zugang für Entwickler verlangt. Die britischen Pläne zielen vor allem auf die Interoperabilität ab und lassen dem Konzern etwas mehr Spielraum, während sie dennoch substantially lower access fees verlangen.

Reaktionen von Finanzdienstleistern und Apples Argumente

In der britischen Finanzbranche stoßen die Vorschläge auf Zustimmung. David Geale, Exekutivdirektor für Verbraucher, Zahlungen und Wettbewerb bei der FCA, erklärte dazu: Wir begrüßen die Schritte, die die CMA unternommen hat, um den Wettbewerb und die Innovation zu fördern. Auch das Digitalinstitut Revolut bewertete den Schritt positiv. Der Chief Commercial Officer David Tirado betonte, die Vorgaben schafften eine reale Chance für britische Fintechs, auf Augenhöhe mit großen Technologiekonzernen zu konkurrieren.

Apple weist die Vorwürfe der Marktabschottung indes zurück und verweist auf die bereits bestehenden Möglichkeiten für Entwickler. In einer Stellungnahme betonte das Unternehmen:.

Apple hat Entwicklern im Vereinigten Königreich und auf der ganzen Welt ermöglicht, kontaktlose Transaktionen über die NFC- und SE-Plattform direkt in ihren Apps sicher anzubieten – von In-Store-Zahlungen und ÖPNV-Tickets bis hin zu Autoschlüsseln und Veranstaltungstickets, erklärte ein Unternehmenssprecher von Apple.

CMA fordert von Apple niedrigere Gebühren und offeneren NFC-Zugang
Foto: uk.news.yahoo.com

Zudem erklärte das Unternehmen, dass die bestehenden Schnittstellen sensible Daten der Nutzer durch höchste Sicherheitsstandards schützen. Eine Aufweichung dieser Mechanismen durch die geforderten Anpassungen hält der Konzern für den falschen Weg.

Konsultationsfrist bis zum 17. November 2026

Die Wettbewerbsbehörde hält an ihrem Zeitplan fest. Marktteilnehmer und betroffene Unternehmen haben noch bis zum Dienstag, 17. November, Zeit, eine Stellungnahme zu den Vorschlägen abzugeben. Erst nach Auswertung dieser Konsultation wird die CMA ihre endgültige Entscheidung darüber treffen, welche konkreten Auflagen Apple im Vereinigten Königreich erfüllen muss.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.