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Technik und Wissenschaft

China setzt im neuen Fünfjahresplan auf KI und intelligente Tierhaltung

China verlagert im neuen Fünfjahresplan den Fokus seiner Viehwirtschaft von reiner Quantität auf Qualität.

Chinas neuer Fünfjahresplan setzt auf Künstliche Intelligenz und Qualität

Das Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten (MARA) hat den nationalen Entwicklungsplan für die Vieh- und Veterinärwirtschaft veröffentlicht. Die Strategie bildet einen zentralen Baustein des 15. Fünfjahresplans des Landes. Im Zentrum steht dabei die intelligente Tierhaltung als treibende Kraft für die kommenden Jahre.

Offizielle Stellen begründen den Verzicht auf ein generelles Produktionswachstumsziel mit veränderten Marktverhältnissen.

Insgesamt enthält der Plan 15 quantitative Zielvorgaben. Erstmals verzichten die Planer jedoch darauf, ein zusätzliches Mengenziel für die gesamte Fleischproduktion festzulegen.

Pigs in a farm
Foto: agnavigator.com

Marktrealitäten und der Übergang zur Post-Wachstumsphase

Hintergrund der Neuausrichtung ist ein verändertes Marktumfeld. Die Behörden verwiesen darauf, dass die Kapazitäten in der Schweineproduktion rasant gewachsen sind und der Konsum von Schweinefleisch seinen Höchststand weitgehend erreicht hat.

Kein schrittweises Ziel wurde für die gesamte Fleischproduktion festgelegt.

MARA-Vertreter, zitiert im Portal Agnavigator

Der Sektor soll deshalb von einem rein quantitätsgetriebenen Wachstum entlastet werden. Stattdessen zielt das Programm darauf ab, den Übergang der Schweinebranche zu steuern und Modernisierungsprozesse voranzutreiben.

Rekordzahlen bei Fleisch, Eiern und Milch im Jahr 2025

Die Neuausrichtung erfolgt in einer Phase historisch hoher Produktionsmengen. Im Jahr 2025 überstieg Chinas Gesamtproduktion an Fleisch, Eiern und Milch die Marke von 175 Millionen Tonnen. Damit lag der Wert bereits im dritten Jahr in Folge über 170 Millionen Tonnen. Die gesamte Fleischproduktion überschritt zudem erstmals die Schwelle von 100 Millionen Tonnen.

Parallel dazu hat sich die industrielle Landwirtschaft als vorherrschendes Modell durchgesetzt. Dem Ministerium zufolge erreichte der Anteil der großbetrieblichen Tierhaltung im Land 76,9 Prozent. Wissenschaft und Technologie trugen zuletzt zu 70 Prozent zum Wachstum des Sektors bei, während die Verwertungsquote von tierischen Exkrementen und Wirtschaftsdünger über 80 Prozent kletterte.

Technologische Modernisierung und der Einsatz von Großkonzernen

Zu den fünf Kernaufgaben des Plans gehört die Stärkung technologischer Kompetenzen. Dazu zählt die Beschleunigung des Einsatzes künstlicher Intelligenz in der Nutztierhaltung. KI-Anwendungen unterstützen weltweit bereits Bereiche wie die Krankheitsfrüherkennung, die Überwachung der Tiergesundheit, die Optimierung von Fütterungsprozessen und die Stallautomatisierung.

In China setzt unter anderem die Muyuan-Gruppe auf entsprechende Technologien, um das Tierwohl zu steigern und Ressourcen in großflächigen Betrieben effizienter zu steuern. Als weltgrößter Produzent von Schweinefleisch setzt das Unternehmen auf Automatisierung, um die Produktion im industriellen Maßstab zu bewältigen.

Zudem sieht der Plan vor, die Rolle großer Branchenakteure bei der Einbindung kleinerer Betriebe zu stärken. Die Gewinnverteilung entlang der Lieferkette soll verbessert und die Qualität kleinerer sowie mittlerer Farmen angehoben werden. Gleichzeitig zwingen strengere Standards bei der Lebensmittelsicherheit und reduzierte Obergrenzen für den Einsatz von Antibiotika die Branche zu umweltfreundlicheren Praktiken.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.