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Unternehmen

China: Elektroautos überholen Verbrenner – VW, Mercedes, BMW in Gefahr

In China wurden im April und Mai 2026 erstmals mehr reine Elektroautos als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zugelassen. Während der chinesische Automobilmarkt laut Heise online im Mai um 22 Prozent einbrach, beschleunigt sich der Wandel hin zu elektrischen Antrieben, was die Position deutscher Autobauer wie Volkswagen und Mercedes massiv gefährdet.

Antriebswende: Elektroautos überholen Verbrenner

Die Dynamik auf dem weltweit größten Automarkt hat einen Wendepunkt erreicht. Während die Absatzzahlen insgesamt unter Druck stehen, verschiebt sich das Gleichgewicht der Antriebstechnologien fundamental. Wie Ntv berichtet, wurden im April 579.000 neue Elektroautos in China zugelassen – das waren 27.000 Fahrzeuge mehr als bei Modellen mit Verbrennungsmotor. Im Mai weitete sich dieser Vorsprung weiter aus. Mit 637.000 Neuzulassungen im Bereich der Elektromotoren wurden 59.000 mehr Fahrzeuge verkauft als bei Verbrennern. Rechnet man die Plug-in-Hybride hinzu, entfällt bereits rund die Hälfte aller Neuzulassungen auf elektrische Antriebe. Branchenexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management sieht hier eine eklatante Fehlkalkulation der europäischen Industrie. Die Geschwindigkeit dieses Wandels lässt wenig Raum für eine langsame Anpassung. Automotive Consultant Frank Schwope unterstreicht die Unausweichlichkeit dieses Trends.

„Der Trend ist klar: China will zum Elektroauto-Musterland werden.

Antriebswende: Elektroautos überholen Verbrenner
Photo: Ntv

Marktanteile: Der schleichende Verlust deutscher Hersteller

Für die deutschen Automobilkonzerne ist die Lage prekär. Die Zeit der Dominanz im Segment der Verbrenner geht zu Ende, während man im Bereich der Elektromobilität massiv Marktanteile an heimische Konkurrenten verliert. Vor der Corona-Pandemie lieferten deutsche Hersteller noch jedes vierte Neuauto in China; heute sind es nur noch 15 Prozent. Besonders deutlich wird die Volatilität bei den Marktführern. Der Volkswagen-Konzern konnte Anfang des Jahres noch eine Spitzenposition einnehmen, doch die Zahlen für den Frühling zeichnen ein anderes Bild. Laut Web.de belegte Volkswagen im April nur noch den fünften Platz bei den Gesamtverkäufen, während der chinesische Hersteller Geely die Marktführerschaft übernahm. Das Problem ist nicht nur die reine Anzahl der verkauften Fahrzeuge, sondern die langfristige Relevanz der Marken. Schwope warnt vor einer dauerhaften Schwächung der deutschen Position.

„Marktanteile lassen sich nicht zurückgewinnen.

Marktanteile: Der schleichende Verlust deutscher Hersteller
Photo: FAZ

Preissensitivität und wirtschaftliche Schocks

GERMANY'S COLLAPSE: China Buys BMW, Mercedes & Audi Almost for Free
Der drastische Rückgang der Verkaufszahlen im Mai – ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – hat mehrere Ursachen. Der CPCA-Generalsekretär Cui Dongshu führt den Rückgang unter anderem auf das Ende staatlicher Kaufanreize zurück. Hinzu kommen die gestiegenen Kraftstoffpreise infolge des Iran-Kriegs, die den Druck auf klassische Verbrenner massiv erhöht haben. Neben den Energiepreisen belastet die anhaltende Immobilienkrise in China die Konsumstimmung. Viele Haushalte kämpfen mit Kreditrückzahlungen aus Immobiliengeschäften, was den Kauf eines Autos zu einer Entscheidung macht, die immer häufiger aufgeschoben wird. Die Expertenlage zur wirtschaftlichen Lage lässt sich wie folgt zusammenfassen:
  • Rückgang der Kaufkraft: Die Immobilienkrise schwächt das Vermögen und das Vertrauen der chinesischen Mittelschicht.
  • Preissensitivität: Chinesische Kunden reagieren extrem stark auf Änderungen bei Förderungen und Kraftstoffpreisen.
  • Marktsättigung: Der CPCA prognostiziert für 2026 nun einen Rückgang der Verkaufszahlen um elf Prozent, statt der zuvor erwarteten Steigerung von einem Prozent.

Technologische Überlegenheit und Strategiewechsel

Ein zentrales Problem für deutsche Premiumhersteller ist die technologische und preisliche Diskrepanz. Während deutsche Fahrzeuge technisch zwar aufgeschlossen haben, bleiben sie oft teurer als die chinesische Konkurrenz. Chinesische Elektroautos bieten häufig Features wie riesige Bildschirme, Sprachsteuerung oder fortschrittliche autonome Funktionen zu Preisen zwischen 30.000 und 40.000 Euro, die in Europa als Luxus gelten würden. Um zu überleben, müssen deutsche Konzerne ihre Strategien radikal anpassen. Ein Modell, das Volkswagen bereits verfolgt, ist die Ausrichtung in China, für China. Ziel ist es, die Entwicklung und Produktion noch stärker lokal zu verlagern, um preislich und technologisch konkurrenzfähig zu bleiben. Der globale Wettbewerb wird in den kommenden Jahren noch intensiver. Wie die FAZ berichtet, strebt der chinesische Konzern BYD danach, bis 2030 die Weltspitze der Automobilhersteller einzunehmen. Für die deutsche Industrie stellt sich die Frage, ob sie durch massive Investitionen in lokale Innovationszentren die technologische Lücke schließen kann, bevor die Marktanteile endgültig verloren sind.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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