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Cheops-Mission verlängert – Schweizer Teleskop erforscht weiterhin ferne Planeten

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat die Laufzeit der CHEOPS-Weltraummission bis Ende 2029 verlängert. Das von der Universität Bern geleitete Projekt, das seit 2019 Exoplaneten erforscht, wird seine Untersuchungen zur Größe und Beschaffenheit ferner Planeten fortsetzen, um die Lücke zwischen Entdeckungsmissionen und zukünftigen Charakterisierungsmissionen zu schließen.

Die Rolle von CHEOPS in der modernen Astronomie

Das kühlschrankgroße Teleskop CHEOPS umkreist die Erde bereits seit seinem Start am 18. Dezember 2019. Die Mission, die eine Zusammenarbeit zwischen der ESA und der Schweiz darstellt, konzentriert sich auf die präzise Messung von Exoplaneten, die vor ihren Heimatsternen vorbeiziehen. Durch diese Transite lässt sich die exakte Größe von Planeten bestimmen, wobei der Fokus auf Objekten liegt, die zwischen dem eins- und sechsfachen Erdradius groß sind.

Nachdem die ESA die Mission bereits im Jahr 2023 um drei Jahre verlängert hatte, hat das zuständige Wissenschaftskomitee nun eine weitere dreijährige Laufzeit beschlossen. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei der Universität Bern, während das wissenschaftliche Operationszentrum am Departement für Astronomie der Universität Genf angesiedelt ist.

Die Präzision von CHEOPS hat alle Erwartungen übertroffen, und das Weltraumteleskop ist zu einer wichtigen Schlüsselkomponente im Arsenal der Exoplanetenforschung für Astronominnen und Astronomen in Europa und weltweit geworden. Es schlägt die Brücke zwischen den ersten Entdeckungsmissionen wie Kepler und TESS hin zu Missionen der nächsten Generation wie PLATO, und Missionen zur Charakterisierung von Exoplanetenatmosphären wie JWST und zukünftig Ariel. Die erneute Verlängerung der Mission ist ein Beweis dafür und für den wissenschaftlichen Erfolg von CHEOPS.

Dr. Christopher Broeg, Leiter des CHEOPS-Konsortiums am CSH der Universität Bern

Wissenschaftliche Anomalien und die Form von WASP-103b

Die bisherigen Daten der Mission haben bestehende Theorien über die Anordnung von Planetensystemen herausgefordert. So konnte CHEOPS im System LHS 1903 einen Planeten entdecken, der die gängige Lehrmeinung infrage stellt: Anstatt der üblichen Abfolge von Gesteinsplaneten nahe dem Stern und Gasplaneten in der Ferne, folgt hier auf einen Gasplaneten erneut ein Gesteinsplanet. Besonders spektakulär war die Entdeckung der physikalischen Deformation eines Exoplaneten. Wie [SRF berichtet](https://www.srf.ch/wissen/weltraum/cheops-mission-verlaengert-schweizer-teleskop-erforscht-weiterhin-ferne-planeten), ermöglichten erst die hochpräzisen Messungen von CHEOPS den Nachweis, dass der Planet WASP-103b durch massive Gezeitenkräfte verformt wird.

Obwohl der Planet WASP-103b bereits im Vorfeld mit dem NASA/ESA Hubble Weltraumteleskop beobachtet wurde, ermöglichten erst hochpräzise Messungen mit CHEOPS eine erstaunliche Entdeckung. Durch kleine Anomalien während des Vorbeizugs des Planeten vor seinem Mutterstern konnten wir feststellen, dass dieser durch starke Gezeitenkräfte regelrecht langgezogen wird. Seine Form erinnert eher an einen Rugbyball als an eine Kugel.

Wissenschaftliche Anomalien und die Form von WASP-103b
Photo: blue News
Prof. Dr. Monika Lendl, Universität Genf

Spiegelnde Planeten mit metallischen Wolken

Spiegelnde Planeten mit metallischen Wolken
Photo: Universität Bern
Neben der Formgebung liefert CHEOPS auch Erkenntnisse über die atmosphärische Zusammensetzung ferner Welten. Ein Beispiel ist der Planet LTT9779 b, der eine außergewöhnliche Lichtreflexion aufweist. Während die Erde etwa 30 Prozent des Sonnenlichts reflektiert, erreicht dieser Planet einen Wert von 80 Prozent. Diese fast spiegelartige Wirkung wird durch die Anwesenheit metallischer Wolken in der Atmosphäre verursacht. Diese Wolken bestehen laut den Beobachtungen aus Silikaten und Metallen wie Titan, was die extrem hohe Albedo des Planeten erklärt.

Erweiterter Zeitplan für ESA-Weltraummissionen

Die Entscheidung zur Verlängerung von CHEOPS ist Teil einer größeren Strategie der ESA. Wie [blue News](https://www.bluewin.ch/de/news/international/schweizer-weltraumteleskop-bleibt-laenger-im-all-3274686.html) mitteilte, wurden insgesamt 12 weitere Missionen verlängert, deren aktuelle wissenschaftliche Phase eigentlich Ende 2026 ausgelaufen wäre. Dies sichert die Kontinuität der Forschung im Zeitraum zwischen 2026 und 2029. Zu den betroffenen Missionen gehören unter anderem:
  • James Webb Space Telescope (JWST)
  • Hubble Space Telescope
  • Mars Express
  • Solar Orbiter
  • SOHO
  • XMM-Newton
  • Proba-3
  • Hinode
  • IRIS
  • Bepicolombo
  • Einstein Probe
  • XRISM
Die Schweiz ist bei fast allen diesen Projekten durch technologische Beiträge oder personelle Führung aktiv beteiligt. Lediglich bei den Missionen Hubble und Einstein Probe beschränkt sich die nationale Beteiligung auf die finanzielle Mitfinanzierung durch die ESA sowie die Nutzung der wissenschaftlichen Daten. Die Verlängerung von CHEOPS stellt sicher, dass die Schweizer Expertise in der Exoplanetenforschung auch in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle im globalen wissenschaftlichen Diskurs einnimmt.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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