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BVB-Chef setzt mit neuen Zielen Zeichen für Neuanfang in Dortmund

Borussia Dortmund erlebt gerade einen dieser seltenen Momente, in denen sich die Identität eines Vereins neu sortiert. Seit Ende November sitzt Carsten Cramer auf dem heißen Stuhl als Sprecher der Geschäftsführung. Er ist nicht mehr nur der Mann für die Marketing-Zahlen und die internationale Vermarktung, sondern jetzt der starke Mann, der die Richtung vorgibt. Cramer tritt an, um das Schweigen zu brechen, das die Führungsetage in den letzten Monaten umgeben hat. Er übernimmt die Vereinsleitung in der Nachfolge von Hans-Joachim Watzke und bringt eine Direktheit mit, die man im Revier lange vermisst hat.

Die Rückkehr der BVB-DNA

Cramer ist kein Unbekannter in den Fluren des Signal Iduna Parks. Er ist seit 2010 im Verein, doch seine neue Rolle verändert alles. Neben seinen bisherigen Zuständigkeiten für Vertrieb, Digitalisierung und Internationalisierung verantwortet er nun auch die Kommunikation und die Strategie. Dass es im Club „ordentlich Leben in der Bude“ gibt, stört ihn nicht. Im Gegenteil: Für den 57-Jährigen gehört genau diese Unruhe zur Kern-DNA von Borussia Dortmund. Er will den Club nicht als ewige Nummer zwei sehen, sondern als Akteur, der wieder aktiv gestaltet.

Sein Weg an die Spitze war konsequent. Vom Jurastudium über die Zeit bei Preußen Münster und Sportfive führte ihn seine Karriere zurück zum BVB. Jetzt, wo er das Wort führt, verzichtet er auf diplomatisches Geschwistergeplänkel. Die letzten Monate waren turbulent. Ein Missbrauchsskandal erschütterte die Strukturen, während der präsidiale Machtkampf zwischen Dr. Reinhold Lunow und Hans-Joachim Watzke in öffentliches Schlammschlacht-Niveau abglitt. Auf dem Platz lief es kaum besser. Cramer sieht diese negative Dynamik und versucht, sie durch eine neue, klare Sprache zu beenden.

Strategischer Wechsel Carsten Cramer wurde im November 2025 zum Sprecher der Geschäftsführung ernannt und folgt damit auf Hans-Joachim Watzke.

Das 12-Millionen-Euro-Warten aus Brasilien

Während Cramer die strategische Ausrichtung neu ordnet, arbeitet der Sportbereich unter dem neuen Direktor Ole Book an der Kaderplanung. Ein prominentes Beispiel für die neue Ambition ist die Verpflichtung von Kaua Prates. Der 17-jährige brasilianische Linksverteidiger von Cruzeiro Belo Horizonte soll die Zukunft der Defensive prägen. Dortmund investiert rund zwölf Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen in das Talent. Die Rechnung ist simpel: Prates ist technisch versiert, athletisch und defensiv stark. Er ist genau der Typ Spieler, den der BVB braucht, um langfristig auf europäischem Top-Niveau mitzuspielen.

Doch die Realität in Brasilien sieht derzeit ernüchternd aus. Seit der offiziellen Bekanntgabe des Transfers am 19. Februar spielt Prates kaum noch eine Rolle in seinem aktuellen Verein. Elfmal saß er auf der Ersatzbank, einmal fehlte er sogar komplett im Kader. Für einen Spieler mit einem Marktwert von zehn Millionen Euro ist das ein alarmierendes Signal. Die Verantwortlichen in Dortmund beobachten die Situation genau. Sie wissen, dass Prates erst im August seine Volljährigkeit erreicht und erst dann offiziell wechseln kann.

Die Lücke auf der linken Seite

Der BVB hat einen dringenden Bedarf auf der linken Abwehrseite. Daniel Svensson ist zwar gesetzt, doch der Konkurrenzkampf muss steigen. Ramy Bensebaini wird künftig eher in der Dreierkette eingesetzt. Zudem sieht es so aus, als würde das eigene Talent Almugera Kabar den Verein im Sommer verlassen, da ein Wechsel zum HSV im Raum steht. Prates soll diese Lücke schließen. Der Verein bereitet ihn bereits vor, indem er Deutsch-Unterricht organisiert hat. Man traut ihm den direkten Sprung in die Bundesliga und die Champions League zu.

Die aktuelle Bankdrückerei bei Cruzeiro scheint laut Insider-Informationen jedoch keine direkte Folge des Transfers zu sein. Prates war auch zuvor kein unumstrittener Stammspieler. Zudem hat sein Konkurrent Kaiki derzeit die Nase vorn und wurde bereits für die brasilianische A-Nationalmannschaft nominiert. Dennoch bleibt die Situation für Dortmund riskant. Ein Top-Talent, das monatelang keine Spielpraxis sammelt, verliert wertvolle Entwicklungszeit.

Ein neuer Kurs zwischen Risiko und Aufbruch

Die Kombination aus Carsten Cramers neuer Führungskultur und der aggressiven Jugendstrategie zeigt, wohin die Reise geht. Dortmund will weg von der reinen Verwaltung und hin zu einer proaktiven Gestaltung. Cramer bringt die nötige Härte und Klarheit mit, während man sportlich bereit ist, hohe Summen für junge Spieler zu riskieren, bevor sie zum Weltstar werden. Das ist ein Spiel mit dem Feuer, aber es ist die einzige Möglichkeit, die Lücke zur absoluten Spitze dauerhaft zu schließen.

Der neue Boss macht deutlich, dass er keine Lust auf Ausreden hat. Ob bei der Kommunikation nach außen oder bei der Integration von Talenten aus Übersee – die Erwartungen sind hoch. Die Fans haben lange auf eine Führung gewartet, die nicht nur reagiert, sondern agiert. Carsten Cramer scheint genau dieser Typ „Macher“ zu sein, den der BVB jetzt braucht, um die eigene DNA wiederzuentdecken und sportlich wieder an die Spitze zu rücken.

Wer ist Carsten Cramer und welche Rolle hat er beim BVB?

Carsten Cramer ist seit Ende November 2025 Sprecher der Geschäftsführung von Borussia Dortmund und folgt damit auf Hans-Joachim Watzke. Er ist seit 2010 im Verein und verantwortet nun neben Marketing, Vertrieb, Digitalisierung und Internationalisierung auch die Bereiche Kommunikation und Strategie.

Warum ist die Situation um Kaua Prates problematisch?

Obwohl der BVB rund 12 Millionen Euro für den 17-jährigen Brasilianer investiert hat, kommt er bei seinem aktuellen Verein Cruzeiro seit der Transferbekanntgabe im Februar nicht mehr zum Einsatz. Er saß elfmal auf der Bank, was seine sportliche Entwicklung vor dem Wechsel im August verzögern könnte.

Welche strategischen Ziele verfolgt der BVB aktuell in der Defensive?

Der Verein will die Konkurrenz auf der linken Abwehrseite verschärfen. Während Daniel Svensson gesetzt ist, soll Prates langfristig eine zentrale Rolle spielen, da Ramy Bensebaini eher in der Dreierkette eingesetzt wird und das Talent Almugera Kabar den Verein voraussichtlich verlassen wird.

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Johann Falk

Über den Autor

Johann Falk ist Chief Editor von Germanic Nachrichten und verantwortet die redaktionelle Linie, Themenauswahl und finale Qualitaetssicherung der Veroeffentlichung. Sein Schwerpunkt liegt auf klarer, verifizierter und schnell einordenbarer Berichterstattung fuer ein deutschsprachiges Publikum.

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