Wirtschaftskreise in Wien atmen auf, nachdem das Land Burgenland am 9. September 2026 bekanntgab, von einer eigenen Lkw-Maut auf Landesstraßen abzusehen. Nach einer Einigung zwischen Landesregierung und Wirtschaftskammer verhindert die Absage zusätzliche Belastungen für Pendler, Transport und Logistik in der gesamten Ostregion.
Ursprünglich war die Lkw-Maut im Burgenland ab dem Jahr 2027 auf drei Landesstraßen angedacht gewesen.
Einigung zwischen Land Burgenland und Wirtschaftskammer
Nach einem entscheidenden Gespräch zwischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Wirtschaftskammerpräsident Andreas Wirth stand am Dienstag fest, dass die umstrittene Mautregelung ad acta gelegt wird. Stattdessen verständigten sich die Beteiligten auf alternative verkehrspolitische Instrumente. Wie das Land und die Wirtschaftskammer in Eisenstadt mitteilten, sollen stattdessen Gewichtsbeschränkungen herabgesetzt und Fahrverbote ausgeweitet werden.
Anstelle neuer finanzieller Hürden für den gewerblichen Güterverkehr setzt das östlichste Bundesland nun auf administrative Lenkungsmaßnahmen.
Reaktionen der Wiener Transporteure zur abgewendeten Maut
Besonders in der benachbarten Bundeshauptstadt ist die Erleichterung spürbar. Wolfgang Böhm, Obmann der Wiener Transporteure, begrüßte den Schritt ausdrücklich und sprach von einem wichtigen Signal für die eng verflochtene Ostregion aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.
In einer ersten Stellungnahme hob der Branchenvertreter hervor, dass vor allem die alltägliche Versorgung der Bevölkerung von den Kosten verschont bleibt. Die geplante Maut hätte vor allem jene Transporte getroffen, die die Region täglich versorgen: Fahrten zu Supermärkten, Tankstellen, Baustellen, Gewerbe- und Industriebetrieben
, erklärte Böhm laut der Aussendung der Agentur OTS. Die zusätzlichen Ausgaben wären unweigerlich entlang der gesamten Lieferkette an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben worden.
Fokus auf Transitverkehr und Ausweichrouten
Hintergrund der ursprünglichen Mautpläne war vor allem die Belastung durch den überregionalen Transitverkehr. Die Interessenvertretungen machten jedoch erfolgreich geltend, dass lokale Wirtschaftsbetriebe nicht für verkehrsplanerische Probleme geradestehen dürfen.

Mit der Neuausrichtung soll nun der Ausweichverkehr auf Landes- und Gemeindestraßen gezielt unterbunden werden, während der überregionale Schwerverkehr auf dem hochrangigen Straßennetz gehalten wird. Wirtschaftskreise hoffen, dass damit eine zusätzliche Belastung für den Standort Wien dauerhaft vom Tisch ist.
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