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Welt

Bukele droht Haitianischen Banden mit Militäroperation

Vier salvadorianische Soldaten der UN-gestützten Gang-Unterdrückungstruppe werden nach einem heftigen Hinterhalt in Port-au-Prince vermisst. Salvadoras Präsident Nayib Bukele hat daraufhin eine Militäroperation zur Befreiung angekündigt und den haitianischen Banden ein Ultimatum gestellt.

Hinterhalt im Viertel Croix-des-Bouquets

Der Vorfall ereignete sich am Wochenende in Croix-des-Bouquets, einem von gewalttätigen Banden kontrollierten Gebiet in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Nach Angaben der Streitkräfte El Salvadors waren vier Luftfahrttechniker in einem gepanzerten Fahrzeug auf dem Rückweg zu ihrem Stützpunkt, als Angreifer das Fahrzeug mit Explosivkörpern attackierten und in Brand setzten.

Die vier Soldaten konnten sich zwar aus dem brennenden Wagen retten, blieben danach jedoch verschollen. Rettungs- und Suchversuche gestalteten sich schwierig, da heftige Kämpfe den Zugang zu dem Gebiet massiv behinderten. Wie unter anderem Associated Press berichtete, handelt es sich um den bisher schwersten Angriff auf die im Vorjahr angelaufene internationale Mission in dem karibischen Staat. Das Gebiet, in dem der gepanzerte Wagen ins Visier geraten war, wird laut Berichten von Al Jazeera von Banden kontrolliert, darunter die Gruppierung 400 Mawozo unter der Führung von Lanmo Sanjou sowie Kraze Barye unter Vitel’Homme Innocent, die sowohl von den Vereinten Nationen als auch von den USA sanktioniert wurden.

Nach Angaben der salvadorianischen Streitkräfte befanden sich die Soldaten auf dem Weg von einem Markt zu ihrem Lager, als Bewaffnete das Fahrzeug mit Schusswaffen und Sprengstoff angriffen. Einheiten der Streitkräfte setzten Hubschrauber ein, um die Operation zu unterstützen, wobei auch diese Maschinen unter Beschuss gerieten und die bewaffneten Gruppen sich vorübergehend zurückzuziehen begannen. Lokale Medienberichte im Anschluss enthielten unterschiedliche Darstellungen, wonach die Soldaten getötet, verwundet oder gefangen genommen worden seien.

Präsident Bukeles Ultimatum an haitianische Banden

In einer deutlichen Reaktion kündigte El Salvadors Staatschef eine gewaltsame Antwort an, falls die vermissten Soldaten nicht umgehend freigelassen werden. Über die Online-Platform X forderte Präsident Nayib Bukele die Bandenführer unmissverständlich auf, die Geiseln unversehrt zu übergeben.

Armored personnel carriers of Haiti
Foto: Reuters

Präsident Nayib Bukele erklärte: „Der heutige Angriff ist gar nichts im Vergleich zu dem, was bevorsteht, wenn sie die vier Geiseln nicht lebend freigeben. Und nehmen Sie unsere Worte nicht als leere Drohungen.

Bukele betonte, dass die entsandten Soldaten keine Kampftruppen seien, sondern als Piloten und Techniker primär humanitäre Aufgaben wie medizinische Evakuierungen wahrnehmen. Gleichzeitig betonte er, dass die Operation intensiviert werde, sollten die Techniker nicht lebend zurückkehren. Wenn die Männer unversehrt freigegeben würden, werde alles wieder so werden wie vor der Entführung, andernfalls drohe ein weitaus härterer Militäreinsatz.

Reaktion der Regierung in Port-au-Prince und Sicherheitslage vor Ort

Die haitianische Regierung stufte die Entführung als absolute Priorität ein. In einer offiziellen Mitteilung hieß es aus dem Premierministeramt, dass alle notwendigen Ressourcen mobilisiert würden, um die Soldaten zu befreien und die Sicherheitsmaßnahmen gemeinsam mit der internationalen Truppe zu verstärken.

Die internationale Gang-Unterdrückungstruppe (Gang Suppression Force) erklärte, die Situation zu analysieren und forderte Anwohner im betroffenen Stadtteil Santo auf, in ihren Häusern zu bleiben. Die Sicherheitskräfte stehen vor einer massiven Herausforderung in einem Land, in dem bewaffnete Gruppen Schätzungen zufolge rund 70 Prozent von Port-au-Prince kontrollieren, wie Reuters anmerkte. Das Land bereitet sich zudem auf seine ersten Wahlen seit mehr als einem Jahrzehnt vor.

Die Vereinten Nationen verzeichneten für den Zeitraum von Januar bis Mitte September des Jahres mehr als 5.700 getötete oder verletzte Personen sowie über 230 Entführungen, während die Zahl der Binnenvertriebenen in den vergangenen Jahren fast 1,5 Millionen Menschen erreichte.

Mandat der multinationalen Sicherheitsmission

An der von den Vereinten Nationen unterstützten Mission beteiligen sich neben El Salvador unter anderem auch Truppen aus Chad, Jamaika und Guatemala. Die Vereinten Nationen hatten das Kontingent im Jahr 2025 ursprünglich mit bis zu 5.550 Sicherheitskräften und Zivilangestellten geplant, um die haitianische Nationalpolizei zu unterstützen, nachdem eine frühere kenianische Mission mit Geld- und Ressourcendefiziten zu kämpfen hatte.

Bukele droht Haitianischen Banden mit Militäroperation
Foto: NPR

Im Oktober verabschiedete El Salvador ein Gesetz zur Verlängerung seiner Beteiligung um ein weiteres Jahr. Nach Angaben von Euronews wurde dem Mandat der Mission durch den UN-Sicherheitsrat eine Verlängerung gewährt, während die Zahl der Binnenvertriebenen in Haiti nach UN-Angaben inzwischen fast 1,5 Millionen Menschen erreicht hat.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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