Der Schweizer Nationalspieler Breel Embolo wurde im November 2025 per Strafbefehl wegen mehrfacher Anstiftung zu Urkundenfälschung im Zusammenhang mit gefälschten Covid-Zertifikaten verurteilt. Nach Bekanntwerden des Urteils entschied der Schweizerische Fussballverband, dass der Stürmer den aktuellen Zusammenzug für die Nations League verpasst.
Die Schweizer Fussballnationalmannschaft muss in den kommenden Spielen der Nations League ohne Breel Embolo auskommen. Der Stürmer, der seit dem vergangenen Sommer in der nordamerikanischen MLS bei Atlanta United unter Vertrag steht, wird den Verband nicht wie ursprünglich vorgesehen verstärken. Wie der Schweizerische Fussballverband (SFV) mitteilte, hat der Spieler die sportliche Leitung über eine Angelegenheit aus seinem Privatleben informiert, die in den Medien publik geworden war.
Strafbefehl der Basler Staatsanwaltschaft und juristische Aufarbeitung
Hintergrund der Absage ist ein Strafbefehl der Basler Staatsanwaltschaft, der am 25. November 2025 erlassen wurde. Demnach wurde Embolo wegen mehrfacher Anstiftung zur Urkundenfälschung im Zusammenhang mit Covid-Zertifikaten verurteilt. Recherchen von Schweiz heute brachten ans Licht, dass der Angreifer eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 3000 Franken erhalten hat. Die Probezeit beträgt zwei Jahre.

Die Dokumente hatten ihren Ursprung im Jahr 2021, als sich der Spieler über einen Bekannten, der damals dem Umfeld der Hells Angels angehörte, zwei gefälschte Covid-Reisezertifikate für sich und eine Bekannte besorgen ließ. Die Ermittlungsbehörden stießen im Rahmen von Chats bei den Verfahren gegen das ehemalige Motorradklub-Mitglied auf den Namen des Fussballers. Die gefälschten Dokumente selbst stammten laut den Recherchen von einer Mitarbeiterin eines Basler Labors, die Testabstriche unter fremden Namen eingereicht und Vorlagen manipuliert hatte.
„Ich habe eingesehen, dass mein damaliges Handeln nicht richtig war, und dafür die Verantwortung übernommen. Deshalb habe ich den Strafbefehl akzeptiert.“
Breel Embolo, Schweizer Nationalstürmer, via CH Media und SFV
Auswirkungen auf den Kader für die Nations League
Der SFV zog umgehend Konsequenzen aus der Situation. Um den Fokus der Mannschaft bestmöglich auf die bevorstehenden Partien zu richten, reist Embolo nicht zum Team. Sportlich hätte der Stürmer das erste Spiel der Nations-League-Kampagne am Samstag in Skopje gegen Nordmazedonien ohnehin wegen einer Rotsperre verpassen müssen, die er sich im WM-Viertelfinal gegen Argentinien eingehandelt hatte. Ursprünglich war jedoch geplant, dass er die Mannschaft im Anschluss in Glasgow für das Duell gegen Schottland sowie für die Begegnungen in Luzern gegen Slowenien und abermals Nordmazedonien ergänzt.

Mit Embolo fehlt der Schweizer Auswahl ein weiterer prominenter Leistungsträger. Erst kurz zuvor war bekannt geworden, dass auch Nati-Captain Granit Xhaka ins Visier von Ermittlungen geraten ist, weil er im Verdacht steht, ein gefälschtes Covid-Impfzertifikat gekauft zu haben. Während das Verfahren gegen Xhaka noch andauert, ist die juristische Aufarbeitung bei Embolo mit der Annahme des Strafbefehls rechtskräftig abgeschlossen. Für den Stürmer handelt es sich laut den Medienberichten um den vierten rechtskräftigen Schuldspruch; die drei vorherigen betrafen Verkehrsdelikte.