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Sport

Austrian Alpine Open: Kitzbühel sortiert das Feld

Der Engländer Andrew Johnston führt nach zwei Runden der Austrian Alpine Open 2026 im Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee-Reith mit einem Gesamtergebnis von 11 unter Par. Während der Titelverteidiger bereits ausgeschieden ist, halten sich die österreichischen Hoffnungsträger Sepp Straka und Maximilian Steinlechner im Spitzenfeld. Das Turnier findet vom 28. bis 31. Mai statt.

Kitzbühel ist im Winter für die Streif und den Hahnenkamm bekannt, doch im Mai hat die DP World Tour die alpine Kulisse für eine andere Art von Präzisionssport besetzt. Der Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee-Reith ist damit zum 465. Austragungsort eines Events der Tour geworden. Bei einem Preisgeld von 2,75 Millionen US-Dollar ist der Druck hoch, und der Platz wurde entsprechend vorbereitet: Neue Abschläge und zusätzliche Bunkerbereiche an strategisch wichtigen Löchern sollen das Feld filtern.

Andrew Johnston und die Dominanz der Fehlerfreiheit

Andrew Johnston und die Dominanz der Fehlerfreiheit
cluster (priority): DiePresse.com
Nach einem ersten Tag, an dem der erst 18-jährige Chinese Yanhan Zhou mit einer 62 (acht unter Par) für Aufsehen sorgte, übernahm am Freitag Andrew Johnston die Kontrolle. Der Engländer lieferte eine nahezu perfekte Leistung ab: Eine bogeyfreie 62 mit acht Birdies katapultierte ihn an die alleinige Spitze. Johnstons Spielstil an diesem zweiten Tag war weniger von riskanten Spektakeln als vielmehr von einer chirurgischen Sauberkeit geprägt. Mit insgesamt 11 unter Par führt er ein dichtes Feld an, in dem Kota Kaneko, Rafa Cabrera Bello und Calum Hill mit 10 unter Par nur einen Schlag zurückliegen. Für die DACH-Region ist Marcel Schneider die bisher konstanteste Größe. Nach einer starken 64 zum Auftakt folgte am Freitag eine 68. Mit insgesamt acht unter Par belegt der Deutsche den geteilten fünften Rang und ist damit der bestplatzierte Spieler aus dem deutschsprachigen Raum, lediglich drei Schläge hinter Johnston.

Österreichische Hoffnung: Straka und Steinlechner im Rennen

Österreichische Hoffnung: Straka und Steinlechner im Rennen
cluster (priority): Kronen Zeitung
Die lokale Begeisterung erreichte am Freitag ihren Höhepunkt, als mehr als 7.000 Zuschauer den Platz stürmten. Besonders die Flights von Sepp Straka und Maximilian Steinlechner zogen Massen an, die laut Die Presse eine Atmosphäre schufen, die eher an ein Popkonzert als an ein elitäres Golfturnier erinnerte. Straka, Weltranglisten-18, verbesserte seine Position deutlich. Trotz eines frühen Schlagverlusts am dritten Loch spielte er eine 66 mit fünf Birdies und einem Bogey. Laut ORF verbesserte er sich damit um 14 Ränge und liegt nun im Bereich des 11. bis 12. Platzes mit sieben unter Par. Ich habe heute wirklich gut gespielt, den Ball gut getroffen. Ich habe einige gute Putts gespielt, habe mich aber ein paarmal verlesen. Ein paarmal war die Geschwindigkeit nicht richtig. Aber im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Sepp Straka, Profigolfer Auch der Tiroler Lokalmatador Maximilian Steinlechner bleibt in Lauerstellung. Er startete stark mit vier Birdies auf den ersten neun Löchern, verlor jedoch durch zwei Bogeys an den Löchern 15 und 18 an Boden. Mit einer 68 am Freitag liegt auch er bei sieben unter Par und teilt sich den 11. Platz mit Straka.

Die Strategie: Präzision gegen amerikanische Power

Highlights der 2. Runde | 2026 Austrian Alpine Open präsentiert von Kitzbühel Tirol
Der Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee-Reith verzeiht wenig. Während in den USA oft die reine Distanz des Drivers im Vordergrund steht, erzwingt das alpine Gelände in Tirol ein taktischeres Vorgehen. Duane Bock, der Caddie von Sepp Straka, der bereits seit 2005 im Profigeschäft tätig ist, betont diesen Unterschied deutlich. Auf den engen Bahnen in Kitzbühel müsse jeder Schlag behutsamer und genauer sein. In Amerika haue man oft einfach zweimal auf den Ball und schaue, wo er landet; hier in Tirol müsse man hingegen genau überlegen, bevor man ausholt. Diese strategische Komponente macht den Platz zu einer Herausforderung, bei der Ballstriking allein nicht ausreicht. Interessanterweise scheint ein altes Knieleiden aus der College-Zeit Straka nicht zu bremsen. Sein Team arbeitet intensiv an Balance und Gewichtsverteilung, was ihm auf den anspruchsvollen Bahnen einen Vorteil verschafft.

Cut-Drama und die Ausfälle der Favoriten

Cut-Drama und die Ausfälle der Favoriten
cluster (priority): sport.ORF.at
Während die Spitze strahlt, war der Freitag für andere ein Tag der Frustration. Besonders schmerzhaft ist das Aus für den Titelverteidiger Nicolai von Dellingshausen, der den Cut verpasste. Auch Matthias Schwab musste das Turnier vorzeitig beenden. Bernd Wiesberger rettete sich zwar ins Wochenende, doch die Freude hielt sich in Grenzen. Mit einer 69 am Freitag liegt er bei fünf unter Par auf Rang 30. Wiesberger beschrieb den Tag als sehr frustrierend auf allen 18 Löchern. Die aktuelle Situation nach 36 Löchern lässt sich in folgender Übersicht zusammenfassen:
Spieler Land Score (unter Par) Status/Rang
Andrew Johnston England -11 Führend
Kota Kaneko / R. Cabrera Bello / C. Hill Diverse -10 T2
Marcel Schneider Deutschland -8 T5
Sepp Straka / Max. Steinlechner Österreich -7 T11/12
Bernd Wiesberger Österreich -5 30
Für das kommende Wochenende bleibt die zentrale Frage, ob Andrew Johnston seine Fehlerfreiheit beibehalten kann oder ob die emotionale Welle der heimischen Unterstützung Straka und Steinlechner den nötigen Push gibt, um die vier Schläge Rückstand aufzufüllen. In einem Umfeld, das laut Kronen Zeitung für neue Dimensionen in Kitzbühel sorgt, wird die psychische Belastbarkeit auf den engen Fairways den Ausschlag geben.
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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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