Audi hat Thomas Fuhr zum neuen CEO der Audi Formula Racing GmbH ernannt. Ab dem 1. November 2026 übernimmt der Ingenieur die Leitung des Motorenprojekts in Neuburg an der Donau. Mit dieser Personalentscheidung will das Team die Entwicklung seiner Formel-1-Antriebseinheit für die kommenden Saisons maßgeblich vorantreiben.
Thomas Fuhr übernimmt Geschäftsführung in Neuburg
Der Automobilhersteller Audi baut seine Führungsstruktur für den Einstieg in die Formel 1 um. Wie das Unternehmen am Mittwoch offiziell bestätigte, tritt Thomas Fuhr zum 1. November 2026 die Position des CEOs bei der Audi Formula Racing GmbH an. Die Gesellschaft mit Sitz in Neuburg an der Donau ist für die Entwicklung und Fertigung des gesamten Antriebsstrangs verantwortlich, inklusive Hybridantrieb und Getriebe.
📰: Audi has appointed Thomas Fuhr as CEO of its F1 powertrain division in Neuburg, Germany. The former Mercedes-AMG engine boss will support Audi’s engine development as Stefan Dreyer focuses on technical progress ahead of the team’s long-term F1 ambitions.#F1 #MexicoGP pic.twitter.com/9ht6CM9nHY
Bereits im Jahr 2022 wurde die Audi Formula Racing GmbH gegründet, was vier Jahre vor dem offiziellen Einstieg des Rennstalls in die Formel 1 stattfand. Während das eigentliche Rennteam im schweizerischen Hinwil beheimatet ist, entsteht die Power des Formel-1-Fahrzeugs in Neuburg. Der dortige Standort war zuvor die Heimat für die Motorsport-Programme von Audi in Le Mans, der DTM, der Rallye Dakar und der Formel E. Die bestehende Infrastruktur von Audi Sport wurde für das Formel-1-Projekt modernisiert und erweitert. Zur Vergrößerung der Testanlage dient ein rund 3.000 Quadratmeter großes, neues Gebäude, das Labore und spezialisierte Werkstätten beherbergt. Zudem verfügt AFR über mehr als 20 hochmoderne Motor- und Komponentenprüfstände und ist der einzige operative Standort eines Formel-1-Projekts in Deutschland. Die Anlage wurde von der FIA mit einer Drei-Sterne-Umweltzertifizierung ausgezeichnet, was der höchsten Stufe gemäß den Richtlinien des Automobil-Weltverbands entspricht. Der Standort liegt lediglich 16 Kilometer vom Hauptsitz der AUDI AG in Ingolstadt entfernt.
Fuhr ist in der Branche kein Unbekannter. Der 61-jährige Ingenieur bringt über 30 Jahre internationale Erfahrung mit. Zwischen 2009 und 2012 leitete er als Geschäftsführer die Motorenabteilung Mercedes-AMG High Performance Powertrains und war damit maßgeblich an jenen erfolgreichen Power-Units beteiligt, die dem Silberpfeil-Team ab 2014 acht Weltmeistertitel in Folge einbrachten. Nach seinem Abschied von Mercedes bekleidete Fuhr Managementpositionen bei Grohe und Lixil. Verantwortlich für die Steuerung anspruchsvoller globaler Ingenieurs- und Fertigungsstrukturen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produktion, operative Exzellenz sowie technologische Innovation war er davor als Chief Technology Officer bei Georg Fischer Building Flow Solutions. Er soll nun die Strukturen in Neuburg weiterentwickeln und die Kompetenzen innerhalb der Organisation stärker bündeln.
Une recrue de poids pour Audi, Thomas Fuhr est nommé directeur général et supervisera l’ensemble du projet Audi en Formule 1 ! 🚨Il connaît déjà bien la F1 puisqu’il était Directeur Général de Mercedes-AMG High Performance Powertrains entre 2009 et 2012. Via @Racingnews365c… pic.twitter.com/JjvuUUYAe0
Das Team in Neuburg hat ein komplett neues Triebwerk entwickelt und auf die Strecke gebracht. Ich möchte auf dieser Arbeit aufbauen, indem ich die Kompetenzen in der gesamten Organisation zusammenführe und die Bedingungen dafür schaffe, dass wir auf höchstem Niveau konkurrenzfähig sind.
Thomas Fuhr, neuer CEO der Audi Formula Racing GmbH
Veränderte Verantwortlichkeiten bei Stefan Dreyer und Christian Foyer
Die Verpflichtung von Fuhr ermöglicht eine klarere Aufgabentrennung innerhalb des Führungsteams. Stefan Dreyer, der als Chief Technology Officer (CTO) fungiert, kann sich künftig voll und ganz auf die technische Entwicklung der Formel-1-Power-Unit von Audi konzentrieren
, wie das Unternehmen mitteilte. Das operative Tagesgeschäft am Standort Neuburg bleibt weiterhin in den Händen von Chief Operating Officer (COO) Christian Foyer.
Die CEO-Position bei Audi Formula Racing war seit Anfang 2025 vakant, nachdem der frühere Geschäftsführer Adam Baker das Unternehmen verlassen hatte. Projektleiter Mattia Binotto (56), der die Gesamtverantwortung für alle Formel-1-Aktivitäten trägt und früher Teamchef der Scuderia Ferrari war, erhofft sich von der neuen Struktur einen entscheidenden Impuls für die Wettbewerbsfähigkeit des Teams.

Thomas versteht die technischen Herausforderungen und weiß, was es braucht, um leistungsstarke Teams aufzubauen und zu führen. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass er eine Schlüsselrolle dabei spielen wird, das Team und die Organisation weiterzuentwickeln, damit wir zum besten F1-Hersteller werden.
Mattia Binotto, Projektleiter F1 bei Audi
Herausforderungen für das Audi-Team in der ersten Formel-1-Saison
Der Einstieg als Werksteam verlief für Audi bisher wechselhaft. Audi kann zufrieden auf die erste Saison als Werksteam in der Formel 1 zurückblicken, in der es dem Neuling gelang, direkt munter im Mittelfeld mitzuschwimmen. Ohne die erwarteten Kinderkrankheiten zu Beginn des Jahres hätte sich das Team in der Gesamtwertung wohl noch etwas höher einordnen können, während ein wesentlicher Schwachpunkt im technischen Paket unter der Haube lag. Nach 23 Punkten in der laufenden Saison belegt das Team fünf Rennen vor Saisonende den achten Platz in der Konstrukteurswertung. Zum Vergleich: Das Vorgänger-Team Sauber landete in der Team-Wertung am Ende der vergangenen Saison auf dem neuntelten Platz.
Mit der neuen Führungsebene in Neuburg setzt das Unternehmen auf eine Kombination aus technischem Verständnis und Managementerfahrung, um die Voraussetzungen für eine langfristige strategische Entwicklung zu schaffen. Wie Jürgen Rittersberger, CFO der Audi AG und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von Audi Formula Racing, betonte, sei diese Personalentscheidung für die langfristigen Ziele des Projekts von grundlegender Bedeutung.
Audi – Un acquisto "made in Mercedes" per crescereIl costruttore tedesco ha assunto l'ex Mercedes Thomas Fuhr come CEO del comparto power unit della casa dei Quattro Anelli#AudiF1https://t.co/LVlUA0Dd9H
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