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Technik und Wissenschaft

Arrowspace S1: Neuer Schraubendreher nutzt KI zur Bit-Auswahl

Ein neues Crowdfunding-Projekt verbindet eine verkleinerte HD-Kamera und künstliche Intelligenz direkt mit einem elektrischen Schraubendreher. Das Gerät scannt Schraubenköpfe, erkennt über eine eigens trainierte Software den passenden Bit und stellt das Drehmoment automatisch ein, um Materialschäden zu verhindern.

Wer schon einmal bei einer Reparatur den falschen Schraubendreher angesetzt und den Kopf eines filigranen Bauteils rundgedreht hat, kennt das Problem. Die Auswahl des korrekten Aufsatzes erfordert oft mühsames Ausprobieren. Das in Hongkong ansässige Unternehmen Arrowmax will diesen alltäglichen Frust mit einem neuen Werkzeug beenden und brachte dafür den Arrowspace S1 auf den Markt.

Kameratechnik und Taster am Gerätespitz

Das technische Herzstück des elektrischen Schraubendrehers sitzt direkt an der Vorderseite. Neben einer kleinen HD-Kamera mit integrierter Beleuchtung befindet sich ein mechanisches Bauteil, das laut Hersteller als precision contact probe bezeichnet wird wie Berichte detailliert beschreiben. Dieser Taster fährt aus und ruht während des Scans auf der Oberfläche des Schraubenkopfes.

AI Electric Screwdriver Uses a Camera to Identify Bits
Foto: wvtra.org

Durch diese mechanische Führung wird sichergestellt, dass die Kamera stets den optimalen Fokussierungsabstand einhält. Das ist besonders bei winzigen Schrauben, wie sie in Brillen, Laptops oder Spielekonsolen vorkommen, entscheidend für die Erkennungsgenauigkeit. Die so gewonnenen Bilddaten verarbeitet ein internes, von Arrowmax selbst trainiertes KI-Modell, das auf Zehntausenden realen Aufnahmen basiert und laut Unternehmensangaben ganz ohne externe Trainingsdaten auskommt.

Crowdfunding-Erfolg und geplante Auslieferung im April 2027

Die Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter startete am 20. Oktober 2026 und übertraf ihr Finanzierungsziel innerhalb von nur 24 Stunden um ein Vielfaches berichten beteiligte Beobachter. Für Unterstützer ist der Schraubendreher als Einzelgerät ab rund 79 US-Dollar erhältlich während Tech-Plattformen frühe Einstiegspreise zwischen 79 und 80 US-Dollar nennen.

Wer das vollelektronische System mit intelligenter Aufbewahrung nutzen möchte, kann zu einem Paket greifen, das den S1 mit einer intelligenten Bit-Box bündelt. Diese Variante kostet im Vorverkauf rund 129 US-Dollar und enthält eine Auswahl von 52 Stahlbits. Die regulären Auslieferungen der Geräte sollen nach aktuellen Planungen im April 2027 beginnen wie die begleitenden Kickstarter-Informationen bestätigen.

S1 World's First AI Electric Screwdriver With Eyes And Brain

Automatische Bit-Erkennung und smarte Aufbewahrung

Nachdem die Kamera das Bild einer Schraube aufgenommen hat, wertet die Software das Format aus. Die genaue Art und Größe des benötigten Aufsatzes wird dem Anwender daraufhin über eine lokale Smartphone-Anwendung angezeigt die ohne ständige Internetverbindung auskommt. Zusätzlichen Komfort bietet das optionale Smart Case: Integrierte Leuchtdioden signalisieren direkt an der jeweiligen Aussparung, in welchem Fach sich der exakt passende Bit befindet womit langes Suchen im Werkzeugkasten entfällt.

Parallel dazu greift die Steuerung des Schraubendrehers in den Arbeitsprozess ein. Basierend auf dem erkannten Schraubentyp passt das Gerät das Drehmoment eigenständig an, um ein Überdrehen des Gewindes oder eine Beschädigung des Materials zu verhindern wobei der Nutzer die Parameter über das integrierte OLED-Display und die App auch manuell justieren kann. Das Drehmoment bewegt sich dabei in einem Bereich zwischen 1 und 10 kgf/cm während ein 600mAh starker Lithium-Polymer-Akku Energie für rund 900 Schraubvorgänge liefert.

Ai screwdriver identifies bits via camera in kickstarter launch
Foto: techbuzz.ai

Technische Daten und offene Fragen zur Alltagstauglichkeit

Trotz des erfolgreichen Crowdfunding-Starts weisen Branchenbeobachter darauf hin, dass die Leistungsfähigkeit von KI-Werkzeugen im realen Werkstattalltag erst unabhängige Tests beweisen müssen wie unter anderem Analysen betonen. Insbesondere verschmutzte Schraubenköpfe, starker Lichteinfall oder tief im Material versenkte Schrauben könnten die optische Erkennung erschweren.

Das verbaute Kamerasystem hilft dem Anwender vor allem dabei, sichtbare Verschraubungen direkt am Einsatzort zu bestimmen, ohne dass dafür erst umständlich in gedruckten Bit-Tabellen geblättert werden muss.

Zudem erklären Tester, dass die gewählte Lösung bei einer falschen Bit-Größe wirksam vorbeugt, da die falsche Wahl andernfalls leicht zu beschädigten Köpfen und dadurch ungleich schwereren Reparaturen führen kann.

Ausstattung & Technische DatenWerte des Arrowspace S1
Preis (Einzelgerät)ca. 79 bis 80 US-Dollar
Preis (Paket mit Smart Case & 52 Bits)ca. 129 US-Dollar
Geplante Auslieferungab April 2027
Akkukapazität & Laufzeit600mAh LiPo, bis zu 90 Minuten
Drehmomentbereich1 bis 10 kgf/cm

Experten verweisen zudem darauf, dass automatische Drehmomenteinstellungen keine Rücksicht auf Materialhärte, vorgebohrte Tiefen oder gealterte Bauteile nehmen können. Bei sicherheitskritischen oder strukturellen Reparaturen bleibt die manuelle Kontrolle durch den Anwender daher unerlässlich geben Fachanalysen zu bedenken.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.