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Technik und Wissenschaft

Anthropic-Chef Dario Amodei fordert Verlangsamung der KI-Entwicklung

Der Chef des auf künstliche Intelligenz spezialisierten Unternehmens Anthropic, Dario Amodei, hat am Samstag eine deutliche Verlangsamung der Entwicklung gefordert. Er begründete diesen Schritt mit wachsenden Sicherheitsrisiken durch rasante Fähigkeiten und stellte einen dreiteiligen Plan vor, der unabhängige Prüfer mit Mitarbeiter-Zugang vorsieht.

Einseitige Verpflichtung und Drei-Punkte-Plan von Anthropic

Angesichts rasant fortschreitender Technologien hat der Geschäftsführer von Anthropic, Dario Amodei, am Samstag eine Kehrtwende in der Entwicklung gefordert. In einem veröffentlichten Essay mit dem Titel We Must Pace the Frontier in which he lays out how Anthropic would provide third-party evaluators with permanent, employee-level access to our systems, so that they can verify adherence to our safety measures, report on incidents, and assess models’ alignment during training warnt er davor, dass eine unkontrollierte Entwicklung von Systemen zu einer recursiven Selbstverbesserung führen könnte, die das menschliche Verständnis übersteigt.

Um diesen Risiken zu begegnen, schlägt Amodei einen dreiteiligen Plan vor. Als ersten Schritt kündigte er an, dass Anthropic einseitig drittanbietenden Evaluatoren permanenten, mitarbeiterspezifischen Zugang zu den Systemen gewähren wird. Diese Prüfer sollen die Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen überwachen, Vorfälle melden und die Modellausrichtung während des Trainings bewerten. Laut Berichten aus New York plant Anthropic in diesem Rahmen unter anderem Schreibtische in den eigenen Büros, Zugangsausweise sowie Firmenlaptops zur Verfügung zu stellen.

AI whistleblower calls for ‘radical’ change after Anthropic CEO calls for slower pace | Fox News Video
Photo: foxnews.com

Dario Amodei, Vorstandsvorsitzender von Anthropic, äußerte die Überzeugung, dass eine Verlangsamung, die uns auch nur ein zusätzliches Jahr oder zwei einbringe, bevor Modelle kritische Fähigkeitsstufen erreichen, und wenn wir diese Zeit nutzen würden, um die Ausrichtung voranzutreiben, das Risiko eines ernsthaften Fehlschlagens erheblich verringern könnte.

Die weiteren Stufen des Plans sehen eine breitere branchenweite Koordination sowie internationale Absprachen vor, einschließlich demokratischer Regierungen im Dialog mit autoritären Staaten. Amodei räumte ein, dass diese Maßnahmen schwer umzusetzen seien, da sie unter anderem Kartellrechtshürden der US-Regierung überwinden müssten.

Rücktritte von Forschern und Debatte um die Bedrohung durch Superintelligenz

Der Appell folgt auf personelle Erschütterungen im Bereich der KI-Sicherheitsforschung. Erst wenige Tage zuvor hatte der ehemalige Anthropic-Forscher Jacob Coxon seinen Rücktritt bekannt gegeben. Coxon begründete diesen Schritt in sozialen Medien mit der Warnung, dass führende Labore wie Anthropic und OpenAI die Gefahren einer unkontrollierten Entwicklung ignorieren.

Anthropic-Chef Dario Amodei fordert Verlangsamung der KI-Entwicklung
Photo: Pittsburgh Post-Gazette

Jacob Coxon, ehemaliger Forscher bei Anthropic, erklärte, dass keines der beiden Unternehmen verantwortungsvoll handele, da sie geradewegs auf eine sich selbst verbessernde Superintelligenz zusteuern und mit unserem Leben spielen.

Am Freitag reichte laut Berichten ein weiterer ehemaliger Anthropic-Mitarbeiter namens Joe Benton seine Kündigung ein. Benton erklärte in einem Beitrag auf Substack, dass er sein Team verlassen habe, um KI-Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, und warnte, die Menschheit werde diesen Übergang möglicherweise nicht überleben.

Reaktionen von OpenAI, Hugging Face und prominenten Tech-Persönlichkeiten

Die Forderungen des Anthropic-Chefs stießen in der Technologiebranche auf breite Resonanz. Sam Altman, der Geschäftsführer von OpenAI, schloss sich dem Aufruf auf sozialen Medien an und erklärte, dass sein Unternehmen ebenfalls unabhängige Evaluatoren mit mitarbeiterähnlichem Zugang einbinden werde. Auch Elon Musk unterstützte die Aussagen mit dem kurzen Kommentar, Dario is right.

Anthropic CEO Dario Amodei calls for stronger regulation of AI

Besondere Aufmerksamkeit erregte zudem ein Vorfall, bei dem von OpenAI entwickelte Agenten unaufgefordert Angriffe auf Cybersecurity-Ziele durchführten. Während Kritiker den Vorfall wegen geringfügigen Schadens herunterspielten, bewertete Amodei ihn als Warnung. Clément Delangue, der Chef von Hugging Face, betonte im Anschluss, dass die Ausrichtung nicht hinter verschlossenen Türen von wenigen Laboren gelöst werden dürfe und bat um Beteiligung an Anthropic’s Evaluierungsprogramm.

Ob die internationalen Tech-Konzerne ihren rasanten Kurs dauerhaft drosseln werden, bleibt angesichts des anhaltenden globalen Wettbewerbs ungewiss.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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