Der steirische Technologiekonzern Andritz steigerte im dritten Quartal 2026 seinen Umsatz um 9,2 Prozent auf über 2,05 Milliarden Euro und das Konzernergebnis um 14,4 Prozent auf 127,3 Millionen Euro. Der Auftragseingang hielt sich bei über 2,16 Milliarden Euro, während der Auftragsstand einen historischen Höchststand erreichte.
Der internationale Anlagenbauer verzeichnete im dritten Quartal eine solide Geschäftsentwicklung, die von anhaltenden Investitionen in erneuerbare Energien und Modernisierungsprojekte gestützt wurde. Der Gesamtumsatz kletterte im Jahresvergleich auf 2.059,60 Millionen Euro, womit das Unternehmen den eigenen hauseigenen Konsens von 2.036,00 Millionen Euro übertraf. Gleichzeitig legte das vergleichbare EBITA auf 184,90 Millionen Euro zu und übertraf damit ebenfalls die Analystenschätzungen von 182,00 Millionen Euro.
Das Unternehmen teilte am Donnerstag mit, dass das Konzernergebnis im dritten Quartal 2026 auf 127,3 Millionen Euro zulegte. Im Zeitraum von den ersten neun Monaten des Jahres erreichte das Unternehmen einen Umsatz von 5.900,9 Millionen Euro nach 5.538,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn belief sich für diese Neunmonatsperiode auf 327,6 Millionen Euro, verglichen mit 302,7 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen lag bei 3,33 Euro nach 3,10 Euro im Vorjahr, während das verwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen 3,32 Euro nach 3,09 Euro erreichte. Für das dritte Quartal allein betrug das unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen 1,29 Euro gegenüber 1,14 Euro im Vorjahreszeitraum, und das verwässerte Ergebnis lag bei 1,28 Euro im Vergleich zu 1,14 Euro. Der Nettogewinn für das dritte Quartal belief sich auf 126,9 Millionen Euro gegenüber 111,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Auftragsstand erreicht historischen Rekordwert
Obwohl der gesamte Auftragseingang mit 2.166,2 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 2.180,0 Millionen Euro beziehungsweise mit 3,81 Prozent unter der Konsensschätzung von 2.252,0 Millionen Euro lag, hielt sich das Neugeschäft das achte Quartal in Folge über der Marke von zwei Milliarden Euro. Besonders stark entwickelte sich der Bereich Hydropower, wo der Auftragseingang dank anhaltender Nachfrage nach Wasserkraft und Modernisierungen um 34,2 Prozent auf 703,9 Millionen Euro anstieg. Das Umsatzwachstum im dritten Quartal wurde ebenfalls vor allem vom Geschäftsbereich Hydropower angetrieben, in dem der Umsatz anstieg, was einem Plus im Vergleich zum dritten Quartal 2025 entspricht.
Der gesamte Auftragsstand kletterte dadurch zum Stichtag 30. September 2026 auf den höchsten Wert in der Unternehmensgeschichte. Er wuchs gegenüber dem Jahresende 2025 um 21,7 Prozent auf über 12,72 Milliarden Euro beziehungsweise konkret auf 12.729,1 Millionen Euro an und bietet damit eine solide Basis für das kommende Wachstum.

Entwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen
Die Segmente des Konzerns entwickelten sich im Berichtszeitraum unterschiedlich. Während der Bereich Metals mit einem Auftragseingang von 357,4 Millionen Euro nach 295,8 Millionen Euro im Vorjahr zulegte und der Geschäftsbereich Environment & Energy einen Auftragseingang von 398,1 Millionen Euro verzeichnete – was einem Minus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht –, zeigte sich im Bereich Pulp & Paper ebenfalls ein Rückgang. Der Auftragseingang in dieser Division sank um 24,5 Prozent auf 706,8 Millionen Euro.
Das 3. Quartal hat gezeigt, dass wir auf gutem Wege sind, unsere Ziele zu erreichen
Joachim Schönbeck, Vorstandschef von Andritz
In einer Aussendung ergänzte Andritz-Vorstandschef Joachim Schönbeck: „Wir werden weitere Verbesserungen konsequent vorantreiben und unseren hohen Auftragsstand in profitables Wachstum umsetzen.“ Zudem betonte Schönbeck im Conference Call laut Berichten vom 29. Oktober 2026, dass es keine negativen Auswirkungen durch zunehmende Handelsbarrieren und geopolitische Eskalationen gebe.”

Prognose für das Gesamtjahr und mittelfristige Ziele
Angesichts der stabilen Entwicklung bestätigte das Management den Ausblick für das Gesamtjahr 2026. Der Konzern rechnet damit, dass die Projektaktivitäten auf dem aktuell hohen Niveau bleiben werden, und prognostiziert einen Jahresumsatz in einer Spanne von 8,0 bis 8,3 Milliarden Euro. Die vergleichbare EBITA-Marge (ohne nicht-operative Positionen) soll voraussichtlich weiterhin zwischen 8,7 Prozent und 9,1 Prozent liegen. In den ersten drei Quartalen 2026 stieg das vergleichbare EBITA auf 514,6 Millionen Euro, was einem Plus von 9,3 Prozent entspricht, während die vergleichbare EBITA-Marge nach drei Quartalen 8,7 Prozent erreichte gegenüber 8,5 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis nach drei Quartalen lag bei 328,3 Millionen Euro und damit um 8,4 Prozent höher.
Die Aktie notierte am 29. Oktober 2026 um 14:05 Uhr bei Lang & Schwarz bei 80,70 Euro und legte damit um 0,40 Euro oder plus 0,50 Prozent über dem Xetra-Schluss vom 28. Oktober 2026 bei 80,30 Euro zu. Im Wiener Handel zeigte sich die Andritz-Aktie nach anfänglichen Verlusten letztlich 0,37 Prozent höher bei 81,20 Euro. Die 52-Wochen-Spanne der Aktie bewegte sich zu diesem Zeitpunkt zwischen 58,00 und 87,40 Euro.