Die Britin Amy Hunt gewann am Montag, den 10. August 2026, Gold über 100 Meter bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham. Mit einer Zeit von 11,00 Sekunden setzte sie sich gegen Ewa Swoboda aus Polen (11,02) und Delphine Nkansa aus Belgien (11,06) durch und krönte damit ihren Aufstieg zur schnellsten Frau Europas.
Es war ein Rennen, das bis zu den letzten Metern offen blieb. Der Vorsprung auf den zweiten Platz betrug lediglich 0,02 Sekunden.
Vom Silber zum Gold: Hunts Aufstieg in Birmingham
Für die 24-jährige Hunt markiert dieser Sieg den ersten großen internationalen Goldtitel ihrer Karriere. Nur zwei Wochen zuvor musste sie bei den Commonwealth Games in Glasgow mit Silber puasieren. Diese Erfahrung trieb sie in Birmingham an.
„I had to upgrade this time. I was getting fed up with silver,“
Amy Hunt
Aktuell trainiert sie unter der Leitung von Marco Airale in Padua, nördlich von Venedig. Hunt beschrieb ihren Sieg in Birmingham als einen persönlichen Wendepunkt und betonte ihre Fähigkeit, in der Schlussphase eines Rennens Ruhe zu bewahren.
„I think this was definitely a coming of age for me. I know I’m so strong in the end and I always have that kind of extra magic in the last 40, 50. I just say ‘chill’. The biggest thing is not panicking, trusting in my very long legs, long femurs, and just staying calm and pulling through at the end.“
Amy Hunt
Die Konkurrenz und die enttäuschte Titelverteidigerin
Das Feld der 100-Meter-Läuferinnen galt als eines der offensten der Meisterschaften, da keine Athletin eine absolute Dominanz ausstrahlte. Dies bestätigte sich im Finale.
Besonders deutlich war die Niederlage der Titelverteidigerin Dina Asher-Smith. Die Britin, die bereits sechs Europatitel gewonnen hatte, belegte lediglich den fünften Platz mit einer Zeit von 11,10 Sekunden. Während dies ihre Saisonbestleistung war, reicht es nicht für das Podium.
Jakob Ingebrigtsens spektakulärer Comeback-Sieg
Neben dem Sprint-Drama sorgte der Norweger Jakob Ingebrigtsen für eine der bemerkenswertesten Leistungen des Tages. Nach elf Monaten Ausfall aufgrund einer Operation an der Schutzhülle seiner linken Achillessehne kehrte der Olympiasieger über 5.000 Meter auf das Podium zurück. apnews.com berichtet, dass Ingebrigtsen den Titel in 13:15,29 Minuten gewann.
Sein Sieg war ein taktisches Meisterstück. Über die ersten drei Kilometer blieb er am Ende eines großen Feldes und ließ sogar eine Lücke von etwa fünf Sekunden zu. Erst auf den letzten Runden überholte er seine Gegner nacheinander. In den letzten 50 Metern beschleunigte er massiv, um den Deutschen Florian Bremm zu überholen, der schließlich Silber gewann. Etienne Daguinos aus Frankreich sicherte sich Bronze.
„Coming from the lowest of lows to be European champion again means the world to me. Not even I believed it could happen coming here. Only with 600 meters to go I knew I would win.“
Jakob Ingebrigtsen
Mit diesem Sieg ist Ingebrigtsen der erste Mann in der Geschichte der Europameisterschaften, der die 5.000-Meter-Distanz viermal gewonnen hat. Er verzichtet in Birmingham jedoch auf einen Start über 1.500 Meter.
Weitere Ergebnisse und Stadionatmosphäre in Birmingham
Im Kugelstoßen dominierte die Niederländerin Jessica Schilder. Sie gewann Gold mit einer Weite von 20,73 Metern und sicherte sich damit ihren dritten Titel in Folge nach Siegen in München 2022 und Rom 2024. Trotz eines verletzten Fingers bezeichnete sie diesen Sieg als den easiest
der drei, da ein deutlicher Abstand zu ihren Konkurrentinnen bestand, wie apnews.com berichtet.

Trotz der sportlichen Höhepunkte war die Stimmung im Alexander Stadium durch eine geringe Zuschauerzahl getrübt. Obwohl die Kapazität durch temporäre Tribünen auf 20.000 Plätze erhöht wurde, blieben viele Bereiche leer.
Die britische Delegation konnte zudem Silber in der Mixed-4x400m-Staffel (Charlotte Henrich, Ben Jefferies, Toby Harries und Yemi Mary John) gewinnen, während Norwegen Gold holte.
Amy Hunt hat sich nach ihrem ersten Goldtitel bereits ehrgeizige Ziele gesetzt: Sie strebt insgesamt vier Goldmedaillen bei diesen Meisterschaften an. Neben dem 200-Meter-Lauf am Donnerstag stehen noch die 4x100m-Staffeln der Frauen sowie die Mixed-Staffel am kommenden Wochenende auf ihrem Programm.
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