Alfa Romeo hat auf dem Pariser Autosalon 2026 das Konzeptfahrzeug Cuorerosso vorgestellt. Der viertürige Grand Tourer setzt auf einen hybridisierten V6-Motor, ein neuartiges Steer-by-Wire-Lenksystem und eine aerodynamische Formgebung, die künftige Serienmodelle prägen soll.
Ein manifestartiges Viersitz-Konzept für die Pariser Premiere
Entgegen früherer Mutspielereien rund um eine zweisitzige Coupé-Linie präsentiert sich der Alfa Romeo Cuorerosso als viersitziger Grand Tourer mit markanten Proportionen. Die Konzeptstudie feierte ihre Weltpremiere am 12. Oktober 2026 auf dem Alfa-Romeo-Stand in Halle 4 des Ausstellungsgeländes Paris Expo Porte de Versailles im Rahmen des Pariser Autosalons. Wie der Auto- und Industriekonzern in den ersten Details bekanntgab, versteht sich das Fahrzeug weder als unmittelbarer Vorbote eines konkreten Serienmodells noch als reine Stilübung. Vielmehr fungiert der Entwurf des Centro Stile aus Turin als Designmanifest, das neue Ideen, Sprachen und Lösungen erforscht und die Perspektive der Marke auf die Mobilität von morgen ausdrückt.
Die Abmessungen spiegeln den Anspruch eines Grand Tourers mit dem Auftreten eines Supercars wider: Das Konzeptfahrzeug misst 4.700 Millimeter in der Länge, 1.980 Millimeter in der Breite und lediglich 1.331 Millimeter in der Höhe bei einem Radstand von 2.930 Millimetern. Im Profil fällt die klassische Keilform auf, die der Karosserie eine ausgeprägte Spannung verleiht und in einem aerodynamisch optimierten Heck im traditionellen Coda-Tronca-Stil mit integriertem Diffusor ausläuft, womit ein Luftwiderstandsbeiwert von 0,28 erreicht wird. Auto&Design hob hervor, dass die Karosserie in einem Prozess, bei dem Designer zunächst ohne Räder, Fenster oder Details an den Proportionen arbeiteten, als monolithischer Block aus einem einzigen Volumen skulpturiert wurde.
Designphilosophie und die Ästhetik der Notwendigkeit
Im Zentrum der Gestaltung steht der vom Hersteller als Bellezza Necessaria
bezeichnete Ansatz.
„Das ist unsere Vorstellung von Bellezza Necessaria: Autos zu entwerfen, die für Fahrbegeisterte gemacht sind, die ihre Zeit interpretieren und gleichzeitig zu Ikonen werden können“,”
Santo Ficili, CEO von Alfa Romeo und Maserati
Im Innenraum setzt die Marke auf eine Kombination aus traditionellen Anspielungen und modernen Technologien. Die Instrumenteneinheit greift das klassische Thema des zweigeteilten Tachos im Sinne des Cannocchiale auf, der in den sportlichen Fahrmodi zu einer zentralen Anzeige im Stil der großen Instrumente aus den 1960er Jahren des 33 Stradale verschmilzt, wobei das System durch die STLA-SmartCockpit-Technologie von Stellantis ermöglicht wird. Ergänzt wird das Cockpit durch ein Steer-by-Wire-System ohne mechanische Verbindung zu den Vorderrädern, ein Lenkrad mit abgeflachter Oberkante sowie durch haptische Bedienelemente für Audiosystem und Klimaanlage auf der Mittelkonsole, während physische Schalter für Gangwahl und Fahrmodi ergänzend hinzukommen. Darüber befindet sich das Magma-Display, ein hinterleuchteter OLED-Bildschirm, der auf einer dunklen Blende verborgen bleibt, bis Fahrer oder Beifahrer ihn benötigen.

Antriebstechnik und der Weg zu künftigen Quadrifoglio-Modellen
Unter dem Blech des Konzeptfahrzeugs steckt ein technischer Vorschlag für künftige Hochleistungsfahrzeuge der Marke. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Wandlerautomatikgetriebe an alle vier Räder, unterstützt durch eine Kardanwelle aus Kohlefaser, womit Technologie konsequent in den Dienst des Fahrvergnügens gestellt werden soll. Parallel verfolgt Alfa Romeo eine Mehrenergie-Zukunft, die vollelektrische Antriebe, Plug-in-Hybride, Mild-Hybride und Vollhybride umfasst.
CarBuzz wies darauf hin, dass die weltweiten Verkäufe der Marke in der ersten Jahreshälfte 2026 trotz solider Zuwächse in Märkten wie dem Vereinigten Königreich, Mexiko und Japan um 21 % auf insgesamt 28.064 Neuzulassungen zurückgingen. Vor diesem Hintergrund dient der sportliche Auftritt vor allem dazu, Aufmerksamkeit zu erregen und die Diskussion über die Marke anzukurbeln.
Materialauswahl und kommende Baureihen im Stellantis-Verbund
CEO Santo Ficili betonte im Gespräch mit dem Magazin, dass er für die Zukunft große Qualität einfordere, da man besessen von Qualität sei.
Der Ausblick erstreckt sich bereits auf kommende Modellzyklen: Die Produktion der aktuellen Giulia-Limousine und des großen SUVs Stelvio wird im kommenden Jahr enden, wodurch die alternde Modellpalette vorübergehend von Junior und Tonale getragen wird. Dennoch ist eine vom Cuorerosso inspirierte Neuauflage des Tonale für das Jahr 2028 geplant, gefolgt von einem hochgelegten Nachfolger für 147 und Giulietta, während die Marke zudem eine mögliche Weiterentwicklung des D-Segments evaluiert, die vor Ende des Jahrzehnts zu einem Nachfolger des Stelvio-Flaggschiffs führen könnte.

Die vorderen Sportsitze zeichnen sich durch stark ausgeformte Wangen aus und verfügen über eine rote Rückenlehne sowie eine markante schwarze, dreieckige Kopfstütze mit eingeprägtem Alfa-Romeo-Logo, während die gegenläufig öffnenden Türen im Stil von hinten angeschlagenen Portalen sowie der Verzicht auf einen konventionellen Kofferraum rein konzeptionellen Charakter behalten.
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