Alex Smalley führt die 108. PGA Championship nach den ersten beiden Runden in Aronimink mit vier Schlägen unter Par an. Gemeinsam mit Maverick McNealy überrascht der bisher sieglose Profi aus Rochester, New York, das Feld und besetzt unerwartet die vorderen Plätze der Rangliste bei diesem Major-Turnier.
Die 108. PGA Championship in Newtown Square, Pennsylvania, hat eine Wendung genommen, die kaum ein Experte auf dem Schirm hatte. Während die Favoriten mit dem Donald Ross Layout in Aronimink kämpfen, haben sich zwei Außenseiter an die Spitze gesetzt. Alex Smalley und Maverick McNealy führen das Feld derzeit an und haben die etablierten Größen des Golfsports vorerst in den Schatten gestellt.
Ein unerwarteter Angriff in Aronimink
Alex Smalley zeigte in der zweiten Runde eine Leistung, die im starken Kontrast zu seiner bisherigen Bilanz auf der PGA Tour steht. Nach einem schwierigen Start, bei dem er die ersten drei Löcher seines Back Nine mit drei aufeinanderfolgenden Bogeys spielte, fand der 29-Jährige wieder in ein rhythmisches Spiel. Mit Birdies an den Löchern 4 und 9 konnte er sich stabilisieren und beendete die Runde mit einer 1-unter 69.
Insgesamt steht Smalley nach zwei Spieltagen bei 136 Schlägen, was einer Bilanz von 4 unter Par entspricht. Sein Aufstieg an die Spitze der Rangliste ist für viele Beobachter überraschend, da er als unheralded Pair mit seinem Teamkollegen Maverick McNealy das Turniergeschehen dominiert. Smalley nutzte dabei die Chancen, die sich ihm boten, und zeigte eine mentale Stärke, die man ihm angesichts seiner bisherigen Statistiken nicht unbedingt zugetraut hätte.
Statistiken gegen die Intuition
Hinter dem aktuellen Erfolg steht ein Spieler, dessen Karriere bisher von Beständigkeit, aber selten von Siegen geprägt war. Smalley hat in 140 Starts auf der PGA Tour bislang keinen einzigen Sieg feiern können. Auch in Major-Turnieren war er bisher eher ein Statist. Seine beste Platzierung in einem Major war ein geteilter 23. Platz bei der PGA Championship 2023 in Oak Hill, seinem Geburtsort Rochester, New York.

Dennoch deutet seine aktuelle Form auf eine Entwicklung hin. In dieser Saison konnte Smalley bereits sieben Top-25-Platzierungen verzeichnen, darunter ein zweiter Platz in New Orleans und ein siebter Platz in Doral. Diese Konstanz scheint nun in Aronimink zu einer echten Chance auf einen Titel zu führen. Dass er nun in der Lage ist, unter dem Druck eines Major-Turniers die Führung zu übernehmen, markiert einen potenziellen Wendepunkt in seiner professionellen Laufbahn.
Der Umgang mit dem Rampenlicht
Mit der Führung in einem der bedeutendsten Turniere der Saison steigt auch die psychologische Belastung. Smalley, der sich selbst als eher zurückhaltenden Spieler beschreibt, muss nun lernen, mit der plötzlichen Aufmerksamkeit umzugehen. Die Präsenz der Leaderboards auf dem Platz in Pennsylvania scheint eine zusätzliche Herausforderung darzustellen.
Ich versuche es zu vermeiden, aber manchmal ist es schwer, weil die Leaderboards an so vielen Stellen direkt vor einem stehen.
Alex Smalley, PGA-Profi
Besonders die Atmosphäre vor den großen Zuschauergruppen ist für den New Yorker eine neue Erfahrung. Während er in seinen ersten Jahren auf der Tour mit der öffentlichen Aufmerksamkeit zu kämpfen hatte, scheint er sich nun langsam zu adaptieren, auch wenn die Intensität eines Major-Turniers eine andere Dimension erreicht.

Ich mag es nicht besonders, im Rampenlicht zu stehen, also versuche ich noch, mich an das Spielen vor großen Gruppen zu gewöhnen, wie es bei Turnieren wie diesem der Fall ist. Es ist ein anderes Gefühl, wenn man gleichzeitig von Hunderten oder Tausenden Augen beobachtet wird. Es kann ein wenig überwältigend sein.
Alex Smalley, PGA-Profi
Ob Smalley diesen Druck über die weiteren Runden hinweg aushalten kann, bleibt abzuwarten. Das Feld in Aronimink ist dicht gedrängt, und die kommenden Tage werden zeigen, ob dieser Ausbruch aus der Anonymität der PGA Tour Bestand hat oder ob die etablierten Stars die Führung zurückerobern werden.