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Aktienmärkte brechen wegen Angst vor KI-Regulierungen weltweit ein

Die Aktienmärkte weltweit haben am Donnerstag und Freitag schwere Einbrüche verzeichnet, nachdem der Wahlsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen im November 2026 bei Investoren die Furcht vor strengeren Regulierungen der Künstlichen Intelligenz geweckt hat.

Kurssturz an den Börsen in New York und Asien

An der New Yorker Börse verlor der technologielastige Index Nasdaq Composite am Donnerstag 5,5 Prozent, was laut Angaben von TV5Monde dem stärksten Rückgang seit April 2025 entspricht. Der Index rutschte damit in eine Korrekturphase und verlor mehr als zehn Prozent gegenüber seinem Höchststand Anfang Oktober. Der Dow Jones gab um 3,4 Prozent nach, während der breiter gefasste S&P 500 um 4,4 Prozent einbrach. Am Freitag erfasste die Verkaufswelle die asiatischen Märkte: Der südkoreanische Leitindex Kospi stürzte um rund sechs Prozent ab, der japanische Nikkei verlor ebenfalls etwa sechs Prozent, und auch die chinesischen Börsen gaben nach, wie SRF berichtet.

Aktienmärkte brechen wegen Angst vor KI-Regulierungen weltweit ein
Foto: information.tv5monde.com

Die südkoreanische Börse setzte den Handel vorübergehend für 20 Minuten aus, um Panikverkäufe einzudämmen. Die Regierung in Seoul berief ein Notfalltreffen ein und erklärte die wirtschaftlichen Fundamentaldaten für solide, während sie bei Bedarf weitere Maßnahmen in Aussicht stellte. In Europa fielen die Reaktionen moderater aus, da das Gewicht der Tech-Branche dort geringer ist. Frankfurt und London verloren jeweils rund 0,4 Prozent, Mailand gab um 1,0 Prozent nach, während Paris einen leichten Zuwachs von 0,3 Prozent verzeichnete. Der Schweizer Leitindex SMI sank am Freitag um rund zwei Prozent, nachdem er bereits am Vortag knapp 0,4 Prozent verloren hatte, wie Zonebourse dokumentiert.

Politischer Machtwechsel und Skepsis gegenüber Rechenzentren

Auslöser für den globalen Ausverkauf waren die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen, bei denen die Demokraten beide Parlamentskammern eroberten. Analysten und Marktbeobachter werten das Wahlergebnis als deutliches Signal gegen die bisher ungehemmte Ausbreitung von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Die neuen demokratischen Mandatsträger hatten vielfach im Wahlkampf versprochen, den Bau solcher Anlagen in ihren Wahlkreisen zu bremsen. Zudem verabschiedeten Wähler in Dutzenden US-Städten restriktive Maßnahmen gegen Rechenzentren, die wegen ihres enormen Strom- und Wasserbedarfs zunehmend auf lokalen Widerstand stoßen.

Les actions technologiques se sont effondrées après les élections de mi-mandat. Voici pourquoi

Der SRF-Wirtschaftsredaktor Jan Baumann ordnete die Lage für Anleger ein und betonte, dass nahezu weltweit die Aktienmärkte erzittern, da die Furcht vor mehr Regulierung der KI- und Tech-Industrie die Kurse rund um den Globus purzeln lässt. Neil Wilson sprach angesichts des Markteinbruchs von einem totalen Zusammenbruch der Technologiewerte auf einem Niveau der Kapitulation. Jose Torres von Interactive Brokers beschrieb den Markttag als ein unerwartetes Blutbad nach einer Phase der Beruhigung. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump machte via Truth Social die politischen Gegner für die Entwicklung verantwortlich.

les démocrates, et non les républicains

Donald Trump

Schwere Verluste bei Halbleiter- und Chipwerten

Besonders hart traf der Kurseinbruch die Halbleiterindustrie und Hersteller von Speicherkomponenten, die in den vergangenen Jahren stark vom Boom der Künstlichen Intelligenz profitiert hatten. In New York verzeichnete der Chiphersteller Nvidia einen Rückgang von rund neun Prozent, was einem Verlust des Marktwerts von etwa 400 Milliarden US-Dollar entspricht. Die als die „Sieben Magnifikanten“ bekannten großen Technologiekonzerne büßten zusammen rund 800 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung ein. Noch stärkere Einbrüche erlitten Speicherhersteller wie Seagate, Western Digital und Sandisk mit Kursverlusten von bis zu 22 Prozent. AMD verzeichnete einen Rückgang von 17,4 Prozent, Micron verlor 17,2 Prozent, und Broadcom gab um 10,2 Prozent nach. In Europa sanken die Aktien von Infineon um 8,6 Prozent, ASML um 6,5 Prozent und STMicroelectronics um 9,3 Prozent.”

Aktienmärkte brechen wegen Angst vor KI-Regulierungen weltweit ein
Foto: ch.zonebourse.com

Flucht in defensive Sektoren und steigende Ölpreise

Inmitten der Turbulenzen wandten sich Investoren verstärkt defensiven Branchen und sicheren Anlageklassen zu. Europäische Pharmawerte verzeichneten Kursgewinne, darunter Bayer mit einem Plus von 3,8 Prozent, AstraZeneca mit 0,6 Prozent und Sanofi mit 0,5 Prozent. Auch US-Staatsanleihen waren gefragt, wodurch die Rendite zehnjähriger US-Anleihen auf 4,84 Prozent sank. Der Ölpreis legte ebenfalls zu, angetrieben durch Berichte über beschädigte Tanker in der Straße von Hormus und anhaltende Spannungen im Nahen Osten. Der Preis für ein Barrel Brent-Nordseeöl stieg um fast vier Prozent auf 98,29 US-Dollar.

Unser früherer Bericht: Tech-Aktien stürzen nach US-Zwischenwahlen an den Börsen ab

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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