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Aktenzeichen XY enthüllt Details zum Mord an Frank Procopius

Ein Kabelbinder eng um den Hals, eine mutwillig aufgeschlitzte Rettungsweste und Metallschäkel, die an einem Körper fixiert waren, der zwei Monate lang in der kalten Nordsee trieb. Die Fundumstände des Hamburger Unternehmers Frank Procopius sind so grausam und widersprüchlich, dass die Ermittler der Mordkommission Flensburg heute kaum noch an einen Unfall oder Suizid glauben. Nach der Ausstrahlung in „Aktenzeichen XY … Ungelöst“ am 8. April scheint nun ein entscheidender Durchbruch nahe: Ein Zeuge aus dem unmittelbaren Umfeld des Opfers hat Informationen geliefert, die so konkret sind, dass die Polizei sofort einen Vernehmungstermin ansetzte.

Die Spur aus dem Umfeld und die Technik der Gewichte

Die Resonanz auf den Fernsehappell war massiv. Rund 50 Hinweise und etwa 40 Foto- und Videodateien gingen bei der Polizei Flensburg ein. Doch ein einzelner Kontakt sticht hervor. Während die Sendung noch lief, meldete sich eine Person, die Frank Procopius aus seinem privaten oder beruflichen Umfeld kannte. Für die Ermittler ist dieser Hinweis „wertvoll“. Es ist oft der Fall, dass die Antwort in den Schatten der eigenen Biografie liegt, nicht in der Weite des Meeres.

Neben den persönlichen Zeugenaussagen half ein technisches Detail, das Rätsel der Metallschäkel zu lösen. Ein Experte aus dem Steinkohlebergbau bestätigte den Ermittlern, dass diese speziellen Verbindungshaken in seiner Branche genutzt werden, um Gewichte zu befestigen. Das passt ins Bild einer Tat, bei der das Opfer aktiv am Versinken gehindert werden sollte – oder zumindest sichergestellt wurde, dass es nicht vorzeitig an die Oberfläche treibt.

[Fall-Chronologie] Frank Procopius verschwand am 29. April 2024 nach dem Auslaufen von Stade; seine Leiche wurde erst am 9. Juli auf Süderoogsand gefunden – rund 50 Kilometer entfernt von seinem führerlosen Boot.

Ein Speedboot-Experte im Netz der Kriminalität

Procopius war kein Unbekannter in der Hamburger Szene. Als Leiter der „RIB-Piraten“ steuerte er hochschnelle Festrumpfschlauchboote über die Elbe. Er lebte für die Geschwindigkeit und das Meer. Doch die Ermittlungen rücken nun eine andere Seite seines Lebens in den Fokus: seine Vergangenheit auf dem Kiez. Staatsanwalt Roman Mulke zieht in Erwägung, dass Procopius in Drogengeschäfte verwickelt gewesen sein könnte.

Die Theorie der Staatsanwaltschaft ist ebenso simpel wie düster. Es ist denkbar, dass Procopius Drogenpakete in der Nordsee einsammeln wollte. Vielleicht geriet er aber auch nur zufällig in eine solche Übergabe. In einem Milieu, in dem Geschäfte oft mit Gewalt besiegelt werden, könnte die Situation eskaliert sein. Ein Suizid gilt als extrem unwahrscheinlich. Wer seine Rettungsweste auslöst, aber vorher die Luftkammer aufschlitzt und sich Kabelbinder um den Hals legt, handelt nicht aus eigener Absicht – das ist die Handschrift eines Täters.

Die Anatomie eines Verbrechens im Watt

Die Details der rechtsmedizinischen Untersuchung zeichnen ein Bild von kalkulierter Grausamkeit. Das Opfer trug einen schwarzen Neoprenanzug, was auf eine geplante Zeit im Wasser hindeutet. Die leere Messerscheide an der Weste lässt vermuten, dass das Werkzeug, mit dem die Luftkammer der Weste zerstört wurde, direkt vom Opfer selbst stammte oder am Körper befestigt war. Die Täter nutzten die Ausrüstung des Unternehmers gegen ihn.

Das Boot wurde bereits kurz nach dem Verschwinden führerlos vor Cuxhaven gefunden. Dass die Leiche erst Wochen später 50 Kilometer entfernt auftauchte, zeigt die unberechenbare Kraft der Strömungen im Wattenmeer. Es macht die Suche für die Polizei speedy unmöglich, da die Tatorte und Fundorte weit auseinanderliegen.

Was passierte am 29. April 2024?

Frank Procopius brach morgens allein vom Gewerbepark Grünendeich in Richtung Nordsee auf. Er kehrte nie zurück. Seine Lebensgefährtin schlug bereits am selben Abend Alarm. Während das Boot schnell gefunden wurde, blieb der Unternehmer zehn Wochen lang verschollen.

Welche Rolle spielen die Metallschäkel?

Die Schäkel gehörten nicht zur Standardausrüstung von Procopius‘ Boot. Da sie im Bergbau zum Befestigen von Gewichten dienen, vermuten die Ermittler, dass sie dazu genutzt wurden, die Leiche im Wasser zu halten oder zu beschweren.

Könnte der Fall nun gelöst werden?

Die Kombination aus 50 neuen Hinweisen und vor allem der Aussage eines engen Vertrauten gibt der Mordkommission Flensburg eine neue Richtung. Wenn die Angaben des Zeugen standhalten, könnte dies den entscheidenden Weg zu den Tätern ebnen.

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Johann Falk

Über den Autor

Johann Falk ist Chief Editor von Germanic Nachrichten und verantwortet die redaktionelle Linie, Themenauswahl und finale Qualitaetssicherung der Veroeffentlichung. Sein Schwerpunkt liegt auf klarer, verifizierter und schnell einordenbarer Berichterstattung fuer ein deutschsprachiges Publikum.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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