Ein massiver Datendiebstahl hat Zehntausende parteiinterne E-Mails der AfD offengelegt. Eine im Oktober 2026 aufgetauchte Archiv-Website veröffentlichte rund 421.000 Datensätze aus einem Vorfall, den die Partei auf September 2026 datiert. Betroffen sind nach Angaben der AfD vor allem ungenutzte Postfächer eines externen Dienstleisters.
Das Datenleck im Internet und die Reaktionen der AfD
Die Alternative für Deutschland ist ins Zentrum eines großen Datenlecks geraten. Im Oktober 2026 tauchte im Internet eine anonyme Website auf, die Datensätze von schätzungsweise 421.179 parteiinternen E-Mails mit einem Gesamtumfang von 281 Gigabyte bereitstellt (nach Angaben aus Medienberichten). Die Partei bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Vorfall und sprach von einem Hackerangriff.
Also basierend darauf, was ich bisher aus dem AfD-Leak gesehen habe, würde ich es für echt halten. Selbst wie der Zugang zu den Daten erlangt wurde, ist nachvollziehbar.
— https://x.com/LilithWittmann/status/2112209824943690037
Der Angriff ereignete sich nach Angaben der Parteiführung bereits im September 2026. Betroffen war demnach ein externer Hosting-Dienstleister. Die Täter hätten Teile von einigen wenigen E-Mail-Postfächern widerrechtlich kopiert, von denen die meisten allerdings seit Jahren nicht mehr genutzt worden seien. Aktuelle Postfächer des Bundesverbands seien von dem Vorfall nicht betroffen gewesen, so die Partei.
Inhalte, Postfächer und die Echtheitsfrage der veröffentlichten Mails
Die veröffentlichten Daten umfassen nach Angaben von Beobachtern und Recherchen einen Zeitraum von 2014 bis in den September 2026. Unter den betroffenen Konten befinden sich Postfächer, die mit prominenten Namen wie der Parteichefin Alice Weidel, der Parteivize Beatrix von Storch, dem früheren Parteichef Jörg Meuthen sowie dem früheren Co-Chef Alexander Gauland und dem Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm verknüpft sein sollen.
Medien und IT-Spezialisten konnten einen ersten Blick auf das Material werfen. Darunter fanden sich unter anderem Ausweisdokumente, Rechnungen, Kontoauszüge und Mitgliedsanträge von Kreisverbänden aus Nordrhein-Westfalen. Ob sämtliche veröffentlichten Unterlagen authentisch sind und ob sie tatsächlich aus dem erwähnten Hackerangriff stammen, wird derzeit geprüft. Die Partei erklärte, dass eine erste Einschätzung erst nach Abschluss einer eigenen Überprüfung möglich sei.
Automatisierte Analysen und umstrittene interne Dossiers
Ein Teil der veröffentlichten Nachrichten wurde automatisiert verarbeitet. Rund 39.000 Mails auf der Website wurden mithilfe von Künstlicher Intelligenz zusammengefasst. Die Betreiber der Seite bewerteten dabei Hunderte von Nachrichten als kritisch oder von hoher Relevanz, um angebliches Fehlverhalten zu dokumentieren.

In den Berichten über diese automatisierten Auswertungen tauchen verschiedene interne Vorgänge auf, darunter Diskussionen über Telegram-Beiträge einer Landtagsabgeordneten, interne Dossiers zu Bundestagsabgeordneten sowie Parteiausschlussverfahren. Die Echtheit und Gewichtung dieser automatisierten Einstufungen sind von unabhängiger Seite nicht bestätigt worden.
Ungeklärte Urheberschaft und laufende interne Prüfungen
Wer hinter dem Angriff und der Veröffentlichung der Daten steht, ist bislang völlig unklar. Die im Oktober freigeschaltete Website bietet dazu keine Angaben und reagierte zunächst nicht auf Presseanfragen. Die AfD betonte, der Angriff sei damals rasch erkannt und gestoppt worden, während alle betroffenen Nutzer informiert worden seien. Parteiübergreifend und intern läuft nun die Aufarbeitung, während die Echtheit weiterer Datensätze geprüft wird.
Hackerangriff auf die AfD. Angeblich 421.000 E-Mails im Netz. Ob die Daten echt sind, ist unklar. Entscheidend wird sein, wer sie veröffentlicht hat – und wofür sie verwendet werden.https://t.co/I1vJItxCz2
— https://x.com/TichysEinblick/status/2112510548264812742
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