Roman Lavrynovych und Stanislav Carpiuc wurden am 15. Juni 2026 in London wegen Brandanschlägen auf Immobilien des britischen Premierministers Keir Starmer verurteilt. Die Taten wurden im Mai 2025 von einem russischsprachigen Drahtzieher namens „El Money“ koordiniert, was laut Sicherheitsanalysten Teil einer breiteren russischen Sabotagekampagne in Europa ist.
Die Verurteilung von Lavrynovych und Carpiuc am Old Bailey
Der 22-jährige Ukrainer Roman Lavrynovych und der 27-jährige Rumäne Stanislav Carpiuc wurden Montag schuldig gesprochen, gemeinsam zur Sachbeschädigung verschworen zu haben. Lavrynovych wurde zudem verurteilt, zwei Immobilien durch Brandstiftung beschädigt zu haben, wobei er rücksichtslos gegenüber einer möglichen Gefährdung von Menschenleben handelte. Ein dritter Mitangeklagter, der 35-jährige Petro Pochynok, wurde vom Gericht freigesprochen. Die Angriffe im Mai 2025 konzentrierten sich auf drei Ziele, die eine direkte Verbindung zu Keir Starmer aufwiesen: ein Auto, das früher dem Premierminister gehörte, sowie zwei Wohnhäuser. Die Täter agierten auf Anweisung eines Online-Kontakts, der detaillierte Instruktionen zur Mischung brennbarer Flüssigkeiten aus Baumarktprodukten und die genauen Standorte der Ziele lieferte. Obwohl die Brände keine schweren strukturellen Schäden verursachten, war die psychologische Wirkung massiv. Judith Alexander, die Schwägerin des Premierministers, beschrieb vor Gericht den Moment des dritten Angriffs auf ein Haus in Nord-London, in dem sie und ihre Familie zu dieser Zeit lebten. „Wir konnten sehen, dass der Rauch dichter wurde und nach oben stieg. Die Tatsache, dass das Zimmer meiner Tochter direkt über dem Feuer war und was passiert wäre, wenn ich nicht aufgewacht wäre…“ Judith Alexander, Zeugin im Prozess, via The Guardian Alexander gab an, nach dem Vorfall „mit Atemnot zu kämpfen“, nachdem Rauch ihr Haus gefüllt hatte. In einer Aussage, die dem Gericht vorgelesen wurde, beschrieb sie die Situation als beängstigend, wobei sie zwei laute Knalle hörte, die wie das Werfen von Mülltonnen gegen die Tür klangen.Das Rätsel um „El Money“ und die Rekrutierung via Telegram

Russlands hybride Kriegsführung in Europa
Die Reaktion aus Moskau und London
Das britische Innenministerium bezeichnete die Brandanschläge in einem offiziellen Statement als „abscheulicher Angriff“ und betonte, dass die Verantwortlichen nun zur Rechenschaft gezogen wurden. Eine direkte öffentliche Zuweisung an den russischen Staat durch die Regierung blieb jedoch aus. Präsident Wladimir Putin wies Vorwürfe eines verdeckten Krieges gegen den Westen bereits im Juni zurück. Er reagierte auf Nachfragen der Associated Press mit rhetorischen Gegenfragen: „Was sind die konkreten Fakten? Was wurde bewiesen?“ Wladimir Putin, Präsident Russlands, via AP News Diese Strategie der plausiblen Abstreitbarkeit ist Kern der russischen Hybridstrategie. Durch die Nutzung von Drittstaaten-Nationalitäten – wie im Fall des Ukrainers Lavrynovych und des Rumänen Carpiuc – schafft Moskau eine Distanz zwischen der Tat und dem Auftraggeber. Für die europäische Sicherheitsarchitektur bleibt die Herausforderung bestehen, diese „Fußsoldaten“ zu identifizieren, bevor sie aktiv werden. Die Tatsache, dass die Täter in diesem Fall über eine einfache Jobgruppe auf Telegram rekrutiert wurden, unterstreicht die Leichtigkeit, mit der staatliche Akteure heute Zugang zu ausführenden Organen in den Hauptstädten des Westens finden.Find more reporting in our Welt section.