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Frankreich-Regierung beruft Krisensitzung nach Angriffen auf Schulleiter

Landesweite Schülerproteste in Frankreich sind am Donnerstag, dem 1. Oktober 2026, in schwere Ausschreitungen ausgeartet. In Marseille wurde ein Schulleiter von Demonstranten mit Benzin übergossen. Die Regierung berief daraufhin eine Krisensitzung ein, während das Bildungsministerium in betroffenen Einrichtungen auf Fernunterricht umstellte.

Gewaltsame Angriffe auf Schulpersonal in Marseille und weiteren Städten

Die Protestwelle, die in der vergangenen Woche an Schulen in Paris begann, hat sich massiv verschärft. Während Jugendliche mancherorts friedlich demonstrieren, kam es an mehreren Standorten zu gravierenden Übergriffen auf Schulleiter und Einsatzkräfte. Am Lycée Victor Hugo in Marseille wurden der Schulleiter, sein Stellvertreter, der Generalsekretär und ein weiterer Teamleiter im Schulgebäude attackiert und nach Angaben der Regionalbehörde Provence-Alpes-Côte d’Azur mit Benzin übergossen.

Feuerwehrauto in Marseille umzingelt und in Brand gesetzt

Auch Rettungskräfte gerieten ins Visier von Randalierern. Am Saint-Exupéry-Gymnasium in Marseille rückte die Feuerwehr aus, um einen Brand auf dem Gelände zu löschen. Hunderte junge Menschen umzingelten das Fahrzeug, zwangen die Einsatzkräfte zur Flucht und zündeten den Wagen an. Die Präfektur der Bretagne meldete auf der Plattform X, dass allein am Donnerstag 35 Brände von der Feuerwehr gelöscht werden mussten, darunter auch Privatautos von Lehrkräften.

In Saint-Denis bei Paris kam es zu Straßenschlachten, bei denen Demonstranten Feuerwerkskörper zündeten und die Polizei Tränengas einsetzte. Allein in der Region Paris wird der Sachschaden an Schulgebäuden auf über eine Million Euro geschätzt.

Laut einer Mitteilung der Präfektur der nordwestlichen Bretagne auf der Plattform X mussten die Einsatzkräfte dort am Donnerstag insgesamt 35 Feuer löschen.

Regierung beruft Krisensitzung ein und ordnet Fernunterricht an

Angesichts der Eskalation berief der französische Premierminister Sébastien Lecornu in Paris einen Krisengipfel zwischen verschiedenen Ministerien ein. Innenminister Laurent Nuñez sprach von einem erheblichen Anstieg der Gewalt, Angriffe auf Einsatzkräfte, Sachbeschädigungen und Angriffe auf Einrichtungen. In Reaktion auf die zunehmenden Gewaltakte und Proteste rief Regierungschef Sébastien Lecornu zu einer ministeriellen Krisenberatung zusammen.

Sie gehen weit über die reine Schulproblematik hinaus.

Frankreich-Regierung beruft Krisensitzung nach Angriffen auf Schulleiter
Foto: heute.at

Bildungsminister Édouard Geffray ordnete für betroffene Einrichtungen Fernunterricht an, da die Schulgebäude derzeit eher an Schlachtfelder erinnern würden. Dem Bildungsministerium zufolge wurden seit Beginn der Unruhen 119 Schüler, Lehrer und Aufsichtskräfte verletzt. Der Sekundarschulen-Verband gab an, dass bis zu 400 der insgesamt 3700 Gymnasien blockiert waren. Weil Bildungseinrichtungen infolge der Krawalle nun eher an Kriegsschauplätze erinnern, verordnete der französische Bildungsminister Édouard Geffray am Donnerstag die Umstellung auf Heimunterricht. Zugleich verurteilte er die Gewalttaten von äußerster Schwere.

Festnahmen steigen rasant bei anhaltenden Forderungen nach Bildungsreformen

Die Zahl der Festnahmen wächst stetig. Allein am Mittwoch wurden nach Angaben von Medien 625 Menschen festgenommen; 83 Einsatzkräfte erlitten Verletzungen. Seit Beginn der Demonstrationen summierten sich die Festnahmen landesweit auf fast 2000 Jugendliche. Am Donnerstag weitete sich die Bewegung zudem auf Universitäten aus, wo der Gewerkschaft Union Étudiante zufolge rund 30 Campusse blockiert wurden.

Auslöser der Proteste waren Forderungen nach mehr Personal, kleineren Klassen, besseren Gebäuden und der Beseitigung des Lehrermangels. Im Rahmen der seit Tagen anhaltenden Proteste fordern französische Schüler mehr Lehrpersonal und zusätzliche Ressourcen, während allgemein auch strukturelle Defizite des Schulwesens im Fokus stehen. Nach Angaben der Gewerkschaft Union Étudiante gab es an rund 30 Campussen Blockaden.

Mit Schildern und Sprechchören machten sie ihrem Ärger über Lehrermangel und überfüllte Klassen an ihren Schulen Luft. Das Vorgehen der Polizei wird von den Demonstranten kritisiert. In ganz Frankreich gehen seit vergangener Woche Schülerinnen und Schüler auf die Strasse. Die Demonstrierenden sollen die vier mit Benzin übergossen haben.

France Protests: Teacher Doused in Petrol, Students Set Schools on Fire | Firstpost America

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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