Der oberösterreichische Fleischer Hermann Neuburger beendet die Fertigung seiner vegetarischen Fungi Pads aus Kräuterseitlingen. Das Traditionsunternehmen aus Ulrichsberg zieht damit die Reißleine, nachdem eine wirtschaftlich tragfähige Weiterführung nicht mehr möglich war. Als Gründe nannte Geschäftsführer Thomas Neuburger stark gestiegene Produktionskosten, die anhaltende Inflation sowie eine spürbare Kaufzurückhaltung der Verbraucher bei höherpreisigen Lebensmitteln.
Gestiegene Kosten und sinkende Nachfrage stoppen die Fungi Pads
Die Umstellung betrifft direkt vier Beschäftigte in der Produktion. Die übrigen Mitarbeiter sollen jedoch innerhalb des Betriebs mit insgesamt 77 Angestellten weiterbeschäftigt werden können, wie die Berichte zeigen.
Bereits der zweite Rückschlag für die fleischlose Sparte von Neuburger
Für den Leberkäse-Hersteller bedeutet dieser Schritt vorerst eine Rückkehr zu einem rein fleischlichen Sortiment, auch wenn das Unternehmen in der Vergangenheit massiv in alternative Produkte investierte. Bereits im Jahr 2022 musste Neuburger das Label „Hermann fleischlos vom Markt nehmen, wie unter anderem die Tageszeitung Krone berichtete. Nach eigenen Angaben steckte das Unternehmen zuvor rund 50 Millionen Euro in den Aufbau der Pilzzucht und die fleischlose Produktion.
Stark gestiegene Produktionskosten, Inflation und eine spürbare Kaufzurückhaltung bei höherwertigen Lebensmitteln haben dazu geführt, dass eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung nicht möglich ist.
Trotz der erneuten Einstellung hält die Familie an ihrer Historie fest. Das Familienunternehmen wurde im Jahr 1919 als Fleischhauerei mit Gasthaus gegründet und erlangte vor allem durch seinen Leberkäse und den bekannten Werbeslogan Bekanntheit.
Neue vegane Produktlinie und fermentierte Lebensmittel für 2027 geplant
Vollständig aus dem Segment der pflanzlichen Ernährung zieht sich der Betrieb jedoch nicht dauerhaft zurück. Die vorhandene Produktionshalle in Ulrichsberg bleibt erhalten. Ab dem Jahr 2027 plant das Unternehmen die Herstellung einer neuen veganen Produktlinie am Standort.
Zudem sollen die bisherigen Flächen für die Pilzproduktion weitergenutzt werden. Dort beabsichtigt der Betrieb künftig die Entwicklung und Fertigung eines fermentierten Lebensmittels, das speziell für den europäischen Markt bestimmt ist.
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