Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Flydubai auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv ist am 30. September 2026 nach einem gewaltsamen Zwischenfall im Cockpit im saudi-arabischen Tabuk notgelandet. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte einen versuchten Anschlag, nachdem Berichte über einen steilen Sinkflug und Passagierproteste bekannt wurden.
Der Vorfall ereignete sich am Mittwochmorgen während eines Linienflugs von den Vereinigten Arabischen Emiraten in Richtung Israel (DIE ZEIT). Nach Angaben israelischer Regierungsstellen und Medienberichten versuchte einer der Piloten, die Passagiermaschine zum Absturz zu bringen. An Bord befanden sich rund 180 Menschen, überwiegend israelische Staatsangehörige (DIE ZEIT). Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte diesbezüglich, dass einer der Flieger der in Not geratenen Flydubai-Maschine mit rund 180 Personen an Bord auf seinen Kollegen eingestochen habe.
Sturzflug über Saudi-Arabien und der Kampf im Cockpit
Ein israelischer Passagier schilderte später in einem Telefongespräch mit dem Ministerpräsidenten, wie die Maschine ins Trudeln geriet und in den Sturzflug überging (DIE ZEIT). Die Flugdaten zeigten zudem vorübergehend einen sehr steilen Sinkflug an, und das Flugzeug hatte zeitweilig ein Signal abgesetzt, das auf einen unrechtmäßigen Eingriff hindeutete.
Gemeinsam mit einem Besatzungsmitglied gelang es dem Passagier, in das Cockpit vorzudringen (Handelsblatt). Dort attackierte der verdächtige Copilot offenbar seinen Kollegen mit einem Messer und versuchte, die Flugzeugapparate zu beschädigen (DIE ZEIT). Eine zweite Besatzung, die sich in der Kabine befand, betrat ebenfalls das Cockpit und übernahm die Kontrolle über das Flugzeug (N Tv).

Reaktionen der israelischen Regierung und Identität des Verdächtigen
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stufte die Ereignisse in einer Videobotschaft als sehr schwerwiegenden Sicherheitsvorfall ein (DIE ZEIT). Verteidigungsminister Israel Katz sprach offen von einem versuchten Anschlag und einem Versuch eines dschihadistischen Anschlags (N Tv). Der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir äußerte sich ähnlich und erklärte, das Ziel sei gewesen, die 180 Israelis an Bord zu töten (N Tv).
Über die Identität des festgenommenen Co-Piloten gab es widersprüchliche Angaben. Ein israelischer Regierungsvertreter bezeichnete ihn als Staatsangehörigen des Oman (DIE ZEIT). Laut israelischen Medienberichten soll der aus dem Oman stammende Copilot versucht haben, den Absturz herbeizuführen. Dies warf sofort diplomatische Fragen auf: Nach den geltenden Luftfahrtvorschriften dürfen auf Flügen nach Israel nur Piloten aus Ländern eingesetzt werden, die diplomatische Beziehungen zu Israel unterhalten – was beim Oman nicht der Fall ist (N Tv). Israels Verkehrsministerin Miri Regev ordnete eine Prüfung an, ob die Vereinigten Arabischen Emirate das zugrundeliegende Flugabkommen verletzt haben könnten (Sn).
Erste Meldungen hatten den Piloten als Russen und den Copiloten als Ukrainer identifiziert. Bezüglich dieser Berichte über einen russischen Piloten erklärte das russische Generalkonsulat in Dubai gegenüber der Moskauer Staatsagentur TASS, dass solche Informationen zu diesem Zeitpunkt nicht vorlagen.
Evakuierung der Passagiere und Ermittlungen in Saudi-Arabien
Der festgenommene Verdächtige wird derzeit von den saudischen Sicherheitsbehörden in Tabuk verhört (DIE ZEIT). Beim Handgemenge soll zumindest eine Person mit einem Messer verletzt worden sein; die Berichte waren jedoch widersprüchlich, um wen es sich handelte.

Flydubai erklärte in einer ersten Stellungnahme, dass die Hintergründe der Auseinandersetzung im Cockpit noch unbekannt seien, und ein Sprecher erklärte: „Wir bitten alle Beteiligten dringend, von voreiligen Spekulationen abzusehen, während die Behörden den Sachverhalt aufklären. Saudi-Arabien lehnte eine israelische Anfrage ab, die Bürger mit einer Militärmaschine abzuholen (DIE ZEIT). Stattdessen wurden die israelischen Passagiere nach Medienberichten, nachdem sie in Saudi-Arabien gelandet waren und der Angreifer festgenommen wurde, schließlich zurück nach Israel gebracht, wo sie wieder in Israel eintrafen.
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