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Technik und Wissenschaft

Wissenschaftler identifizieren erste neue Pinguinart seit über einem Jahrhundert

Wissenschaftler haben mithilfe von DNA-Analysen erstmals seit mehr als hundert Jahren eine neue Pinguinart identifiziert. Wie aus einem Bericht der Washington Post hervorgeht, wurde der bisher als einheitliche Art betrachtete Eselspinguin (Gentoo-Pinguin) über Hunderttausende von Jahren hinweg in vier verschiedene evolutionäre Linien unterteilt. Bislang galt der Eselspinguin in der Wissenschaft als eine einzige, weit verbreitete Art.

Neue Pinguinart nach über einem Jahrhundert entdeckt

Ein internationales Forschungsteam aus 22 Wissenschaftlern, Naturschützern und Pinguinexperten, die fünf Kontinente repräsentieren, veröffentlichte die entsprechenden Ergebnisse im April in der Fachzeitschrift Communications Biology. Die Forschungsarbeiten wurden federführend von Wissenschaftlern der University of California, Berkeley sowie Forschern aus Chile geleitet, darunter Institutionen wie die Universidad de Los Lagos und die Andrés Bello National University.

Genetische Analysen offenbaren kryptische Art

Die neu identifizierte und zuvor unbekannte Population trägt den wissenschaftlichen Namen Pygoscelis kerguelensis und wird als südöstlicher Eselspinguin bezeichnet. Laut Berichten von ScienceDaily blieb die Art unentdeckt, da sie sich äußerlich kaum von anderen Eselspinguinen unterscheidet und erst durch genetische Untersuchungen als eigenständige kryptische Art identifiziert werden konnte. Die Tiere leben auf den abgelegenen Kerguelen-Inseln im Indischen Ozean, die auch als Desolation-Inseln bekannt sind und knapp 2.000 Meilen von jeder dauerhaft bewohnten Landmasse entfernt liegen.

Wissenschaftler identifizieren erste neue Pinguinart seit über einem Jahrhundert
Foto: Dallas News

Für die Studie wertete das Team ganzheitliche Genomsequenzen von 64 Pinguinen aus zehn Brutkolonien aus. Damit deckte die Untersuchung zum ersten Mal annähernd das gesamte geografische Verbreitungsgebiet der Eselspinguine ab und stützte sich zudem auf den Vergleich physikalischer sowie verhaltensbezogener Merkmale wie Färbung, Rufe, Brutpläne, Ernährung und das Fressverhalten.

Scientists Discovered the First New Penguin Species in Over 100 Years #Geography #Science

Vier eigenständige Linien des Eselspinguins

Neben der neuentdeckten Art wurden drei weitere Populationen, die zuvor als Unterarten galten, genetisch als eigenständige Arten eingestuft:

* Südlicher Eselspinguin (Pygoscelis ellsworthi): Diese Population lebt als einzige polare Gruppe auf der Antarktischen Halbinsel sowie auf den nördlich davon gelegenen Inseln South Orkney, South Georgia und South Shetland. * Nördlicher Eselspinguin: Diese Varietät ist auf den Falklandinseln und den Martillo-Inseln nahe Südamerika beheimatet. * Östlicher Eselspinguin: Zu dieser Gruppe gehören Kolonien auf den Crozetinseln, den Marion-Inseln sowie den Macquarie-Inseln.

Wissenschaftler identifizieren erste neue Pinguinart seit über einem Jahrhundert
Foto: BBC Wildlife Magazine

Auswirkungen des Klimawandels auf die Populationen

Die Unterscheidung der Arten hat laut Dallas News erhebliche Bedeutung für den Artenschutz, da Pinguine in der Antarktis und auf subantarktischen Inseln unterschiedlichen Umweltfaktoren ausgesetzt sind. Während der südliche Eselspinguin durch den Klimawandel möglicherweise sogar begünstigt werden könnte, blicken die Inselpopulationen laut Klimaprognosemodellen einer ungewissen Zukunft entgegen.

Wie die BBC Wildlife Magazine berichtet, könnten unter einem moderaten Klimaszenario bis zum Jahr 2050 sämtliche Lebensräume der subantarktischen Inselarten unbewohnbar werden, ohne dass den Pinguinen nahegelegene Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die große Anpassungsfähigkeit bei der Nahrung – Eselspinguine jagen im Wasser Fische, Krill, Tintenfische und Kalmare – führte zwar dazu, dass sie traditionell standorttreu an denselben Brutplätzen bleiben, erschwert jedoch aufgrund der extremen Isolation ihrer Lebensräume eine spontane Umsiedlung.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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