Cindy Holland verlässt den Medienkonzern Paramount kurz vor dem Abschluss der 110 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Warner Bros. Discovery. Der HBO-Chef Casey Bloys übernimmt voraussichtlich die Leitung des kombinierten Streaminggeschäfts von Paramount+ und HBO Max, während David Ellison auf Stabilität im Führungsteam setzt.
Der Umbau an der Führungsspitze des Unterhaltungsgiganten nimmt kurz vor dem finalen Zusammenschluss konkrete Formen an. Cindy Holland tritt als Leiterin des Direct-to-Consumer-Bereichs bei Paramount zurück und übergibt die Verantwortung am heutigen Dienstag. Ihre Nachfolge zeichnet sich bereits ab, da Branchenberichten zufolge der HBO-Chef die Gesamtverantwortung für die Streaming-Plattformen übernehmen wird.
Casey Bloys übernimmt voraussichtlich das kombinierte Streaminggeschäft
Die Frage, wer nach der Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery die Kontrolle über das Streaming erhält, stand seit Wochen im Raum. Casey Bloys, Chairman und CEO von HBO und HBO Max Content, gilt als designierter Chef für das zusammengelegte Angebot aus HBO Max und Paramount+. Diese Ausrichtung bedeutet eine Konzentration der Streaming-Aktivitäten unter HBO-Führung.

In ihrem internen Schreiben an die Belegschaft begründete Holland diesen Schritt mit strategischen Weichenstellungen von Paramount-Skydance-Chef David Ellison. Sie betonte, dass der Umbau gezielt auf Kontinuität und Verlässlichkeit ausgerichtet sei.

Erfolgreiche Bilanz bei Paramount+ und Pluto TV
Holland kam im Januar 2025 als Beraterin zu Skydance und übernahm im August desselben Jahres die operative Leitung des Streaming- und Werbefernsehgeschäfts. Unter ihrer Führung verzeichnete Paramount+ über 81 Millionen Abonnenten im zweiten Quartal sowie die beste Kundenbindung in der Geschichte des Dienstes. Auch das werbebasierte Streaming-Angebot Pluto TV durchlief die umfassendste Produkttransformation seit zehn Jahren.
Im Programmbereich setzte das Team auf reichweitenstarke Formate und Live-Sport.
Würdigung durch David Ellison vor dem Merger
Paramount-Chef David Ellison würdigte die scheidende Managerin als eine Naturgewalt
, deren Einfluss auf das Unternehmen im vergangenen Jahr enorm gewesen sei. Das Unternehmen steuert nun auf den Abschluss der Akquisition von Warner Bros. Discovery zu, die mit einem Volumen von 110 Milliarden US-Dollar veranschlagt ist. Mit dem Abgang von Holland ist die Führungsstruktur für das künftige Streaming-Imperium weitgehend geklärt.