Alejandro González Iñárritu’s Satire Digger mit Tom Cruise in der Hauptrolle sorgt nach dem Fall des Test-Embargos für heftige Kontroversen. Der am 2. Oktober in den Kinos anlaufende Warner-Bros.-Film spaltet das Publikum und stürzt bei Rotten Tomatoes auf eine Quote von rund 52 Prozent ab.
Doch während die einen den Mut des Regisseurs feiern, sprechen andere von einer absoluten Fehlgeburt.
Öko-Satire und ein exzentrischer Öl-Magnat
Im Zentrum der Handlung steht Digger Rockwell, ein ungeheuer reicher Öl-Tycoon aus Texas, der mit Bartstoppel, Bauchansatz und texanischem Slang von Tom Cruise verkörpert wird. Sein wertvollster Besitz ist eine alte Schaufel, mit der schon sein Großvater nach Öl grub. Eines Tages löst er durch rücksichtslose Bohrungen in der Arktis eine planetare Katastrophe aus: Eine Eisscholle in der Größe von Manhattan bricht ab und driftet auf die norwegische Küste zu.

An seiner Seite agieren namhafte Kollegen wie Riz Ahmed als besorgter Chefwissenschaftler Ganesh sowie John Goodman als kränkelnder US-Präsident Compson. Die Besetzung wird durch Michael Stuhlbarg, Jesse Plemons und Sandra Hüller komplettiert, wobei Hüllers Rolle als Halbschwester im Schnitt offenbar stark beschnitten wurde. Das Drehbuch verfassten Alejandro G. Iñárritu, Alexander Dinelaris, Nicolás Giacobone und Sabina Berman.
Gespaltene Kritikerschaft und gebrochene Rekorde
Auf der Kritikerplattform Rotten Tomatoes hält der Film nach 79 bis 95 gesichteten Rezensionen bei einem Wert von rund 52 Prozent – je nach tagesaktueller Auswertung zwischen 41 und 53 Prozent. Für Cruise bedeutet dies einen herben Dämpfer, denn es ist sein erster als rotten
eingestufter Film seit dem Reboot von The Mummy aus dem Jahr 2017 und der bisher schwächste Wert seiner Karriere in den letzten neun Jahren.
Die Meinungen driften extrem auseinander. Befürworter loben den Wagemut und die darstellerische Meisterleistung. Auch Kameramann Emmanuel Lubezki und Production Designer Dennis Gassner ernten viel Lob für die bildgewaltige Ästhetik.
Amy Nicholson schrieb in der Los Angeles Times: „Tom Cruise ist zwar schon an Klippen, Wolkenkratzern und Flugzeugen baumelnd zu sehen gewesen, doch der Öl-Magnat Digger Rockwell ist seit Ewigkeiten seine riskanteste Rolle.
Vom Verriss zum Kinostart
Auf der Gegenseite hagelt es harsche Kritik. Einige Rezensenten vergleichen den Film mit gigantischen Hollywood-Fehlschlägen. So fühlte sich David Rooney vom Hollywood Reporter an kolossale Fehlschläge wie Damien Chazelles Babylon erinnert. Andere kritisierten die dröhnende Selbstgefälligkeit der Satire.

William Bibianni meinte dazu bei The Wrap: „Digger ist das, was passiert, wenn man dem schlechtesten Saturday-Night-Live-Sketch der Woche ein unerklärlich hohes Budget und Größenwahn verleiht.
Die massiven Reibungspunkte, ein plötzlicher Twist am Ende des ersten Akts und die grelle Inszenierung haben zudem die Oscar-Hoffnungen des Films spürbar gedämpft.