Eine Polizeistreife hat in Frankreich einen Porsche-Fahrer aus der Schweiz gestoppt, der mit einer gemessenen Höchstgeschwindigkeit von 312 Kilometern pro Stunde über die Autobahn A40 in Hochsavoyen raste.
Auf einer Autobahn, auf der ein strenges Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde gilt, legte der Automobilist mit seinem Fahrzeug rund 87 Meter in jeder einzelnen Sekunde zurück. Die Gendarmerie im französischen Département Haute-Savoie veröffentlichte die Messdaten des Lasersgeräts auf Facebook und kommentierte den Vorfall mit scharfen Worten. Der Wagen war am späten Samstagabend gegen 23 Uhr im Bereich von Bonneville unterwegs.
Nächtliche Verfolgungsjagd auf der Autobahn A40 zwischen Genf und Chamonix
Die Beamten mussten eine Verfolgung über eine Strecke von mehr als zehn Kilometern aufnehmen, um den Sportwagen schließlich aus dem fließenden Verkehr herauszuwinken.
Gendarm Alexandre Desplebin schilderte gegenüber dem Sender TF1, dass ein solcher Einsatz bei derartigen Geschwindigkeiten ein extremes Risiko darstelle. In einer solchen Situation gelte es, so ruhig wie möglich zu bleiben. Die gemessene Geschwindigkeit von 312 km/h übersteigt das erlaubte Limit um satte 182 km/h. Nach Abzug der gesetzlichen Messtoleranz rechnen die französischen Behörden dem Raser noch immer 300 km/h an.

„Leichtsinn? Adrenalinsucht? Das spielt keine Rolle. Die Folgen sind jedenfalls sehr real.“
Gendarmerie Haute-Savoie, über den Kurzbotschaftendienst Facebook
Die Behörden betonten unmissverständlich, dass die Strasse keine Rennstrecke sei. Sein hochmotorisiertes Gefährt wurde umgehend abgeschleppt.
Rekordwerte bei Geschwindigkeitsverstößen in Frankreich
Französischen Medienberichten zufolge handelt es sich um einen der absolut schwerwiegendsten Tempoverstöße, die jemals auf den Straßen des Landes registriert wurden. Die Beamten erklärten demnach, so etwas in ihrer Laufbahn noch nie gesehen zu haben.

Dennoch stellt die A40 in der alpenländischen Region keine gänzliche Ausnahme dar. Gendarm Desplebin räumte ein, dass Kontrollkräfte auf dieser Strecke im Grunde Nacht für Nacht Autofahrer mit Geschwindigkeiten jenseits der 200-Kilometer-Marke aus dem Verkehr ziehen könnten. Erst im Mai dieses Jahres war auf derselben Autobahn ein Audi RS3 mit 287 km/h erwischt worden, während der aktuelle Porsche-Wert diesen Vorfall noch einmal deutlich übertrifft.
Vergleichbare historische Dimensionen erreichte im Jahr 2011 ein Fall in der Schweiz selbst, bei dem ein Bentley Continental GT auf der A1 bei Genf 324 km/h bei einem damaligen Limit von 120 km/h erreichte.
Drohende Strafen und anstehendes Gerichtsverfahren in Bonneville
Der Vorfall hat nun ein juristisches Nachspiel. Der Schweizer wird sich demnächst vor dem zuständigen Gericht in Bonneville verantworten müssen.
- Dem Porsche-Fahrer drohen bis zu drei Monate Freiheitsentzug.
- Zusätzlich ist eine Geldstrafe von bis zu 3.750 Euro im Gespräch.
- Die hinterlegten 1.500 Euro dienen vorerst als behördliche Sicherheitsleistung, während der Wagen beschlagnahmt bleibt.
Anwohner zeigten sich gegenüber den Medien erschüttert über die rücksichtslose Fahrweise auf dem Autobahnabschnitt. Viele empfinden es als beängstigend, wenn Fahrzeuge mit doppelter Richtgeschwindigkeit und aufgeblendeten Scheinwerfern entgegenkommen.