Die Deutsche Telekom und Cloudflare haben eine enge Partnerschaft vereinbart und ihre Netzwerke direkt miteinander verbunden, wie in einer gemeinsamen Erklärung bekannt wurde. Das direkte Peering soll bisherige Geschwindigkeitsprobleme beim Abruf von Websites beheben, die auf die Infrastruktur des US-Unternehmens angewiesen sind.
Die Deutsche Telekom und das US-Unternehmen Cloudflare verkündeten eine weitreichende Kooperation, die den direkten Datenaustausch zwischen den beiden Netzen ermöglicht. Die Unternehmen gaben diesen Schritt in einer gemeinsamen Erklärung bekannt. Mit der Zusammenschaltung wollen die Partner nicht nur das Portfolio für Geschäftskunden erweitern, sondern vor allem die Resilienz beider Netzwerke stärken.
Umgehung externer Carrier und Hintergründe des Peering-Streits
Bis zur Einigung nahm der Datenverkehr zwischen Cloudflare und der Telekom oft lange Umwege. Die Daten flossen meist über die Leitungen externer Carrier wie des schwedischen Anbieters Arelion oder des amerikanischen Unternehmens Cogent. Auch Lumen und der indische Kommunikationsriese Tata Communications dienten als Zwischenstationen. Diese Netze waren dem massiven Datenansturm in der Vergangenheit jedoch häufig nicht gewachsen.
In der Folge sah sich die Telekom in der Vergangenheit wiederholt dem Vorwurf künstlicher Netzbremsen ausgesetzt. Durch das nun geschaffene, direkte Peering entfallen diese Umwege. Ob Cloudflare Gebühren an den deutschen Telekommunikationskonzern für die Zusammenschaltung zahlt, ließen die Unternehmen in ihrer gemeinsamen Mitteilung offen.

Auswirkungen auf Ladezeiten und Endkunden
Cloudflare betreibt das weltweit größte Content Delivery Network und liefert Inhalte für mehr als ein Viertel aller Webseiten weltweit aus. In Deutschland nutzen auch zahlreiche Kunden der Deutschen Telekom diese Dienste regelmäßig. Die direkte Verbindung zielt darauf ab, bisherige Geschwindigkeitsprobleme beim Aufrufen dieser Internetangebote zu beheben.
Dennoch wird die Umstellung im Alltag der meisten Nutzer kaum spürbar sein. Ein Telekom-Sprecher erklärte, dass lediglich ein geringer Prozentsatz aller Kunden zuvor unter Leistungseinbußen gelitten habe. Die Telekom hat bereits vereinzelte Lasttests durchgeführt und den Übergang in die Wege geleitet. Während die Umstellung zum 30. September in Kraft gesetzt wurde, soll der gesamte Datenverkehr zwischen der DTAG und Cloudflare nach Angaben eines Unternehmenssprechers im Laufe des Donnerstags vollständig über das neue Peering laufen.
Sicherheitslösungen für Geschäftskunden über T-Systems
Neben dem technischen Netzausbau bringt die Zusammenarbeit auch kommerzielle Neuerungen für den deutschen Markt. Die Telekom-Konzerntochter T-Systems nimmt die Dienste von Cloudflare in ihr Produktportfolio auf. Geschäftskunden können künftig neben dem CDN auch spezialisierte Sicherheitslösungen für Netzwerke, Daten und Künstliche Intelligenz buchen.
Stephanie Cohen von Cloudflare betonte, dass die Kooperation Unternehmen dabei unterstützt, ihre Netzwerke zu sichern, ihre Resilienz zu stärken und Transformationsprozesse weltweit zu beschleunigen.
Die beteiligten Konzerne betonen, dass die Kooperation neben der Leistungssteigerung auch der digitalen Souveränität dient. Kritische Daten und Infrastrukturen sollen gemeinsam gegen aktuelle und künftige Bedrohungen geschützt werden. Dazu gehört auch der Einsatz von Post-Quanten-Verschlüsselung.
Kerstin Baumgart, Geschäftsführerin Wholesale und Mitglied des Vorstands der Telekom Deutschland, erklärte, dass Kunden durch die direkte Anbindung der Cloudflare-Plattform an die Telekom-Netzwerke und die Kombination der jeweiligen technischen Fähigkeiten von den Synergien zweier hochgradig komplementärer Infrastrukturen profitieren.
Ob sich die versprochenen Optimierungen bei den Ladezeiten im täglichen Gebrauch flächendeckend niederschlagen, bleibt indes abzuwarten. Beobachter und Netzwerkanalysten werden die Routing-Wege in den kommenden Tagen genau überwachen.
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