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König Mohammed VI. ernennt Fatima Ezzahra El Mansouri zur ersten Premierministerin

König Mohammed VI. hat Fatima Ezzahra El Mansouri zur ersten Premierministerin Marokkos ernannt, nachdem ihre Partei bei der Parlamentswahl am 23. September 2026 den ersten Platz belegt hat. Die 50-jährige Juristin und bisherige Bürgermeisterin von Marrakesch übernimmt damit das Regierungsamt in einem konstitutionellen Königreich vor massiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen.

König Mohammed VI. empfing die Politikerin am Dienstag im Königspalast in Rabat und beauftragte sie offiziell mit der Regierungsbildung (nach Angaben von Reuters).

Der Wahlsieg der PAM und die Verteilung im Parlament

Bei den Wahlen am 23. September 2026 setzte sich die liberale Authenticity and Modernity Party (PAM) an die Spitze. Wie das Innenministerium in vorläufigen Ergebnissen mitteilte, errang die Partei 97 der insgesamt 395 Sitze im Repräsentantenhaus. Damit verzeichnete die politische Kraft einen Zuwachs von zehn Sitzen im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode.

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Foto: reuters.com

Hinter der Siegermarte platzierten sich die bisherigen Koalitionspartner. Die islamistische Justice and Development Party (PJD), die das Land ein Jahrzehnt lang regiert hatte, erzielte mit 54 Mandaten ein beachtliches Comeback nach ihrer historischen Niederlage vor fünf Jahren, kündigte jedoch an, in der Opposition zu bleiben.

Werdegang von Fatima Ezzahra El Mansouri

Die neue Regierungschefin bringt langjährige politische und juristische Erfahrung mit. 1976 in Marrakesch geboren, absolvierte El Mansouri ein Studium der Rechtswissenschaften und trat nach der Gründung der PAM im Jahr 2008 in die aktive Politik ein. Im darauffolgenden Jahr stieg sie zur ersten Bürgermeisterin von Marrakesch auf. Nach den Wahlen im Jahr 2021 kehrte sie in dieses Amt zurück und übernahm parallel den Posten der Ministerin für Wohnungswesen, Stadtpolitik und Raumordnung im Kabinett von Aziz Akhannouch.

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Herausforderungen der Koalitionsbildung und das Ziel der WM 2030

Da die PAM mit ihren 97 Sitzen das absolute Minimum von 198 Mandaten für eine Mehrheit im Parlament deutlich verfehlt, steht El Mansouri vor schwierigen Koalitionsverhandlungen. Die bisherigen Bündnispartner RNI und Istiqlal verfügen zusammen mit der PAM zwar über 228 Sitze, allerdings hatten die Parteien im Wahlkampf noch Differenzen ausgetragen.

Die neue Regierung muss sich dringenden wirtschaftlichen und sozialen Problemen widmen. Dazu gehören hohe Lebenshaltungskosten, Jugendarbeitslosigkeit sowie die Nachwirkungen von Protesten und Massenanstürmen an Grenzen, die im Vorfeld für Unmut gesorgt hatten. Zudem wird das Kabinett die Endphase eines 20-Milliarden-Dollar-Investitionsprogramms steuern müssen, mit dem sich Marokko auf die gemeinsame Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 mit Portugal und Spanien vorbereitet.

König Mohammed VI. ernennt Fatima Ezzahra El Mansouri zur ersten Premierministerin
Foto: newarab.com

Begleitet wurde der Urnengang von einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung. Während Reuters angibt, dass die Beteiligung auf etwa 38 Prozent von rund 50 Prozent bei den vorherigen Wahlen vor fünf Jahren fiel, zeichnet sich laut den vorliegenden Berichten ein spürbarer Rückgang ab, der das Vertrauen in die gewählten Institutionen auf die Probe stellt.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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