Der Kampf um den Ballon d’Or 2026 hat kurz vor dem Ende der Abstimmungsphase am Montag eine späte Wendung genommen. Während Bayern-Stürmer Harry Kane auf seine Rekordtore setzt, sorgten Aussagen von Konkurrent Lamine Yamal und das anschließende Wettrennen bei den Buchmachern für heftige Debatten vor der Verleihung am 26. Oktober in London.
Harry Kanes Rekordsaison und die Tor-Debatte
Im Zentrum des Geschehens steht Bayern Münchens Torjäger Harry Kane, der nach einer herausragenden Spielzeit mit 73 Pflichttreffern als einer der großen Favoriten gehandelt wird. Allein in der Fußball-Bundesliga trug sich der 33-Jährige mit 36 Toren in 31 Partien in die Geschichtsbücher ein, so die Auswertung der sportlichen Daten.
Auch im Trikot des deutschen Rekordmeisters reißt die Serie nicht ab. Beim deutlichen 7:0-Heimerfolg gegen Union Berlin erzielte Kane seine Bundesliga-Treffer Nummer 100 und 101. Für diese historische Marke benötigte der Engländer lediglich 98 Spiele – ein Tempo, das vor ihm noch keinem Profi in der Bundesliga gelungen war, wie der Sender Sky berichtet.
Lamine Yamals Attacke und Kanes gelassene Reaktion
Für den vermeintlichen Zündstoff sorgte kurz vor dem Wochenende Barcelonas Jungstar Lamine Yamal. Der 19-jährige spanische Weltmeister ließ mit deutlichen Worten aufhorchen, die von Beobachtern als direkte Spitze gegen den treffsicheren Bayern-Angreifer gewertet wurden.
„Ich finde, der Ballon d’Or sollte an den besten Spieler der Welt gehen, Punkt. Nicht an einen Spieler, der 80 Tore geschossen hat, denn wenn man 80 Tore schießt, bekommt man dafür die Auszeichnung als ‚Torschützenkönig‘. Das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge, die die Leute nicht verstehen.“
Lamine Yamal, FC Barcelona, via Bild
Kane reagierte auf die Aussagen mit demonstrativer Gelassenheit.
„Jeder hat das Recht, sich so auszudrücken, wie er möchte. Das liegt nicht in meiner Verantwortung. Ich rede nicht wirklich gern über mich selbst, ich lasse lieber meine Taten auf dem Platz sprechen.“
Harry Kane, Bayern München und England, via Sky
Zusätzlich verwies der Stürmer auf die breite Konkurrenz in diesem Jahr. Neben Yamal nannte er auch Kylian Mbappé, seinen Vereinskollegen Michael Olise sowie Rodri als namhafte Anwärter auf den Titel, berichtete die Abendzeitung München.
Wahlkampf und späte Verschiebungen im Wettrennen
Während sich die Spieler auf dem Rasen duellierten, entbrannte im Hintergrund ein regelrechter Meinungsstreit. Bayerns Sportvorstand Max Eberl spitzte die Situation mit Blick auf die verbalen Vorstöße aus Spanien zu.
„Es muss anscheinend Wahlkampf gemacht werden. Am besten sind die Spieler, die keinen Wahlkampf brauchen.“
Max Eberl, Sportvorstand FC Bayern München, via Bild
Spannung bringen auch die Quoten der Buchmacher und Marktexperten in die Endphase der Abstimmung. Während monatlich vieles auf einen Triumph von Kane hindeutete, verzeichnete Barcelona-Akteur Yamal in den letzten Stunden vor dem Fristende eine massive Aufholjagd. Die spanische Sportzeitung Marca sprach gar von einem spektakulären Comeback
des Spaniers, und auch Plattformen wie Polymarket registrierten plötzliche Verschiebungen in den Prognosen, wie Sport1 zusammenfasst.

Die Entscheidung liegt nun in den Händen der Jury. Stimmberechtigt für den Goldenen Ball sind exakt 100 Journalisten aus den führenden Ländern der FIFA-Rangliste, die ihre Top-Ten-Auswahl bis zum Ablauf der Frist am Montag einreichen mussten, ehe die offizielle Auszählung begann.
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