22. September 2026
Remedy Entertainment verlässt in Control Resonant das bekannte Betonlabyrinth des Vorgängers und verlagert das Geschehen in eine glitches verseuchte Version von Manhattan.
Dylan, Jesse Fadens Bruder
Sieben Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils kehrt das finnische Entwicklerstudio Remedy mit Control Resonant auf den Markt. Die Spieler schlüpfen diesmal in die Rolle von Jesse Fadens Bruder Dylan, der nach jahrelanger Containment-Haft erwacht und feststellen muss, dass die Anomalien des Federal Bureau of Control in das urbane Gefüge von Manhattan entkommen sind. Während das klassische Bureau im Vorgänger durch die brutalistische Architektur des Oldest House glänzte, schickt der Nachfolger die Spieler in ein weitläufigeres Areal, das bei Kritikern für Diskussionen sorgt.
Oldest House
Manhattan im Schatten des Oldest House: Warum die neue Spielwelt polarisiert
Die Verlegung des Schauplatzes in eine offene Stadtlandschaft bricht mit dem beklemmenden Kammerspiel des Originals. Kritiker bemängeln, dass das von Glitches gezeichnete New York der Spielwelt an jene generischen Kulissen erinnert, die aus zahlreichen Actiontiteln der letzten zwei Jahrzehnte bekannt sind. Wiederholende Straßenzüge und einheitliche Häuserfronten lassen die unverkennbare Identität vermissen, die das brutalistische Behördengebäude einst auszeichnete.
Dennoch entfaltet sich die kreative Handschrift des Studios nach einer Anlaufphase im Spielverlauf.

Rick Patel
Bürokratische Romanzen und Feindanalysen in den Akten des Bureau
Wer tief in die Spielwelt eintauchen möchte, findet abseits der direkten Hauptmissionen umfangreiche Dokumente und Berichte der Bureau-Mitarbeiter. Spieler können sich durch interne Memos und Gegnerprotokolle arbeiten, die wertvolle Hinweise auf Taktiken gegen die Hiss-Einheiten liefern. Neben harten taktischen Daten verbergen sich in diesen Akten auch humorvolle Zwischentöne und subtile Beziehungsgeschichten zwischen den Verfassern der Berichte.
Ein Beispiel dafür liefert die Threat Assessment Team-Akte des Autors Rick Patel und seiner Kollegin Lydia M.B. McPierce, die sich durch die Protokolle hindurch über Schimmelgegner und Schachpartien austauschen.
Rick Patel, Threat Assessment Team
Trotz der apokalyptischen Bedrohung der Spielwelt gelingt es den Entwicklern durch solche Aktennotizen, menschliche Akzente und humorvolle Nuancen in den Behördenalltag zu weben.
Technische Skalierung auf dem PC und grafische Kompromisse
Auf technischer Ebene treibt Control Resonant die Northlight-Engine voran, wie Analysen der PC-Version zeigen. Das Spiel verlangt der Hardware einiges ab, bietet dafür aber weitreichende Skalierungsmöglichkeiten für unterschiedliche Leistungsklassen. Ohne Raytracing läuft das Spiel auf Mittelklasse-Systemen stabil, während fortgeschrittene Path-Tracing-Setups selbst moderne Spitzenhardware fordern.
Zusätzlich unterstützt die PC-Fassung moderne KI-Upscaling-Verfahren wie DLSS 4.5 und AMD FSR 4, wobei Entwickler Remedy hier laut Technik-Experten ein flexibles Fundament für verschiedenste Grafikkarten gelegt hat. Während die grafische Dichte in den dichten Stadtbereichen zu leichten Kompromissen bei der Detailtreue im Vergleich zum ersten Teil zwingt, bleibt das technische Gesamtbild auf dem PC beeindruckend flüssig und anpassbar.
Kritik und Erfahrungsberichte: Von der Ernüchterung zur Begeisterung

Einige Kritiker bemerkten, dass die ersten Stunden des Spiels als „Slog“ empfunden werden, vor allem aufgrund der komplexen Steuerung und der ungewohnten Stadtumgebung. „Getting over the First Hour is a Slog… But after that, oh man.“, schreibt ein Spieler, der später von der Tiefe der Exploration und den AWE-Events begeistert war. „Plus there’s so many callbacks to the first Control.
Die Spielwelt, obwohl als „generische“ Kulisse kritisiert, bietet dennoch eine Vielzahl an versteckten Details und interaktiven Elementen. Die Verbindung zu anderen Spielen wie Marvel’s Spider-Man und The Division wird von einigen als Verlust der einzigartigen Identität des Oldest House gesehen, während andere die Erweiterung in eine offene Stadt als bereichernd empfinden.”
Zusammenfassung: Eine zweifelhafte Fortsetzung mit potenziellen Höhen und Tiefen
Control Resonant bleibt ein Spiel, das von seiner Kreativität und technischen Ambition begeistert, aber auch von seiner mangelnden Originalität und der Schwierigkeit, den Charakter des Oldest House zu replizieren. Obwohl die Erzählung und die Exploration ihre Reize haben, bleibt die Frage, ob die Veränderung in der Spielwelt die Erwartungen der Fans erfüllt. Für Spieler, die die surreale Atmosphäre des Vorgängers schätzen, könnte es ein lohnenswertes, wenn auch anspruchsvolles Abenteuer sein.
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