US-Präsident Donald Trump hat die sofortige Schließung des John F. Kennedy Center for the Performing Arts verkündet. Die vom Kuratorium beschlossene Maßnahme erfolgt inmitten eines heftigen Rechtsstreits um die Namensgebung des Kulturzentrums und akuter finanzieller sowie baulicher Probleme.
Die Entscheidung über die Schließung des Kennedy Centers in Washington, D.C., fällt in eine Phase massiver juristischer Auseinandersetzungen zwischen der US-Regierung und dem Kulturzentrum. Das von der Regierung kontrollierte Gremium hatte zuvor die Schließung des Hauptgebäudes beschlossen, nachdem ein Bundesrichter den Verbleib des Namens des Präsidenten an der Fassade erneut untersagt hatte.
Finanzkrise und bauliche Mängel als Auslöser
Hinter den Kulissen kämpft das renommierte Haus nach internen Berichten mit massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten. In einem 57-seitigen Dokument warnten Offizielle vor einer drohenden Insolvenz. Demnach könnte die Einrichtung binnen weniger Wochen nicht mehr in der Lage sein, Gehälter zu zahlen oder laufende Instandhaltungsverträge zu bedienen. Interne Budgets prognostizierten demnach für das Fiskaljahr Einnahmen von rund 124 Millionen US-Dollar bei einem Ziel von 220 Millionen US-Dollar, was ein Defizit von geschätzten 23 Millionen US-Dollar bedeutet.
Zusätzlich belasten bauliche Schäden den Betrieb. Während eines Sturms Anfang September stürzte im Großen Foyer ein vier mal fünf Fuß großes Stück Deckenputz aus rund 60 Fuß Höhe herab. Bei Inspektionen von knapp der Hälfte der insgesamt 278 äußeren Paneele wurden zudem erhebliche Korrosionsschäden festgestellt laut den offiziellen Dokumenten. Die Unternehmensführung argumentierte, dass eine öffentliche Würdigung des Präsidenten helfen könnte, dringend benötigte Spenden zu generieren.
Der Streit um Namensrechte und Auflagen
Der Konflikt ist eng mit dem Namen des Präsidenten verknüpft. Das Kennedy Center war im Dezember 2025 in Trump Kennedy Center
umbenannt worden, nachdem die Regierung die Kontrolle über das Gremium übernommen hatte. Ein Bundesrichter ordnete jedoch an, dass die Umbenennung unzulässig sei, da allein der US-Kongress den Namen der Kultureinrichtung bestimmen könne wie das Gericht begründete.

Um das rechtliche Verbot zu umgehen, brachte das Gremium alternative Inschriften ins Gespräch, darunter Formulierungen wie Renovierung, Restaurierung und Stiftung, beaufsichtigt von Präsident Donald J. Trump und dem Trump-Kennedy-Center-Fonds. Vertreter der Gegenpartei kritisierten das Vorgehen scharf. Anwälte der demokratischen Kongressabgeordneten Joyce Beatty warfen der Regierung vor, die Kultureinrichtung als Druckmittel zu nutzen wie aus einer Erklärung hervorgeht.
Norm Eisen und Nathaniel Zelinsky sagten, es komme noch schlimmer: Nun nehme Trump das Center als Geisel und drohe damit, es faktisch zu zerstören, es sei denn, er bekomme seinen Willen.
Proteste und Reaktionen der Öffentlichkeit
Die Entwicklungen haben landesweit heftige Reaktionen und Proteste hervorgerufen. Tausende Menschen versammelten sich im Stadtteil Foggy Bottom in Washington, um gegen die Schließungspläne zu demonstrieren berichten Augenzeugen. Unter den Demonstranten befanden sich zahlreiche Künstler und Kulturschaffende, die eine Zensur des Programms und eine dauerhafte Beschädigung der traditionsreichen Institution befürchten.

Auch Angehörige der Familie Kennedy schalteten sich in die Debatte ein. Kerry Kennedy warf dem Präsidenten vor, das Haus als Geisel zu nehmen, während Maria Shriver das Vorgehen als egozentrisch kritisierte wie Medien berichteten. Ob und wann die Renovierungsarbeiten beginnen können, hängt nun von den anstehenden Entscheidungen der Berufungsgerichte ab.