Der Deutsche Olympische Sportbund hat München als offiziellen deutschen Kandidaten für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 ausgewählt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gab die Entscheidung am Samstag nach einer geheimen Abstimmung im Kurhaus Baden-Baden bekannt.
Die Entscheidung im Kurhaus Baden-Baden
Nach einer monatelangen nationalen Vorentscheidung fiel die Wahl der Delegierten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) überraschend deutlich aus. Ursprünglich hatten neben Berlin und Hamburg auch weitere Städte Interesse signalisiert, doch im Vorfeld der Abstimmung reduzierten Rückzüge das Bewerberfeld.
Die Bekanntgabe des Ergebnisses war von einem kleinen technischen Lapsus begleitet. Als DOSB-Präsident Thomas Weikert den Umschlag an den Bundespräsidenten übergeben wollte, war der Name auf dem Zettel für Zuschauer im Saal bereits zu erkennen. Steinmeier nahm den Moment gelassen und verkündete den Sieger: Wer es jetzt noch nicht gesehen hat, den sage ich: Sieger ist München
, rief der Bundespräsident in den Saal, während im Hintergrund Markus Söder jubelte.
Stimmen aus der Bundes- und Landespolitik
Die deutsche Bundesregierung begrüßte die Entscheidung umgehend. Bundeskanzler Friedrich Merz gratulierte der Stadt und betonte die Bedeutung des Projekts: Wir investieren mit ihr in die Zukunft unseres Landes
, erklärte Merz vorab. Auch der neu ernannte Sportstaatsminister Ronald Rauhe warb für eine neue Generation Olympia
und betonte, dass vor allem die Menschen hinter dem Vorhaben stehen müssten.

2040 will mark the 50th anniversary of reunification.
Ronald Rauhe, Sportstaatsminister, via Dw
Konzept und internationale Konkurrenz
Das erfolgreiche Konzept sieht vor, dass der Großteil der Wettbewerbe in Bayern stattfinden soll, wobei auf die bestehende Infrastruktur wie den Olympiapark zurückgegriffen wird. Ergänzt wird der Plan durch dezentrale Standorte: Die Fußballspiele sollen in Stuttgart ausgetragen werden, während die Segelwettbewerbe in Kiel stattfinden.

Der internationale Weg bis zu einer potenziellen Ausrichtung bleibt jedoch lang. Die französische Zeitung Le Monde skizzierte den weiteren Zeitplan: Im März 2027 beginnt ein kontinuierlicher Dialog mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Eine Vorauswahl soll im März 2027 folgen, bevor das IOC im späten Verlauf des Jahres 2028 favorisierte Gastgeber benennt. Die endgültige Vergabe der Spiele für das Jahr 2036 wird für Mitte 2029 erwartet.
Auf internationaler Ebene trifft Deutschland auf erhebliche Konkurrenz. Staaten wie Katar, Indien und die Türkei haben bereits offizielles Interesse für die Sommerspiele 2036 hinterlegt. Da die vergangenen Ausrichtungen an westliche Metropolen wie Paris, Los Angeles und Brisbane gingen, räumen Beobachter zunächst außereuropäischen Bewerbern gute Chancen ein. Aus diesem Grund hat sich Deutschland bewusst nicht auf ein einziges Austragungsjahr festgelegt, um die eigenen Erfolgschancen im Auswahlprozess zu wahren.
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